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Paulus Böhmer zweiter Hölty-Preisträger in Hannover

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Der in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehene "Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover" geht an Paulus Böhmer für sein lyrisches Gesamtwerk.

In der Begründung der Jury heißt es: "Das in fast fünfzig Jahren geschaffene Werk von Paulus Böhmer steht einzigartig in der zeitgenössischen deutschen Literaturlandschaft, es findet sich nichts Vergleichbares. Dennoch oder vielleicht gerade auch deshalb ist der 1936 geborene Lyriker Paulus Böhmer bis heute ein Außenseiter der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur geblieben. Seine von den Rhythmen des Beat durchpulsten, epischen Gedichte summieren sich zu einem großen und gewaltigen Poem. Mit diesem grenzüberschreitenden Werk führt Paulus Böhmer die Tradition der bedeutenden Avantgardisten der Moderne fort. Als Schöpfer eines eigenen künstlerischen Universums steht er neben literarischen Geistesverwandten wie Walt Whitman, W.C. Williams, Ezra Pound und Alan Ginsberg. 'Was Böhmers Lyrik auszeichnet, sind ihre abenteuerlichen und souveränen Reisen ins Enzyklopädische…. Bisweilen geradezu apokalyptisch und ohne Scheu vor Pathos umkreisen seine Verse immer wieder Schmerz, Krankheit, Tod’ und gleichzeitig ist Böhmers literarischer Abgesang, ein Lobgesang auf das Leben.’ (Frankfurter Rundschau). Der Autor Thomas Hettche nennt Böhmers Gedichte nichts weniger als 'eine poetische Inventur der Welt’."

Der Hölty-Preis für Lyrik, der in diesem Jahr zum zweiten Mal – im September – verliehen wird, wird im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Stadt und der Sparkasse Hannover in Höhe von 20.000 Euro gestiftet und ist damit der höchstdotierteste Lyrikpreis im deutschsprachigem Raum. Die bedeutende Auszeichnung wird an eine lebende deutschsprachige Lyrikerin beziehungsweise einen Lyriker für ein lyrisches Gesamtwerk oder eine einzelne Veröffentlichung vergeben.

Den ersten Hölty-Preis erhielt der Lyriker Thomas Rosenlöcher im Jahr 2008.

Der Jury gehörten an: Cornelia Jentzsch, Kathrin Dittmer, Michael Braun, Dr. Michael Krüger und Prof. Dr. Martin Rector.

Die literarische Bedeutung seines Namensgebers Hölty steht für die enge Verbindung des Preises mit Stadt und Region.

Ludwig Christoph Heinrich Hölty (geboren am 21. Dezember 1748 im Kloster Mariensee bei Hannover, gestorben am 1. September 1776 in Hannover) ist von seinem künstlerischen Rang her einer der bedeutendsten deutschen Lyriker. Die Bedeutung beruht vor allem auf der Formenvielfalt, Eigenständigkeit und Stimmungs-Eindringlichkeit seiner etwa 140 Gedichte. Hölty ist neben den Brüdern Schlegel, Karl Philipp Moritz, Carl Sternheim und Kurt Schwitters der wichtigste mit der Stadt und der Region verbundene Dichter. Er verbrachte seine Kindheit und Schulzeit im Dorf Mariensee und die letzten Lebensjahre in Hannover, wo er, erst 28-jährig, 1776 starb.

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