Kunst & Kultur
Schreibe einen Kommentar

KUBUS: Elementare Kraft

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Am Freitag, 21. Mai, hält Prof. Siegfried Neuenhausen, Hannover, in der Städtischen Galerie KUBUS von 16.30 bis 18 Uhr einen Bildvortrag über seine Arbeit mit PatientenkünstlerInnen aus den psychiatrischen Krankenhäusern in Wunstorf und Hamburg-Ochsenzoll aus den Jahren 1981 und 1982.
Es handelte sich um wegweisende Projekte, die Vorbild für Initiativen der Kunstförderung in Deutschland geworden sind und Anstöße für die Psychiatriereform, für Kunstwerkstätten und Ateliers gaben.

Neuenhausen hatte im Rahmen der Kunst am Bau in beiden Kliniken Wettbewerbe gewonnen und über zwei Jahre mit Menschen gearbeitet, die keinerlei bildnerische Erfahrung hatten. Sie schufen unter seiner Anleitung Werke, die sich heute in die Krankenhäuser organisch einfügen und im Park der KRH Psychiatrie Wunstorf fest zum Stadtbild gehören.
Dieses Projekt der Jahre 1981 und 1982 trug ebenso wie sein Projekt mit Gefangenen in Bremen 1979 und Hannover 1999 oder mit der Lebenshilfe in Braunschweig 1989 zur Förderung der sogenannten "art brut" bei, einer Kunst, die nicht von professionellen KünstlerInnen kommt, aber spontane und elementare Ausdruckskraft zeigt.

Der Kunstverein Hannover widmete diesen Bildhauerprojekten 1983 eine Ausstellung. 1992 erschien das Buch "Graben nach verschütteter Kreativität" bei der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, an der Professor Neuenhausen von 1964 bis 1996 gelehrt hat. Neuenhausen, geboren am 30. November 1931 in Dormagen, war von 1985 bis 1988 Vorsitzender des Deutschen Künstlerbundes. 1983 baute er im Stadtteil Hannover-Hainholz die "Alte Kornbrennerei" aus und wirkt dort bis heute mit BewohnerInnen des Stadtteils an öffentlichen Kunstprojekten. Er ist als Künstler international bekannt und im öffentlichen Raum in Niedersachsen präsent.

Neuenhausen ist Mitinitiator der Ausstellung "Elementarkräfte" in der Städtischen Galerie KUBUS der Landeshauptstadt Hannover, die noch bis zum 30. Mai läuft und das Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener KünstlerInnen in einem historischen Vergleich über 100 Jahre zeigt. Dort sind auch Werke aus den Projekten 1981 und 1982 zu sehen. Im Anschluss an den Bildvortrag lädt Neuenhausen die ZuhörerInnen zu einer Besichtigung der Ausstellung ein.

Die Ausstellung im KUBUS ist bis zum 30. Mai täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet, an Feiertagen bis 16 Uhr.
Theodor-Lessing-Platz 2, Tel. 05 11 / 1 68-4 57 90.

Das gemeinsam mit Prof. Dr. Andreas Spengler und Lothar Schlieckau gestaltete ehrenamtlich getragene Gesamtprojekt ist auf der Seite www.elementarkraefte.de dokumentiert.
Ein Katalog wird im Kubus angeboten oder kann beim Psychiatrie-Verlag Bonn bestellt werden.

Kategorie: Kunst & Kultur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.