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Prognose: Hannover wächst in 20 Jahren auf mehr als 550.000 Einwohner

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Die Bevölkerung in der Landeshauptstadt Hannover wächst in den kommenden 20 Jahren so stark wie in kaum einer anderen Stadt in Niedersachsen. Zu diesem Ergebnis kommen die Statistiker des Landes in ihrer jüngsten Prognose. Während landesweit die Einwohnerzahl schrumpft, legt Hannover bis 2031 um gut sechs Prozent von rund 520.000 auf 552.000 zu. Das sind 32.000 BürgerInnen mehr. Damit stellt der Landesbetrieb für Statistik erstmals seit langem für Hannover wieder eine positive Bevölkerungsentwicklung in Aussicht.

Vor zehn Jahren sagten die Experten noch einen drastischen Rückgang um 30.000 bis zum Jahr 2021 voraus, vor fünf Jahren lag das geschätzte Minus bis 2021 noch bei 5.000. Nun hebt sich Hannover stark vom Landestrend ab. Für Niedersachsen gehen die Statistiker binnen zwei Jahrzehnten von einem Rückgang um 500.000 auf 7,4 Millionen EinwohnerInnen aus. Auch für Hannovers Umland wird eine ähnliche Entwicklung erwartet. Für die gesamte Region Hannover bleibt jedoch die Einwohnerzahl mit 1,12 Millionen dank des Zuwachses im Stadtgebiet nahezu stabil.

"Wir freuen uns über die neueste Bevölkerungsprognose. Sie bestätigt die Trendwende der vergangenen Jahre mit wieder steigender Einwohnerzahl", sagte Oberbürgermeister Stephan Weil. "Hannover investiert trotz knapper Finanzen viel, um die Landeshauptstadt     attraktiv zu machen, gerade auch für junge Familien. Hannover hat eine hohe Lebensqualität, ist ein starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort und hat in Kultur ebenso wie im Sport viel zu bieten. Der Aufwärtstrend bestätigt diese Strategie."

Der Oberbürgermeister sieht die positive Prognose zugleich als Herausforderung. "Wir werden uns weiterhin anstrengen müssen, damit sie auch tatsächlich eintritt. Um im regionalen, aber auch im überregionalen Wettbewerb der Städte in den nächsten Jahren zu bestehen, müssen wir weiterhin investieren und unser Niveau halten und möglichst ausbauen: Bei den Kitas, bei den Schulen, bei der Integration, bei der Wirtschaftsförderung. Die aktuelle Prognose aber zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg", stellte Weil fest.

Vielfältige Ursachen

Der Bevölkerungszuwachs in Hannover zeichnet sich seit fünf Jahren ab und hat aus Sicht der Stadtverwaltung vielfältige Ursachen. Von 2005 bis 2009 legte die Landeshauptstadt um 5.000 EinwohnerInnen zu. Dabei ging die jahrelang starke Abwanderung aus der Stadt ins Umland spürbar zurück. Vor allem junge Familien entscheiden sich zunehmend, in Hannover zu bleiben oder hierher zu ziehen. Dies lässt sich auch am wachsenden Bedarf für Kindertagesstätten ablesen. Ebenso absolvieren in Hannover inzwischen viele junge Menschen aus Sachsen-Anhalt und anderen ostdeutschen Ländern ihre Ausbildung. Gut angenommen wird die "Hausmarke" für Studierende – ein Angebot mit zahlreichen Vergünstigungen bei Anmeldung des Erstwohnsitzes.
 
Der kürzlich veröffentlichte Lagebericht zur Stadtentwicklung (Stand 2009) verweist auf die im Bundesvergleich günstigen Lebenshaltungskosten, wie etwa bei Mieten in Neubaugebieten. Hannover ist auch die Stadt mit dem höchsten Anteil an Grünfläche pro EinwohnerIn, verfügt über eine gute Infrastruktur für alle Verkehrsmittel und hat das Profil als Einkaufsstadt in den vergangenen Jahren noch einmal deutlich verbessert.

Die Prognose des "Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen" (LSKN) basiert auf den Bevölkerungsvoraussagen des Bundesamtes für Statistik. Ausgegangen wird dabei von einer konstanten Geburtenrate, steigender Lebenserwartung und ab 2014 einer jährlichen Zuwanderung von bundesweit etwa 100.000 Menschen aus dem Ausland.  

Der Niedersachsen-Prognose zufolge werden neben Hannover auch Braunschweig und Oldenburg (jeweils plus fünf Prozent) zulegen, dagegen schrumpfen Städte wie Osnabrück (minus drei Prozent), Wolfsburg (minus 14 Prozent) und besonders stark Salzgitter (fast minus 30 Prozent). Einen deutlich höheren Bevölkerungsanstieg als in der Landeshauptstadt wird landesweit lediglich in den Landkreisen Vechta und Cloppenburg erwartet.

Weitere Informationen:
www.lskn.niedersachsen.de

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