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Städtische Hotline für ehemalige Heimkinder noch bis Ende September geschaltet

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Seit Anfang April unterhält die Stadt Hannover eine gebührenfreie Hotline und eine Internetseite für Menschen, die ihre Kindheit oder Jugend in den 50er und 60er Jahren in einem der städtischen Heime verbracht haben.

Unter der Nummer 0800-85 08 508 finden ehemalige Heimkinder AnsprechpartnerInnen, mit denen sie über ihre Erfahrungen sprechen und Fragen stellen können sowie Hinweise auf nichtstädtische Träger erhalten. Die Hotline bietet einen unbürokratischen Erstkontakt; montags bis freitags von 10 bis 20 Uhr stehen drei psychologisch und therapeutisch geschulte ehrenamtliche Fachkräfte – die unter Schweigepflicht stehen – zur Verfügung.

Rund 60 Telefonkontakte hat es bisher gegeben. Da die Hotline befristet bis Ende September geschaltet ist, ruft die Stadt Hannover erneut ehemalige Heimkinder auf sich zu melden.

Zusätzlich zu dem Angebt der Hotline gibt es die Internetseite www.heimkinder-hannover.de, auf der weitere Kontaktadressen und Links, Hinweise auf Aktivitäten der Stadt, anderer hannoverscher Einrichtungs-träger und des Landes Niedersachen zu finden sind. Dort werden auch die ehemaligen Heime beschrieben, die die Stadt selber in den 50er und 60er Jahren betrieben hat: Kinderheim Mecklenheide (betrieben bis 1965) Kinderheim Nordstern (bis 1994), Kinderheim Isernhagen (bis 1977), Kinderheim Gut Lohne (bis 1965), Rohdenhof (bis in die 90er Jahre, dann Fortführung in Wohngruppen).

Jahrzehnte lang war das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die in den 50er und 60er Jahren in Heimen gelebt haben, kein Thema öffentlichen Interesses. Ihr Schicksal war weitgehend unbeachtet; über die Verhältnisse – auch in kommunalen – Einrichtungen ist bis heute wenig bekannt. "Die Stadt möchte deshalb ihren Beitrag zur Aufklärung und Schicksalsbewältigung leisten", erklärt Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter.

Seit einigen Jahren fordern ehemalige HeimbewohnerInnen Gehör. Sie klagen Missstände der Fürsorgeerziehung in dieser Zeit an, berichten von missbräuchlichen Erziehungsmethoden und entwürdigenden Bestrafungen, unter denen viele der in den Heimen untergebrachten 14- bis 21-jährigen "Zöglinge" gelitten haben.

Auf Grundlage eines Ratsbeschlusses beteiligt sich die Stadt Hannover an der Aufarbeitung und gibt den Betroffenen Gelegenheit, sich zu artikulieren und mitzuwirken

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