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Strategien gegen den Fachkräftemangel

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Firmen sollen mehr Berufsrückkehrerinnen, Migranten und Ältere beschäftigen

Firmen müssen neue Wege gehen, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen. Eine Lösung: Berufsrückkehrerinnen, ältere Arbeitnehmer und Menschen mit Migrationshintergrund müssen stärker als bisher als potenzielle Mitarbeiter in den Fokus rücken und entsprechend qualifiziert werden. Das ist ein Ergebnis der Studie „Fachkräftemangel und demographischer Wandel bis 2020“, die die Region Hannover am Mittwoch vorstellt.

Der Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung der Region Hannover hatte im Herbst 2007 die NORD/LB Regionalwirtschaft, das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung (NIW) und das Zentrum für Sozialforschung Halle (zsh) beauftragt, die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Arbeitsmarkt der Region Hannover bis zum Jahr 2020 zu untersuchen. Im ersten Teil der Studie, der im Dezember 2008 präsentiert wurde, wurde nachgewiesen, wie und wo der Fachkräftemangel sich bereits auswirkt: Vor allem in technischen, naturwissenschaftlichen und Ingenieurberufen sowie im Gesundheitsbereich fehlt Nachwuchs.

Im zweiten Teil der Studie untersuchten NORD/LB, NIW und zsh, ob und wie sich kleine und mittlere Unternehmen bereits heute betroffen fühlen, welche Strategien gegen den Fachkräftemangel Wirkung versprechen und welche bereits genutzt werden. Rund 300 Firmen, vor allem aus wissensintensiven Branchen, wurden dazu befragt. Dabei wurde deutlich, dass zahlreiche Betriebe bislang keine strategische Personalentwicklung verfolgen. Zudem bestehen – aus vielfältigen Gründen – häufig Vorbehalte gegen die Beschäftigung von Berufsrückkehrerinnen, älteren Menschen, Migranten und Langzeitarbeitslosen.

Die Gutachter empfehlen nun, mehr auf diese Personenkreise zu setzen, aber auch Quereinsteigern – qualifizierten Berufsfremden – verstärkt Chancen einzuräumen. Zudem sollten gering qualifizierte Menschen besser ausgebildet werden. „Nur jeder Dritte im erwerbsfähigen Alter ohne Berufsabschluss steht im Berufsleben“, stellt die Studie fest. Damit sei die Erwerbsbeteiligung dieser Menschen in Deutschland sehr schwach ausgeprägt. Derzeit scheuen sich Firmen, Kompromisse bei der formalen Ausbildung einzugehen, um zum Beispiel Schulabbrechern Möglichkeiten des Berufseinstiegs zu eröffnen. Die Gutachter empfehlen kleinen und mittleren Unternehmen außerdem, beim Angebot von Ausbildungsplätzen an den eigenen mittel- bis langfristigen Personalbedarf zu denken. Neben der betriebsspezifischen Qualifikation bietet das den Vorteil, Mitarbeiter frühzeitig an das Unternehmen zu binden.

Auch für die Region Hannover, Fachbereich Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung, geben die Gutachter Handlungsanregungen. Dazu gehört zum einen, Firmen für das Thema Fachkräftemangel zu sensibilisieren. Zum anderen ermutigt die Studie die Region Hannover, vorhandene Maßnahmen zur Unterstützung von kleinen Unternehmen auszubauen –  und dabei auf so unterschiedliche Themen wie Familienorientierung, Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement zu setzen. „Zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer sind frühzeitig Maßnahmen der Gesundheitsförderung zu initiieren“, heißt es etwa in der Studie. Denkbar sei beispielsweise die Organisation von betriebsinternen Gesundheitsschulungen oder die Übernahme von Kosten für außerbetriebliche Angebote.

pdf Studie: Fachkräftemangel und demographischer Wandel bis 2020

Kategorie: Wirtschaft

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