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Stadt und Hannover 96 kooperieren bei Fan-Betreuung – Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch

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Die Landeshauptstadt Hannover und Hannover 96 intensivieren ihre Zusammenarbeit im Bereich der Fanbetreuung. Geschäftsführer Martin Kind und Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter haben am 18. April den Kontrakt unterzeichnet, mit dem das Fanprojekt des städtischen Fachbereichs Jugend und Familie und der hauptamtliche Fanbeauftragte des Vereins ihre jeweiligen Aufgaben auf einander abstimmen.

Außerdem haben sie die gemeinsamen Aktionen zum Thema "Mehr Fun – weniger Alkohol!" vorgestellt – die beim Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin am 26. April beginnen und mit  alkoholfreien Wagen im 96-Fanzug zum Auswärtsspiel gegen Schalke 04 am 3. Mai fortgesetzt werden.

"Die Arbeit unseres Fanbeauftragten und des städtischen Fanprojekts ist für Hannover 96 von zentraler Bedeutung, um mit unseren Fans in Kontakt zu treten, ihre Anliegen wahrzunehmen oder auch – in problematischen Fällen – auf ihre Verhaltensweisen einzuwirken. Wenn wir mit dem jetzt unterzeichneten Kontrakt die beiden Arbeitsfelder verlässlich aufeinander abstimmen, kommt das allen zugute – den Fans und dem Verein", erläutert 96-Geschäftsführer Martin Kind.

"Unser Fanprojekt orientiert sich an den Entwicklungen innerhalb der Fanszene, reflektiert sie und versucht, negativen Entwicklungen mit adäquaten Maßnahmen durch soziapädagogische Jugendarbeit entgegenzuwirken. Ziel der Arbeit ist es, die besonderen Bedürfnisse junger Menschen in der Fan-Kultur zu berücksichtigen und Gewaltbereitschaft, Rassismus oder auch rechtextremen Tendenzen in der jugendlichen Fanszene präventiv entgegenzuwirken", ergänzt Thomas Walter.

Der Jugenddezernent dankt in diesem Zusammenhang Professor Dr. Gunter A. Pilz, der die Vereinbarung in Zusammenarbeit mit Vertretern von Hannover 96 und dem Fanprojekt entworfen hat: "Es freut uns besonders, dass wir auf diesem Weg zu einem bundesweit einmaligen und von Deutschem Fußballbund (DFB) und Deutscher Fußballliga (DFL) als vorbildlich angesehenen Fanarbeits-Kontrakt gekommen sind."

Das bereits seit 1985 von der Stadt Hannover eingerichtete Fanprojekt entstand als Reaktion auf die Zunahme von Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen. Als 1993 das "Nationale Konzept Sport und Sicherheit" (NKSS) in Kraft trat, wurde unter anderem der Rahmen für die Fanbetreuung der Fanprojekte vorgegeben und eine Modellfinanzierung, nach der Fanprojekte zu je einem Drittel vom DFB, dem jeweiligen Bundesland und der jeweiligen Stadt finanziert werden. Das Fanprojekt Hannover arbeitet nach dem "Kinder- und Jugendhilfegesetz" (KJHG) und hat dadurch eine Brückenfunktion zur kommunalen Jugendarbeit.

Da Hannover 96 seit dem 1. Juli 2007 den ersten hauptamtlichen Fanbeauftragten hat, ist der Zeitpunkt genau richtig, die Zusammenarbeit durch einen Kontrakt neu zu definieren und zu festigen.

Aus dem Kontrakt ergeben sich unter anderem folgende Schnittstellen zwischen den Arbeitsfeldern von Fanbeauftragtem und -projekt:

  • Sportliche und überfachliche Jugendarbeit (Organisation und Durchführung von Fan-Fußballturnieren, Betreuung der Fan-Liga, gemeinsame Streetsoccer Angebote, abenteuer- und erlebnispädagogische Angebote)
  • Spielbegleitung bei Heim- und Auswärtsspielen (Anlaufstelle, Vermittler, Interventionsarbeit bei Konflikten)
  • Zusammenarbeit und Kooperation bei unterschiedlichen Anlässen, wie z.B. Sicherheitsbesprechungen vor Heimspielen, Diskussionsrunden in verschiedenen Arbeitskreisen, gemeinsame Teilnahme am Örtlichen Ausschuss Sport und Sicherheit.

Aktionswoche "Mehr Fun – weniger Alkohol"

Hannover 96 und die Stadt haben eine Aktionswoche zum Thema "Mehr Fun – weniger Alkohol" vereinbart. Die Kooperation ist Ausdruck der gemeinsamen Willens, sich für das gesellschaftspolitisch wichtige Thema der Alkoholprävention zu engagieren. Vor dem Hintergrund, dass während eines Fußballspiels in der AWD-Arena nur jedes vierte bestellte Getränk alkoholfrei ist, soll daran  erinnert werden: Auch mit weniger oder ganz ohne Alkohol bietet sich der Fußball für ein "rauschendes Fest" an.

Die Woche beginnt mit Aktionen rund um das Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin am 26. April. Ein Promitalk am Mittwoch (30. April) und das Angebot eines alkoholfreien Wagens im 96-Fanzug zum Auswärtsspiel gegen Schalke 04 am 3. Mai schließen sich an.

Aktionen zum Heimspiel

  • dauerhafte Einführung des alkoholfreien Biers im gesamten Stadion; an diesem Tag mit einem "Aktionspreis"
  • Infopark und Mitmachaktionen: Torwandschießen mit Rauschbrille, Soccercourt, Menschenkrökler, Infostände zum Thema Suchtberatung. Neben dem städtischen Jugendschutz und Hannover 96 beteiligen sich die Drogenberatungsstelle drobs, das Suchtmobil e.V. und der Niedersächsische Fußballverband (angefragt) an diesem Programm.
  • Infos zur Aktion über das "Arena-TV" vor dem Anpfiff

Promitalk am 30. April
18 Uhr, Ebene 10 der AWD-Arena (Zugang über Parkplätze Ost)

Für Fans besteht das Angebot, sich mit Vertretern des Vereins, der Stadt und der Polizei zu dem Thema zu unterhalten. Diskussionswürdig sind Punkte wie "Alkohol und Gewalt" oder die Frage, ob "es auch an einem Spieltag mal ohne Alkohol geht". Die Veranstaltung wird von einem Rahmenprogramm begleitet. Eine Anmeldung zur Teilnahme ist nicht notwendig.

Alkoholfreier Wagen im Zug zum Auswärtsspiel gegen Schalke 04 am 3. Mai

Auch für diese Fahrt wird ein alkoholfreier Wagen im 96-Fanzug angeboten. Karten dafür sind bei "üstra-Reisen", Nordmannpassage, erhältlich. Auf dem Ticket ist eine Reservierung für den Waggon eingetragen.

Alkoholfreie Wagen gibt es seit Februar 2007 in den Fan-Zügen zu Auswärtsspielen. Das Angebot ist einmalig im Profifußballbereich und stößt in der gesamten Fanszene auf große Akzeptanz und Resonanz. Die Karten sind häufig sehr schnell vergriffen, so dass ein zweiter Wagen in der Diskussion steht. Zurzeit laufen zwischen der Stadt Hannover und dem Verein Gespräche, um das erfolgreiche Angebot über die aktuelle Saison hinaus dauerhaft fortzuführen. Kooperationspartner sind neben Hannover 96 und der Stadt die Deutsche Bahn AG und üstra-Reisen. Die Bundespolizeiinspektion Hannover unterstützt das Projekt.

PM: Presseserver Hannover

 

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