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Stadtbibliothek Hannover zieht positive Bilanz für 2010

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Die Stadtbibliothek Hannover war auch 2010 ein Besuchermagnet: Mit 1,53 Millionen Besuchen wurde das hervorragende Vorjahresergebnis um noch einmal 10.000 gesteigert. Die Zahl der Entleihungen lag mit 4,09 Millionen auf konstant hohem Niveau.

59.824 Personen haben ihre Bibliothekskarte aktiv genutzt, um ein Medium auszuleihen, das entspricht fast der Zahl von 2009. Steigerungen um jeweils plus zwei Prozent gab es bei Kindern bis zwölf Jahre und bei Menschen über 60. Am lesestärksten sind die Zehn- bis Elfjährigen, die 2010 zu 55 Prozent eine Bibliothekskarte genutzt haben, bei den Mädchen allein sogar zu 60 Prozent. Bei den Jugendlichen ist es gelungen, LeserInnen zu halten und im Alter von 17 bis 18 Jahren neu zu gewinnen. "Das sind beeindruckende Zahlen, die belegen, dass die Stadtbibliothek Hannover ihre Angebote kontinuierlich an die Bildungs- und Freizeitinteressen der Kinder und Jugendlichen anpasst. In Hannover klappt das Lesen immer besser", so Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann.

Die zentrale Stadtbibliothek hat im April 2010 ihre Öffnungszeiten erweitert und wird zunehmend von Jugendlichen als Lern- und Arbeitsort genutzt.

Aus Reichweitenuntersuchungen ist bekannt, dass mit einer Bibliothekskarte für mehrere Personen (im Schnitt zwei bis drei) Medien entliehen werden. Darüber hinaus nutzen viele regelmäßige BesucherInnen die Internetzugänge, lesen also online, leihen aber nicht aus. Auf Grundlage der Besuchszahlen geht die Stadtbibliothek davon aus, dass sie mindestens 30 Prozent der Bevölkerung Hannovers erreicht. Auf dieser Basis war 2010 jede/r HannoveranerIn drei Mal in einer Einrichtung der Stadtbibliothek Hannover und hat acht Medien entliehen.

Der Medienbestand ist aktueller und vielfältiger geworden. 2010 konnten knapp 81.000 neue Medien erworben werden, 84.000 wurden wegen Veralterung oder Verschleiß ausgesondert. Die Erneuerungsquote liegt bei 9,1 Prozent.

Im vergangenen Jahr haben 3.070 Bibliotheksführungen stattgefunden, darunter 890 für Kindertagesstätten, 781 für Grundschulklassen, 1.065 für weiterführende Schulen und 330 für Erwachsenengruppen einschließlich 90 Interneteinführungen.

Partnerschaften und Veranstaltungen

Die Bibliothek geht seit einigen Jahren neue Wege mit verschiedenen Partnern der Sprach- und Leseförderung. Neben der Jugendbuchausstellung, die jährlich Anfang November stattfindet und danach in verschiedenen Schulen – betreut durch eine Stadtteilbibliothek – gezeigt wird und der Beteiligung am bundesweiten Vorlesetag, wird seit drei Jahren Ende Januar mit verschiedenen Kooperationspartnern ein Bilderbuch-Sonntag veranstaltet. In sechs Stadtteilbibliotheken (ab 2011 in zwei weiteren) gibt es unter dem Motto "Babys in die Bibliothek" ein Leseförderungsprogramm für die Kleinsten und ihre Eltern. Im Projekt Lesementoring unterstützen Jugendliche als LesementorInnen GrundschülerInnen bei der Verbesserung ihrer Lesekompetenz. Dieses Format auch im Rahmen der offenen Ganztagsgrundschule umzusetzen, ist eine Aufgabe für 2011.

Die Einrichtungen der Stadtbibliothek sind Partner und Orte der kulturellen Bildung für alle Altersgruppen: Für Jugendliche und Erwachsene wurden in den Stadtteilen und in der Zentrale Autorenlesungen oder Vortragsveranstaltungen angeboten, meist zusammen mit langjährigen Partnern. Besonders erfolgreich waren die Herbstlesungen in Kleefeld sowie die neuen Reihen "Musik im Wort" und "Erfahren, woher wir kommen" zu den Grundschriften der europäischen Literatur mit Hanjo Kesting.
 
Zusammenarbeit mit Schulen

Seit drei Jahren besuchen die MitarbeiterInnen alle ersten Schulklassen und überreichen den Kindern ein Buchpräsent, das sie und ihre Eltern auf die Stadtbibliothek aufmerksam machen soll. Mit den LehrerInnen werden Gegenbesuche in der Bibliothek vereinbart, so dass alle Kinder in Hannover wenigstens einmal eine Stadtbibliothek von innen gesehen haben. Die LehrerInnen werden unterstützt mit Lektüre in Klassensatzstärke, durch thematische Handapparate oder didaktisches Material: 1.105 Klassensätze und 759 Handapparate aus zentralen Beständen wurden 2010 an die Schulen ausgeliehen. In 43 Schulungsveranstaltungen wurden SchülerInnen auf das Schreiben von Facharbeiten vorbereitet. In 750 zum Teil mehrsprachigen Bilderbuchkino-Veranstaltungen, rund 100 Vorlesestunden und 55 Autorenlesungen konnten Kinder in eine Geschichte eintauchen.

Für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Grundschule Alemannstraße und der Stadtteilbibliothek Vahrenwald erhielt die Grundschule 2010 das "Hannoversche Lesezeichen", den Preis der "Freunde der Stadtbibliothek Hannover" für besonders engagierte schulische Leseförderung.

Ausblick

Die Aufenthaltsqualität der Einrichtungen zu verbessern, bleibt eine große Aufgabe der nächsten Jahre. Dass gerade für Jugendliche attraktive Angebote und Räume geschaffen werden müssen, zeigt der Erfolg des 2007 eingerichteten Jugendbereichs in Mühlenberg, zeigt aber auch die große Nachfrage in der zentralen Stadtbibliothek nach Jugendromanen. Solche Jugendbereiche wird die Bibliothek vorbehaltlich des Ratsbeschlusses zum Haushalt 2011 auch an zwei weiteren Standorten einrichten können.

Die seit 2009 bestehende Möglichkeit, elektronische Medien auszuleihen, wird für weitere Plattformen, wie zum Beispiel iPad und iPhone, ermöglicht.

Im Zuge der Modernisierung der Stadtbibliothek Hannover werden verbesserte Selbstbedienungsfunktionen mit Selbstverbuchung und Selbstrückgabe eingeführt (Rückgabe in der Zentrale künftig rund um die Uhr), einheitliche Serviceplätze eingerichtet (Aufhebung der Trennung von Leihstelle und Auskunft) sowie bauliche Veränderungen stattfinden. Gestartet wird in der Zentrale. Für 2011 sind Umrüstungen in der Südstadt, der List, in Badenstedt und Bothfeld geplant. Bis Ende 2013 sollen die Umstellungen in allen Einrichtungen abgeschlossen sein.

Voraussichtlich 2013 wird auch die bereits 2004 beschlossene Zusammenlegung der beiden Lindener Bibliotheken im dann sanierten Lindener Rathaus erfolgen – räumlich, von der Ausstattung her und in Bezug auf die Kooperationsmöglichkeiten mit der VHS und dem Selbstlernzentrum im gleichen Haus ein Gewinn für den Stadtteil. Beide Lindener Bibliotheken feiern 2011 Jubiläum: 75 Jahre alt wird die Bibliothek im Rathaus, 50 Jahre alt wurde im Januar die Stadtteilbibliothek Limmerstraße. Im Zusammenhang mit der Sanierung des Raschplatz-Pavillons wird voraussichtlich im Sommer auch die Oststadtbibliothek im Gebäude verlagert.

Für alle ZeitungsleserInnen erwirbt die zentrale Stadtbibliothek die Lizenz einer Zeitungsdatenbank, die vor allem zahlreiche fremdsprachige Zeitungen bietet. An zwei PC-Arbeitsplätzen mit großem Bildschirm können künftig 700 aktuelle internationale Zeitungen gelesen werden, darunter die New York Times und die Washington Post. Damit wird das mehr als 40 Tageszeitungen umfassende Print-Angebot deutlich erweitert.

In der Zentrale ist eine Erweiterung der Reichweite des kostenlos über ein Ticketsystem zu nutzenden WLAN-Netzes vorgesehen, und nach der neuen Kinder- und Jugendbibliothek Südstadt wird auch die Jugend- und Stadtteilbibliothek List WLAN-Zugänge erhalten.

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