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Thüga-Kauf abgeschlossen – Kommunen stehen hinter dem Kauf

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Der Kauf der Thüga AG von der E.ON AG durch das kommunale Erwerberkonsortium Integra/KOM9 wurde am 2. Dezember 2009 vollzogen. Die dazugehörigen Verträge sind unterzeichnet, der Kaufpreis ist entrichtet. Die Thüga AG wurde über die Thüga Holding GmbH & Co. KGaA erworben.
Nach der Zustimmung aller erforderlichen Gremien auf der Käufer- bzw. Verkäuferseite sowie der Genehmigung durch das Bundeskartellamt wurde der Aufsichtsrat bestellt.

In der konstituierenden Sitzung des Aufsichtsrates am 2. Dezember wurde die Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt am Main und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Mainova AG Dr. h. c. Petra Roth zur Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA gewählt.

Satzungsgemäß wird der Aufsichtsrat aus 21 Mitgliedern bestehen – davon 14 auf Anteilseignerseite und 7 auf der Arbeitnehmerseite.

Der Vorstand der Thüga AG wird seine erfolgreiche Arbeit auf dieser Basis unter der Leitung von Ewald Woste als Vorstandsvorsitzendem fortsetzen. Der Vorstand der Thüga AG wird ebenfalls die Geschäftsführung der Thüga Holding GmbH & Co. KGaA übernehmen.

Im Rahmen einer Pressekonferenz bekräftigten heute die Oberbürgermeister der Kommunen als Anteilseigner der Integra- und KOM9-Konsorten nochmals ausdrücklich ihre Zustimmung zum Thüga-Kauf.

Dr. h.c. Petra Roth, Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Mainova AG:

"Ohne die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Stadtoberhäupter wäre dieses Ergebnis wohl nicht zustande gekommen." Dieses Ergebnis zeige darüber hinaus, so die Oberbürgermeisterin, die auch dem Deutschen Städtetag vorsteht, dass die Kommunalpolitik sehr wohl über die Stadtgrenzen hinaus denken und gestalten könne. Mit Blick auf die energiewirtschaftliche Bedeutung des Thüga-Kaufs hob Petra Roth hervor: "Der neue Stadtwerke-Verbund ist strategisch hoch bedeutsam. Die Stellung der lokalen Energieversorger im Markt wird dadurch gestärkt und die kommunale Daseinsvorsorge gesichert."

Dr. Helmut Müller, Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden und Vorsitzender des Aufsichtsrates der ESWE Versorgungs AG:

„Die Rekommunalisierung der Thüga AG ist ein Novum in der ‚Energiegeschichte’ der Bundesrepublik. Für uns als Partner der neuen Thüga, aber auch für die Kommunen, ergeben sich dabei große Chancen. Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Wettbewerbs auf den Energiemärkten können wir regionalen Versorger und Stadtwerke unsere Interessen in einem starken Verbund sehr viel nachhaltiger vertreten. Gemeinsam wollen und werden wir Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft finden. Durch den Zusammenschluss profitieren die Verbraucher in Form sicherer, kostengünstiger und nachhaltiger Versorgungssicherheit und die Mitarbeiter der Partnerunternehmen durch Sicherung ihrer Arbeitsplätze. Übergeordnetes Ziel ist die Wahrung der Wertschöpfung vor Ort – dicht am Kunden und damit im besten Sinne des Wortes „kommunal“.

Stephan Weil, Oberbürgermeister der Stadt Hannover:

„Mit dem Verkauf der E.ON-Stadtwerketochter Thüga AG steht der deutsche Energiemarkt vor einem Umbruch. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Verkauf an die beiden kommunalen Konsortien Integra und Kom9 eine gute Entscheidung. Damit sind die Stadtwerke in der Lage, ihre Marktposition auszubauen. Erstmalig entsteht in Deutschland ein kommunaler Energiekonzern – und die aktuellen Gründungen von Energieversorgern durch Städte und Gemeinden sind erst der Anfang einer neuen Rekommunalisierungswelle. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Denn: Die Energiepolitik der Zukunft ist ohne leistungsfähige Stadtwerke so gut wie nicht denkbar. Fest steht, dass die Bürgerinnen und Bürger mit großer Mehrheit bei Strom, Gas und Wasser durch ein kommunales Unternehmen versorgt werden wollen und sind laut einer Studie des Verbands kommunaler Unternehmen mit 70 Prozent deutlich gegen eine Privatisierung von kommunalen Unternehmen.“

Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg und Vorsitzender des Aufsichtsrates der N-ERGIE Aktiengesellschaft:

„Durch den Kauf der Thüga haben die Städte und Gemeinden über ihre Stadtwerksbeteiligungen Verantwortung für die Gestaltung einer leistungsfähigen, wirtschaftlichen und umweltverträglichen Energieversorgung übernommen. Wir haben ein Zeichen gesetzt, dass es uns ernst ist, die energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft aus kommunaler Sicht entscheidend und nachhaltig mit zu gestalten. Gerade in Zeiten der Globalisierung ist es wichtig, dass energiepolitische Entscheidungen über wichtige Dinge wie Infrastruktureinrichtungen vor Ort und im kommunalen Konsens gefällt werden. Umweltverträgliche und kostengünstige Energieversorgung ist ein maßgeblicher Faktor in der Standortpolitik für Bürger und Unternehmen.“

Dr. Dieter Salomon, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg und Vorsitzender des Aufsichtsrates der badenova AG & Co. KG:

“Freiburg hat 1972 den Startschuss für die erste Minderheitsbeteiligung der Thüga in der Nachkriegszeit an einem kommunalen Versorger und damit für das heutige Thüga-Modell gegeben. Was bei der früheren ‚Freiburger Energie- und Wasserversorgung’ begann und bei badenova fortgesetzt wurde, ist zu einer Erfolgsstoryin vielen Städten geworden. Die Thüga war und ist ein verlässlicher Partner der Kommunen. Mit der Übernahme der Gesellschaft in kommunalen Besitz schärfen wir das regionale und kundennahe Profil unserer Versorgungsunternehmen und schaffen den Wandel von einem Versorger zu einem Energiedienstleister mit einer ökologischen Ausrichtung!“

„Wir blicken zurück auf einen sehr erfolgreichen Prozess des Beteiligungserwerbs. Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, in einem kurzen Zeitraum, eine der größten und komplexesten Transaktionen der deutschen Energiebranche unter Dach und Fach zu bringen,“ so Michael Feist, Sprecher der Konsorten. „Nun werden wir gemeinsam mit der Thüga Eckpfeiler für Weiterentwicklung und Wachstum auf Basis des erfolgreichen Thüga-Modells konkretisieren.“

Das bestehende starke kommunale Netzwerk, das durch die Beteiligungen der Thüga an mehrheitlich kommunalen Energieversorgungsunternehmen gebildet wird, wird auch zukünftig erhalten, gestärkt und weiter ausgebaut werden. Der Ausbau von Kooperationsfeldern der Beteiligungsunternehmen mit der Thüga wird die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit bestehender und Wachstum in neuen Geschäftsfeldern ermöglichen.

Hintergrund:

An der Thüga Holding sind die enercity (Stadtwerke Hannover AG), Mainova AG (Frankfurt) und N-ERGIE Aktiengesellschaft (Nürnberg) mit jeweils rund 20,53 Prozent beteiligt. Die Stadtwerkegruppe „KOM9“ erwarb rund 38,41 Prozent der Stadtwerke-Holding. In der KOM9 haben sich mehr als 45 kommunale Versorgungsunternehmen aus ganz Deutschland zusammengeschlossen.

Für die Thüga wurde ein Kaufpreis von rund 2,9 Mrd. Euro vereinbart.

Die Thüga AG ist mit mehr als 90 Minderheitsbeteiligungen das größte Netzwerk kommunaler Energieversorger in Deutschland. Die Mehrheitseigentümer sind zumeist die jeweiligen Städte und Gemeinden. Inklusive aller Beteiligungen versorgte die Thüga-Gruppe in 2008 bei einem Absatz von 158 Terrawattstunden (TWh) Gas rund 2,9 Millionen Gaskunden, bei einem Absatz von 38 TWh Strom rund 3,5 Millionen Stromkunden und rund eine Million Kunden mit Trinkwasser. Daneben versorgt Thüga im so genannten Eigengeschäft Gas- und Stromkunden vornehmlich in Süddeutschland sowie über die vollkonsolidierte Tochtergesellschaft Harz Energie GmbH & Co. KG (Thüga-Anteil 53 Prozent) in Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. In 2008 erwirtschaftete die Thüga AG einen konsolidierten Umsatz von rund 630 Mio. Euro und einen bereinigten Jahresüberschuss von rund 270 Mio. Euro. Inklusive aller Minderheitsbeteiligungen (Thüga-Anteil mindestens 20 Prozent) erzielte die Thüga-Gruppe 2008 e! inen Gesamtumsatz von 16,4 Mrd. Euro.

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