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Stadtbibliothek Hannover zieht positive Bilanz für 2009

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"Mit der Stadtbibliothek geht es weiter bergauf: Gegenüber 2008 ist die Zahl der Entleihungen noch einmal um 1,7 Prozent auf nun rund 4,1 Millionen gestiegen", dieses positive Fazit zog heute (Montag) Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann. Ausleihrenner waren bei der Belletristik die Bücher, die auch auf den Bestsellerlisten ganz oben standen. Hörbücher erobern weiter den Markt und werden in den Bibliotheken von allen Altersgruppen viel entliehen.

Bei der Zahl der aktiven NutzerInnen konnte 2009 der Abwärtstrend gestoppt werden. Die Zahl der eingetragenen und im vergangenen Jahr aktiven LeserInnen lag bei 59.960 – auch ein Anstieg, und zwar um 0,3 Prozent. Bei den Besuchen war eine Steigerung um 3,8 Prozent auf insgesamt 1,52 Millionen Besuche zu verzeichnen.

Interessant ist ein Blick auf die Geschlechterdifferenzierung: 65 Prozent der aktiven Nutzer sind weiblich, 35 Prozent männlich. Damit liegt Hannover im bundesweiten Trend: Lesen ist weiblich.

Trotz vielfältiger Bibliotheksangebote im Internet blieben die Stadtbibliotheken attraktive Orte und wurden 1,5 Millionen Mal von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu Aus- und Weiterbildungszwecken oder in der Freizeit besucht.

Die virtuellen Angebote wurden 2009 ausgebaut und im Rahmen der städtischen E-Government-Aktivitäten auf der CeBIT als Beispiel für moderne öffentliche Dienstleistungen präsentiert. Die zentrale Stadtbibliothek bietet Internetzugänge über WLAN. Seit Frühjahr 2009 sind e-Books ausleihbar: 15.000 Medien können direkt von zu Hause aus auf den heimischen PC heruntergeladen werden; ein Besuch in der Bibliothek ist nur zum Erwerb der Lesekarte nötig. Nach einem guten Start blieben die Ausleihzahlen allerdings hinter den Erwartungen zurück. 9.420 Ausleihen wurden vom 1. April bis 31. Dezember 2009 im Rahmen der e@usleihe vorgenommen. Ausleihrenner waren hier unter anderem die Tageszeitungen (Süddeutsche, FAZ) sowie der Spiegel.

Ein Schwerpunkt der Stadtbibliothek Hannover ist die Kinderbibliotheksarbeit. Die Stadtteilbibliotheken geben annähernd die Hälfte ihres Budgets für die Jüngsten aus. Bücher begeistern bereits die Kleinsten: Das zeigen die Eltern-Kind-Gruppen des Programms "Babys in der Bibliothek", das in den Stadtteilbibliotheken Döhren, Vahrenwald und List zusammen mit der AWO angeboten wurde und das aufgrund der großen Nachfrage 2010 auf weitere Stadtteile ausgeweitet wird. Auch der erste Bilderbuchsonntag, den die Stadtbibliothek als Teil des hannoverschen Lesenetzwerkes am 1. Februar 2009 veranstaltet hat, war mit 1.500 Menschen ausgezeichnet besucht.

Zu 890 Bilderbuchkinos und Vorlesestunden kamen 2009 insgesamt 13.350 Kinder in die Stadtbibliotheken. Dass Bilderbuchkinos zum Beispiel auch auf Französisch, Russisch, Persisch oder Türkisch erzählt werden, ist Ausdruck konkreter Leseförderung in einer multikulturellen Stadt. Zusätzlich besuchten 841 Kindergartengruppen mit rund 16.800 Kindern die Bibliotheken. In der Kinder- und Jugendarbeit müssen wir künftig auch verstärkt auf die Jungen achten.

Neben der Leseförderung ist auch die Vermittlung von Medienkompetenz eine wichtige Bibliotheksaufgabe: sechs- bis 13-jährige Kinder aus Hannover konnten sich 2009 erstmals für die Kinderjury zum Deutschen Kindersoftwarepreis TOMMI bewerben, der jedes Jahr die besten PC- und Konsolenspiele prämiert. 20 Kinder haben die neuesten PC- und Konsolenspiele in der Jugend- und Stadtbibliothek List gestestet. Ihre Ergebnisse flossen in eine bundesweite Bewertung ein.

Die Jugendbuchwoche im Herbst 2009 stand unter dem Motto "Du kannst mich mal gerne haben". Mehr als 600 neue Bücher zum Thema Freundschaft und Liebe luden zum Stöbern und Schmökern ein. Die anschließende Jugendbuchwanderausstellung wurde in 40 Schulen gezeigt und vor Ort durch die nächstgelegene Stadtteilbibliothek betreut. Sie stand jeweils für eine Woche in den Schulen, 511 Klassen, das heißt circa 12.775 SchülerInnen gingen auf literarische Entdeckungsreise.

Die intensive Zusammenarbeit mit Schulen ist der Stadtbibliothek Hannover wichtig: Neben den viel gefragten Bibliotheksführungen für 708 Schulklassen aller Stufen und zusätzlich 51 Spezialeinführungen zur Vorbereitung der Facharbeiten in der zentralen Stadtbibliothek besuchten 2009 BibliotheksmitarbeiterInnen alle ersten Klassen. Die rund 4.000 ErstklässlerInnen bekamen als Geschenk ein in Kooperation mit dem Verlag Leuenhagen & Paris, dem hannoverschen Kinderbuchautor Ingo Siegner und der Stadtbibliothek entstandenes kleines Lesebuch.

Die besonders erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Wilhelm-Busch-Schule und der Stadtteilbibliothek Ricklingen wurde 2009 mit dem "Hannoverschen Lesezeichen" ausgezeichnet, dem Preis der "Freunde der Stadtbibliothek Hannover e.V." für besonders engagierte schulische Leseförderung.

Leseförderung verbunden mit einer Qualifizierung von Jugendlichen verbindet das Lesementoring-Programm. 2009 vermittelten 110 Jugendliche in ihrer Freizeit 330 GrundschülerInnen die Freude am Lesen. Für die erfolgreiche Teilnahme bekommen die Jugendlichen den "Kompetenznachweis Kultur", der ihr Engagement auch bei späteren Bewerbungen sichtbar macht.

Sorgen bereitet der Stadtbibliothek die zurückgehende Bibliotheksnutzung Jugendlicher, insbesondere bei den Jungen. Während im Kindesalter Jungen und Mädchen fast gleichstark die Stadtbibliotheken nutzen (im Alter bis 14 Jahren liegt der Anteil der Jungen noch bei 48 Prozent), gehen die Nutzungszahlen vor allem der männlichen Jugendlichen sowohl bei den Ausleihen als auch bei den aktiven Nutzern bis zum Alter von 17 Jahren auf 32 Prozent zurück. Erfolg versprechend ist die Einrichtung einer speziellen, jugendgerechten Bibliothekszone (free-style-Bereich), wie in der Stadtteil- und Schulbibliothek Mühlenberg. Dies haben die "Freunde der Stadtbibliothek Hannover e.V." tatkräftig unterstützt. Ziel ist es, nach und nach auch in den anderen Bibliotheken "coole" Literaturbereiche einzurichten.

Dass Lesen auch etwas für "echte Kerle" ist, vermittelte die Vater-Sohn-Rallye "Wenn der Vater mit dem Sohne…", die 2009 in den Stadtteilbibliotheken Bothfeld, List und Herrenhausen mit Erfolg gelaufen ist. Bei der Suche nach männlichen Lese-Vorbildern wird die Bibliothek durch Prominente unterstützt, die regelmäßig die Rolle des Vorlesers beim bundesweiten Vorlesetag im November übernehmen. Die Bemühungen um Jungen und ihre Väter als Bibliotheksnutzer werden auch 2010 fortgesetzt, um Jungen die gleichen Bildungschancen zu eröffnen wie Mädchen.

Zum Thema Bildungschancen gehören auch folgende für das laufende Jahr geplante Maßnahmen: 

  • Ausweitung des Programms "Babys in die Bibliothek" (in Kooperation mit der AWO) auf sechs Stadtteile 
  • Fortsetzung der flächendeckenden Aktion für ErstklässlerInnen
  • Fortsetzung der systematischen Betreuung von Schulen 
  • Ausbau des Medienangebotes für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund und für nicht-deutschsprachige Erwachsene
  • Erweiterung des Medienangebotes für Jugendliche in der zentralen Stadtbibliothek

Außerdem ist 2010 geplant: 

  • Erweiterung der Öffnungszeiten in der zentralen Stadtbibliothek von 42 auf 45 Stunden pro Woche 
  • Vorbereitung zur Einführung von Selbstausleihe und -rückgabe in den Stadtbibliotheken 
  • Einrichtung einer Kinder- und Jugendbibliothek in der Südstadt
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