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Bundesagentur streicht Chancen für Schwache

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Schulabbrecher, Alleinerziehende, Langzeitarbeitslose – bislang wurden viele dieser Menschen in besonderen Projekten durch die JobCenter in der Region Hannover gefördert, bezahlt als  sogenannte „sonstige weiteren Leistungen“. Jetzt hat die Agentur für Arbeit mit einer Geschäftsanweisung den JobCentern untersagt, diese Mittel weiter für die Förderung von Projekten einzusetzen. „Die Folgen dieser Entscheidung sind aus regionaler Sicht katastrophal“, sagt Regionspräsident Hauke Jagau. „Das trifft viele Benachteiligte, die nur dank dieser Projekte eine Chance haben, wieder in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. In diesen Projekten erhalten sie die individuelle Förderung, die sie benötigen.“ In einem Brief an den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Olaf Scholz, hat der Regionspräsident die Entscheidung scharf kritisiert: „Projekte, die mit großer Mühe und in hoher gemeinsamer Abstimmung mit der Arbeitsagentur und dem JobCenter aufgebaut wurden, sollen künftig nicht mehr durchgeführt werden.“ In der Region Hannover seien davon rund 3000 Menschen betroffen. „Das ist empörend“, stellt Jagau fest.

Zu den Projekten, die durch die Entscheidung infrage gestellt werden, gehören zum Beispiel die Ausbildungslotsen, die in der Stadt Garbsen Haupt- und Realschülern beim Sprung ins Berufsleben helfen. Auch die betriebliche Ausbildungskooperation im Gastronomiebereich fällt weg: Zwölf junge Menschen erhalten, unterstützt von der gemeinnützigen Pro Beruf GmbH, die Chance, eine Ausbildung zum Koch oder zur Hauswirtschafterin zu machen, nachdem sie im herkömmlichen Ausbildungssystem gescheitert waren. Auch die Pro-Aktiv-Center (Pace), die erst im vergangenen Jahr als Anlaufstelle für junge Menschen mit Problemen beim Berufseinstieg gegründet wurden, stehen auf der Kippe. Gleiches gilt für das seit Jahren erfolgreich praktizierte Modell „SINA“ in dem allein erziehende junge Mütter in Teilzeit eine Berufsausbildung absolvieren.

„Die Arbeitsgemeinschaften verlieren ein bewährtes und unverzichtbares Instrument zur Schaffung zielorientierter Angebote“, sagt Jagau. Dem Argument der Bundesagentur für Arbeit, das Instrument der Projektförderung habe sich nicht bewährt und könne durch andere Instrumente ersetzt werden, widerspricht er entschieden. „Das ist hier nicht der Fall.“ Es sei ein großes Spektrum an zusätzlichen Hilfsangeboten für hilfsbedürftige Menschen geschaffen worden. „Die JobCenter müssen auch zukünftig ihre Fördermittel so einsetzen können, dass für die Betroffenen passgenaue Hilfen vorhanden sind“, sagt der Regionspräsident.

PM: Region Hannover

 

Kategorie: Politik

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