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Ein Aufzug macht den Bogen

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Oberbürgermeister Stephan Weil und der für das Baumanagement und die Tourismusförderung zuständige Dezernent Hans Mönninghoff haben heute (27. April) den neuen Aufzug im Neuen Rathaus eingeweiht. Zukünftig wird der moderne Bogenaufzug BesucherInnen auf die Aussichtsplattform der Rathauskuppel in fast 98 Meter Höhe transportieren.
In der Vergangenheit hatten jährlich rund 100.000 Gäste vom Turm des Neuen Rathauses den unvergleichlichen Blick über die ganze Stadt und den nahen Maschsee genossen. Um auf die Rathauskuppel zu gelangen, mussten sie bislang den historischen, 97 Jahre alten Aufzug benutzen. Der Oldtimer wurde im vergangenen November in den Ruhestand verabschiedet.

Oberbürgermeister Stephan Weil zeigte sich  von dessen Nachfolger mit modernster Technik beeindruckt und erklärte: "Es ist wirklich hoch spannend mit dem supermodernen Bogenaufzug auf die Rathauskuppel zu fahren. Jetzt hat unser Rathaus eine noch größere Attraktion!"
Wie sein Vorgänger ist auch der neue Aufzug aufgrund seiner Fahrtroute weltweit einmalig, denn der Aufzug macht einen Bogen: Die Neigung des Fahrkorbes passt sich exakt der gebogenen Rathauskuppel an. Der Aufzugsschacht führt im Innern eines Gewölbepfeilers vom dritten Geschoss 48 Meter nach oben. Der Fahrkorb ändert seine Lage nach und nach um 17 Grad und versetzt sich dabei horizontal um rund acht Meter.
Der Aufzug wurde von der Firma Lutz Aufzugstechnik aus Hamburg entwickelt und gebaut.
Mit 0,8 Meter pro Sekunde ist  der Aufzug nicht nur etwas schneller als sein Vorgänger mit 0,6 Meter in der Sekunde.  Wer es etwas langsamer vorzieht, kann beim Aufzugführer um eine Schleichfahrt mit einer Geschwindigkeit von 0,1 Meter in der Sekunde bitten. Ein auf Knopfdruck durchsichtiger Kabinenboden gewährt Einblicke in den Aufzugschacht und das große Deckenfenster lässt die Gäste den Fahrtverlauf  hautnah verfolgen.
Bis auf die Halterungen im Fahrschacht wurden für den neuen Aufzug alle Teile der Anlage ersetzt. Auch ein ansprechendes  Retrodesign konnte umgesetzt werden. So erhielt der neue Aufzug eine ähnliche Kabinenfarbe wie der alte Aufzug.
Die um die Jahrhundertwende gebräuchlichen gefetteten Eichenholzschienen mit Lederlappenführungen, deren zäh werdendes Fett den Betrieb des Aufzuges in der kalten Jahreszeit verhinderte, wurden durch gebogene Stahlschienen mit trockenen Rollenführungen und eine moderne Sicherheitsbremse ersetzt. Der neue Kuppelaufzug kann nun ganzjährig gefahren werden. Gebremst wird der neue Aufzug durch elektronische Verringerung der Geschwindigkeit. Die Verbindung  zwischen dem Fahrkorb und der Steuerung wird per Funk hergestellt.  Auch ein sicheres Konzept für eventuelle Notrufe und Befreiungen wurde entwickelt.
Die per Hand zu öffnenden senkrechten Türen des Aufzuges wurden durch vollautomatische schräg gestellte Glastüren ersetzt. Die farbige grafische Darstellung mit Positionsleuchten und eine automatische Höhenanzeige ergänzen den modernen Aufzug.

Weitere technische Details:

Die gesamte Anlage ist wartungsarm konzipiert. So wurden  temperaturunempfindliche Kugellager verwendet. Zudem sind die Führungen öl- und fettfrei. Zwei Tragseile mit einer Zugfestigkeit von 18,5 Tonnen je Seil und einem Durchmesser von 16 Millimeter sind verzinkt, damit entfällt die Pflege gegen Korrosion. Die Wartung und Instandsetzungen von Verbindungskabeln zwischen Maschinenraum und Fahrkorb entfällt beim neuen Aufzug.

Technische Daten:
Förderhöhe: 41 Meter
Fahrstrecke gebogen: 43 Meter
Horizontalversatz: 8,3 Meter
Fahrkorbneigung: 17   Grad aus der Waagerechten
Fahrgeschwindigkeiten: 0,8 m/s (Standard), 0,1 m/s (Sightseeing-Modus)

Für das Projekt Aufzug hatte die Stadt dem Gebäudemanagement  1.005.000 Euro zur Verfügung gestellt. Diese Summe konnte um  155.000 Euro deutlich unterschritten werden.

Museumsreif
Teile des alten Aufzugs werden aufbereitet und sollen zukünftig im Historischen Museum ausgestellt werden. 

Bitte beachten:
Auf Grund der einzigartigen technischen  Konzeption des Bogenaufzuges sind anfangs Messungen und Einstellarbeiten auch während des laufenden Betriebes notwendig. Nach dem Dauerbetrieb am Eröffnungstag sind zwingend Einstell- und Messarbeiten erforderlich. Zudem müssen die MitarbeiterInnen der Hannover Tourismus GmbH und der Hausverwaltung des Rathauses in die Bedienung eingewiesen werden. Aus diesen Gründen sind Turmauffahrten am Montag (28.4.) und am Mittwoch (30.4.) erst ab 14 Uhr möglich.

Öffnungszeiten:
Der neue Kuppelaufzug wird in der Sommersaison bis 2. November 2008 montags bis freitags von 9.30 bis   18.30 Uhr und an Sonnabenden und Sonntagen von 10 bis 18.30 Uhr fahren. (Letzte Auffahrt jeweils um 18 Uhr) In der Wintersaison, 3. November bis  30. Dezember 2008, verkehrt der Aufzug täglich von 11 bis 16.30 Uhr. 

Tickets gibt es am Infostand der Hannover Tourismus GmbH im Rathausfoyer. Die Turmauffahrten kosten 2,50 Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder.

PM: Presseserver Hannover

 

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