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Zukunftswerkstatt „Fans und Polizei – Abbau der Feindbilder“

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Schünemann: Dialog zwischen Fans und Polizei ist ein wichtiger Eckpfeiler der Gewaltprävention

Mit der ersten Niedersächsischen Zukunftswerkstatt zwischen Fußballfans und Polizei in Hannover hat das Innenministerium ei-nen neuen Weg der Kommunikation zwischen Fußballfans und der Polizei eingeschlagen.

In der dreitägigen Veranstaltung am 2. Januarwochenende 2010 in der Akademie des Sports diskutierten Fans, Fanbeauftragte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fanprojekten mit Polizeibeamtinnen und -beamten über ihre Erfahrungen mit dem jeweiligen Gegenüber auch und gerade in Konfliktsituationen.

"Mit dieser besonderen Form der Kommunikation gehen wir einen Schritt in die richtige Richtung" so Innen- und Sportminister Schünemann im Resümee der Veranstaltung. "Wir wollen nichts unversucht lassen, die Gewalt aus dem Fußballsport zu verbannen. Da ist das miteinander Reden das entscheidende Fundament. Deshalb haben wir uns sehr gezielt auf dieses Experiment eingelassen, offensichtlich mit Erfolg."

Gerade auch vor dem Hintergrund der jüngsten Konfrontationen zwischen Fangruppen und der Polizei im Hauptbahnhof Hannover soll die Veran-staltung mit dem Titel "Niedersächsische Zukunftswerkstatt Fußballfans und Polizei – Abbau der Feindbilder" dazu beitragen, das Verhältnis zwischen Fans und Polizei zu normalisieren und gegenseitiges Verständnis zu fördern.

In den Workshops wurde deutlich, dass die jeweilige Wahrnehmung sowohl auf Seiten der Fußballfans als auch der Polizeibeamten viel ähnlicher ist, als zunächst angenommen.

Dieses zeigte sich insbesondere in den Diskussionen über das Verhalten bzw. Auftreten der Akteure aus Sicht des Gegenübers. Auch in der Entwicklung problemorientierter Forderungen zur Änderung bestimmter Verhaltensweisen lagen beide Seiten nicht weit auseinander.

"Mit dieser Veranstaltung wurde die von allen Beteiligten beklagte Sprachlosigkeit zwischen den Gruppen erstmals aufgebrochen", so der wissenschaftliche Moderator der Werkstatt, Professor Dr. Gunter Pilz von der Universität Hannover. "Es gilt nun die positiven Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, in die Polizei und die Fan-Szenen vor Ort hineinzutragen, Verantwortung in den Kurven und Polizeiinspektionen zu übernehmen, Aufklärungsarbeit zu leisten, um so immer mehr Personen für die Sache zu gewinnen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Veranstaltung ist, laut Minister Schünemann: "Eine sachliche Kommunikation zwischen Fußballfans und Polizei ist möglich!" Dazu gab es noch weitere Anregungen aus dem Teilnehmerkreis, so das Einführen von regelmäßigen "Runden Tischen" auf örtlicher Ebene mit dem Ziel der Verbesserung des Verhältnisses zwischen Fußballverein – Polizei – Fan und von schriftlichen "Fan-Infos" vor Spielen durch die Polizei analog zum Konfliktmanagement der Polizei Hannover.

Für die Bereiche Polizei und Niedersächsischer Fußballverband wird der Niedersächsische Ausschuss Sport und Sicherheit die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt aufgreifen und erforderliche Maßnahmen einleiten.

Kategorie: Sport

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