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Eltern auf Probe in der Ludwig-Windthorst-Schule

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Wenn im Matheunterricht das Baby zweimal schreit ….

Es schreit, muss gefüttert, gewickelt und ins Bett gebracht werden. Alleingelassen werden kann es nicht. Ein Baby bedeutet Glück, aber auch Verantwortung. Wie sich diese auf den eigenen Alltag auswirkt, erfahren Schüler und Schülerinnen der Klassen 10 der Realschule an der Ludwig-Windthorst-Schule konkret: Der (Schul-)alltag ist auf einmal anders: Gemeinsam mit der Katholischen Familienbildungsstätte wird das Projekt „Eltern auf Probe" durchgeführt Drei Tage und zwei Nächte können Schüler und Schülerinnen erleben, was es bedeutet, rund um die Uhr verantwortlich für ein "eigenes Baby", den Babysimulator, zu sein. Der Babysimulator gibt realistisch den Tagesablauf eines 4-6 Wochen alten Säuglings wieder. Er muss gefüttert, gewickelt und beruhigt werden. Er gibt glückliche, zufriedene Laute von sich, schläft und schreit. Er reagiert auf gute Versorgung, falsche Positionierung, fehlende Unterstützung beim empfindlichen Nacken, grobe Behandlung und Gewalt.

Je 10 Schülerinnen und Schüler nehmen das „Baby" mit nach Hause, versorgen, pflegen es, finden heraus, warum es schreit und nehmen es im Kinderwagen oder Tragetuch mit, wenn sie unterwegs sind. Sie müssen anders planen, angefangen von dem Anfertigen der Hausaufgaben bis zu Verabredungen in Sportvereinen, sie können sich nicht mit Freunden treffen und oft auch keine Nacht durchschlafen. Unterstützt werden sie dabei von ihren Lehrkräften. Die Ziele sind dabei vielfältig. Sie sollen sich mit der eigenen Lebensplanung auseinandersetzen, Kindesvernachlässigungen sowie Misshandlungen soll präventiv vorgebeugt werden.Auch „Matheaufgaben" gehören zum Programm: Die Schüler errechnen, welche Kosten ein Kind „verursacht" und was beispielsweise für Windeln ausgegeben werden muss.

Mit Hilfe von Sensoren wird die Behandlung des Babysimulators gespeichert, sodass eine realistische Auswertung am Ende des Projektes möglich ist. Es wird aufgezeichnet, wann sie das Baby füttern und wickeln, ob sie es trösten, wiegen und streicheln. Die Jugendlichen erhalten für die Dauer des Projektes ein nicht abnehmbares Armband mit integriertem Identifikationschip, anhand dessen "ihr Baby" sie erkennt.

Der „Stundenplan" einer Babywoche

  1. Tag 3. Std.: Kurze Information

  2. Tag: 1.-2. Std.: „Geburt" Übergabe mit Geburtsurkunde)/3.-4. Std.: Einführung in die Säuglingspflege (Referentin Fabi)/5.-6.Std.: „normaler" Unterricht

  1. Tag:0.-1. Std.: WPK/2. Std.: Reflexion der Nacht, Neuprogrammierung /3.-5. Std.: „Was kosten Kinder?" – Einkauf (Referentin Fabi)/6.Std.: „normaler" Unterricht

  1. Tag: 1. Std.: Gemeinsames Frühstück – Reflexion der Nacht/2.-3. Std.: Meine Rolle als Mutter / Vater und die Gefahren der Überforderung (Referentin Fabi)/4.Std.: Auswertung des Projektes (

Begleitend: Bücherkiste, Projekttagebuch

Infos über die Schule: www.ludwig-windthorst-schule.de.

Kategorie: Familien

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