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Aufklärung statt Strafe: Neues Programm für junge Schwarzfahrer

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Fahrausweisprüfer kassieren eine Kopfprämie für erwischte Schwarzfahrer, schreiben nur alte Leute und Jugendliche auf und sind immer unfreundlich? Mit diesen Vorurteilen wollen die üstra und die Jugendgerichtshilfe der Stadt Hannover jetzt aufräumen. Zusammen bieten sie Jugendlichen, die bereits drei Mal beim Schwarzfahren erwischt wurden und deshalb jetzt vor Gericht stehen, an jeweils zwei Tagen einen theoretischen Kurs an. Hier sollen sie die Folgen ihrer Straftat und das Funktionieren eines Verkehrsunternehmens verstehen. Im Gegenzug wird der Strafantrag gegen sie fallengelassen. Der erste Termin für bis zu 20 Jugendliche findet am 25. August im Service Center City der üstra statt. Zweiter Termin ist am 26. August in der Jugendgerichtshilfe.

Andreas Eberhard, Fachbereichsleiter des üstra-Fahrausweisprüfdiensts, und Jens Lichtenberg, üstra-Mobilitätsberater, übernehmen die Schulung bei der üstra. Sie erklären den Jugendlichen, warum es so wichtig ist, einen Fahrschein zu kaufen. Sie informieren über die rechtlichen Grundlagen und die wirtschaftlichen Faktoren. Verkehrsunternehmen sind Wirtschaftsunternehmen, die die Einnahmen aus dem Fahrscheinverkauf benötigen. Denn ihnen stehen Kosten u. a. für Personal, Kraftstoffverbrauch oder Strom gegenüber. Außerdem wollen die üstra-Mitarbeiter den Jugendlichen verdeutlichen, dass Fahren ohne Fahrschein ein Betrug an der Gemeinschaft ist. Denn je weniger Fahrgäste für die Fahrt zahlen, desto mehr müssen die jenigen zahlen, die sich immer einen Fahrschein kaufen.

Die Jugendlichen werden darüber aufgeklärt, wo sie überall einen Fahrschein kaufen können. Die Tarifzonen, das Tarifgebiet und die einzelnen Fahrscheine werden umfassend erklärt. Kommen für sie zum Beispiel Monatskarten in Frage oder können sie spezielle Tickets für Schüler und Azubis nutzen?

Andreas Eberhard und Jens Lichtenberg informieren die Jugendlichen auch ausführlich über den Prüfdienst der üstra. Sie erklären, dass Prüfer im gesamten Liniennetz, sowohl in Bus als auch in Bahn, unterwegs sind. Derzeit sind 36 Fahrausweisprüfer der üstra sowie 28 Fahrausweisprüfer der protec ständig im Netz unterwegs. Hinzu kommen bei Bedarf 12 Servicemitarbeiter der üstra sowie bei bestimmten Anlässen alle Stadtbahn- und Busfahrer. Die Sicherheitsstreifen der protec sind ebenfalls berechtigt, Fahrscheine zu kontrollieren. Alle Fahrausweisprüfer müssen eine Ausbildung absolvieren und besuchen regelmäßig Seminare zu den Themen Deeskalation, Selbstverteidigung und Stressbewältigung. Was zu tun ist, wenn sie von den Fahrausweisprüfern aufgeschrieben werden, wird den Jugendlichen genauso erklärt. Wer ohne Fahrschein fährt, sich also eine Beförderung erschleicht, muss 40 Euro zahlen. Zahlt er nicht, erhöht sich die Forderung nach einer Mahnung auf 47 Euro. Wer dreimal erwischt wurde, muss mit einem Strafantrag rechnen.

So wie die Jugendlichen, die an den ersten Terminen am 25. und 26. August 2009 teilnehmen. Mit ihrer Teilnahme an den Infoabenden können sie eine sonst nach dreimaligen Schwarzfahrens verhängte Strafe umgehen. „Wir möchten die Jugendlichen aber nicht unnötig kriminalisieren. Wir möchten, dass sie verstehen, warum Beförderungserschleichung ein Verbrechen ist“, fasst Ralf Dedden, zuständig bei der üstra u. a. für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche, die Absicht der Hannoverschen Verkehrsbetriebe zusammen.

www.uestra.de

PM: üstra Hannoversche Verkehrsbetriebe AG

Kategorie: Politik

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