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Oberbürgermeister Weil gibt „Startschuss“ für Europas größte Null-Emissionssiedlung

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"In Hannover-Wettbergen startet heute ein zukunftsweisendes einzigartiges Projekt: Hier entsteht Europas größte innovative Klimaschutzsiedlung für rund 300 Reihen- Doppel- und Einfamilienhäuser in Passivhausbauweise als Null-Emissionssiedlung. Neben Energieneutralität bietet sie sehr hohe Lebensqualität mit anspruchsvoll und großzügig geplanten Grünflächen und einem vorbildlichen Wasserkonzept. Mit dem Baugebiet ′zero: e park am Hirtenbach′ setzt Hannover erneut – nach der Expo Siedlung auf dem Kronsberg – Maßstäbe im Klima- und Umweltschutz", betonte Oberbürgermeister Stephan Weil beim heutigen (10. September) Start für die neue Siedlung.

Die Stadt hatte für das neue Wohngebiet einen bundesweit beachteten städtebaulichen Wettbewerb für eine optimierte Bauleitplanung durchgeführt. Auf dieser Basis hat sie dann als Partner für die detaillierte weitere Entwicklung und Erschließung die Wohnungsbaugesellschaft meravis Wohnungsbau- und Immobilien und die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) als Partner gewonnen. In einem konstruktiven langjährigen Prozess wurde das Baugebiet gemeinsam bis zur Vermarktungsreife entwickelt.

Als Gemeinschaftsprojekt werden die Baugrundstücke in dem 26 Hektar großen Baugebiet von Stadt, meravis und NLG vermarktet, die Koordination hat meravis übernommen. Die Preise für die erschlossenen Grundstücke werden sich je nach Lage innerhalb des Areals zwischen 200 und 250 Euro/Quadratmeter bewegen.

Als symbolischen ersten Spatenstich zum Vertriebsstart pflanzte Oberbürgermeister Weil gemeinsam mit den Partnern Matthias Herter, Geschäftsführer meravis, Thorsten Hiete, Geschäftsführer NLG, sowie Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff und Stadtbaurat Uwe Bodemann eine Hainbuche auf dem Baugelände.

Matthias Herter: "Wir sind dankbar, nach 14jähriger Entwicklungsarbeit in Stadt und NLG Partner gefunden zu haben, mit denen die letzte große Baulandreserve in Hannovers Westen nun gemeinsam im Sinne der Nachhaltigkeit baureif gemacht wird. Wer in zero:e investiert, legt für sich den Grundstein in zukunftsorientiertes und nachhaltiges Wohnen und sichert sich somit Stabilität im Immobilienwert."

Auch Thorsten Hiete zeigt sich erfreut: "Die Nachfrage nach Grundstücken in Passivhaussiedlungen zeigt uns, dass die aktuelle Klimaschutzdiskussion zu verantwortungsbewusstem und vorausschauendem Bauen führt. In Wettbergen wird ein Meilenstein gesetzt, der Beispiel für zukünftige Siedlungsentwicklung sein wird."

Hintergrundinformationen:

Für das ehrgeizige Projekt in Wettbergen hat der Rat der Stadt die optimalen Voraussetzungen geschaffen.

Erstmalig und beispielhaft wurden alle Möglichkeiten des Baurechtes ausgeschöpft, um den BauherrInnen optimale Voraussetzungen für den Bau besonders energiesparender Häuser zu bieten. So sollen die Gebäude in Passivhausbauweise durch Festlegung der Anzahl der Vollgeschosse möglichst kompakt sein und von der Sonne ohne Verschattung durch Nachbargebäude optimal erreicht werden. Innerhalb dieser Festlegung bleiben den BauherrInnen jedoch wesentliche Freiheiten für Gebäude- oder Dachformen, damit eine individuelle hochwertige Architektur verwirklicht werden kann. Außerdem lässt der Bebauungsplan unterschiedliche Bau- und Wohnformen zu. Neben konventionellen Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern können auch Hausgruppen und Mehrgenerationenhäuser gebaut werden. Die kleinen Wohnstraßen mit 11 bis 25 Wohneinheiten bieten die Chance, lebendige Nachbarschaften entstehen zu lassen. Grüne Einfriedungen und einheitliche Dachfarben fördern die Identität des neuen Quartiers.

Da die Häuser im energiesparenden Passivhausstandard errichtet werden, kann jede/r BauherrIn Passivhaus-Zuschüsse des enercity-Fonds proKlima in Anspruch nehmen. Daneben entwickelt proKlima gerade gemeinsam mit dem Passivhaus-Institut aus Darmstadt die geeigneten Anforderungen für einen Passivhaus-Verbrauchermarkt, der ebenfalls im neuen Baugebiet errichtet wird.

Ziel der städtebaulichen Planung war es, den CO2-Ausstoß für Heizung und Haushaltsstrom soweit wie möglich zu minimieren, sodass lediglich noch unvermeidbare CO2-Emissionen durch regenerative Energieerzeugungsanlagen kompensiert werden müssen. So wird das Warmwasser für die Häuser selbstverständlich über Sonnenkollektoren auf den Hausdächern produziert. Durch die optimalen Planungsvorgaben werden Häuser mit z. B. 130 bis 160 Quadratmeter Wohnfläche noch einen Rest-Heizenergiebedarf von 1.600 kW/Jahr haben, was bei einem 130-Quadratmeter-Haus nur 160 Liter Heizöl pro Jahr entspricht. Dies ist 85 Prozent weniger als bei gleich großen Häusern, die heute nach dem gesetzlich geforderten Standard gebaut werden.

Der Restheizenergiebedarf und der außerdem noch benötigte "Haushaltsstrom" für die Häuser soll klimaneutral über die Reaktivierung der aufgegebenen Wasserkraftanlage Döhrener Wolle gedeckt werden. Dies ist ebenso wie die Verpflichtungen zur Passivhausbauweise und Solaranlage über einen städtebaulichen Vertrag mit den Projektpartnern Meravis und NLG geregelt. Zusätzlich zum zukunftsweisenden Energiekonzept wird die direkt an ein Landschaftsschutzgebiet grenzende Siedlung besonders hochwertige Freiflächen mit großzügigen Grünzügen und ein optimales Wasserkonzept haben. Das Regenwasser wird in so genannten Mulden-Rigolen ortsnah versickert, sodass genauso viel Wasser abfließt wie bisher. Eine zusätzliche Belastung des Hirtenbachs wird damit auch bei starken Regenfällen vermieden.

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