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Stadtwerke sollen bei der Energiebeschaffung zusammenarbeiten

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Gemeinschaftsgründungen oder Einkaufsgenossenschaften angeregt.

Zukunft in der dezentralen Energieversorgung?

Plädoyers für breiten Energiemix.

Experten diskutieren beim enercity Energie Dialog auf der Hannover Messe.

Um bessere Chancen in der sicheren und wirtschaftlichen Beschaffung von Energie zu erhalten, haben sich Vertreter kommunaler Energieversorgungsunternehmen für eine engere Zusammenarbeit von Stadtwerken in Deutschland eingesetzt. Auf dem zum vierten Mal veranstalteten enercity Energie Dialog auf der Hannover Messe sprach sich Herbert Dombrowsky, Vorsitzender des Vorstands von N-ERGIE AG, Nürnberg, am Mittwoch für eine Stärkung der Beschaffung durch Gemeinschaftsgründungen der Versorger im Energiehandel aus. Michael Feist, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Hannover AG, empfahl in einem Thesenpapier die Gründung von Einkaufsgenossenschaften, um auf der Beschaffungsseite die Nachfragekraft kommunaler Versorger gegenüber großen Energieanbietern beziehungsweise Importeuren zu bündeln. Damit könnten bessere Konditionen und Wahlmöglichkeiten erreicht werden.

Insgesamt sprachen sich alle Redner, darunter der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der EnBW AG, Prof. Dr. Utz Claassen, der Zukunftsforscher Matthias Horx und Prof. Dr. Claudia Kemfert, vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin, für einen breiten Energiemix aus. Nur so könne Deutschland und Europa Abhängigkeiten und möglichen Energielücken entgehen. Vor rund 300 Teilnehmern wies Kemfert darauf hin, dass gerade auf der Hannover Messe zahlreiche neue Technologien ausgestellt würden, die künftig zur Sicherung der Energiebeschaffung beitrügen. So seien bereits Technologien in der Entwicklung, mit denen der Kohlendioxidausstoß bei großen Kohlekraftwerken sehr weitgehend neutralisiert werden könnte. Dieses spreche schon heute dafür, die Investitionen insbesondere in neue Kraftwerkparks rasch umzusetzen.

Claassen kritisierte in diesem Zusammenhang die vielfach lokalen Widerstände gegen die Neubauvorhaben sowie die schleppende Genehmigungspraxis. Wer einerseits aus der Atomkraft aussteigen wolle und andererseits die Kohlekraftwerke behindere, könne nicht Ernst genommen werden. Hirche forderte ebenfalls eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. „Aber auch beim Klimaschutz brauchen wir einen marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen“, sagte Hirche.  Künftig werde sich ohnehin ein breiter Energiemix herausbilden, da sich auch die Gesellschaften in Zukunft weiter ausdifferenzieren würden, trug Trendforscher Matthias Horx vor. Die Individualisierungsprozesse in den modernen Gesellschaften würden letztlich auch zu unterschiedlichsten dezentralen Energieversorgungseinrichtungen führen.

www.enercity.de

PM: Stadtwerke Hannover AG

 

Kategorie: Wirtschaft

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