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Elektroroller sind praxistauglich und machen Spaß

Die Erfahrungen der ersten Testgruppe beim Elektrorollertest von enercity

In den nächsten Tagen wird die zweite Testgruppe ihren zehnwöchigen Einsatz der von enercity bereit gestellten Elektroroller starten. Ein Zwischenbericht mit Erfahrungen aus der ersten Runde macht schon mal Appetit auf die kommende E-Roller-Saison. Bewerbungen für die im Juni bzw. September 2011 fällige dritte und vierte Runde sind weiterhin möglich.

Im Herbst 2010 sammelte eine erste Gruppe mehrwöchige Erfahrungen mit den zehn enercity-Elektrorollern. Es waren sowohl private Nutzer als auch Firmen, wie die Gundlach Bau GmbH oder die üstra AG, die den E-Roller mit mehreren Personen gemeinsam nutzten. Bereits diese erste Auswertung zeigt die Praxistauglichkeit der E-Roller im Stadtverkehr auf (siehe Zwischenbericht). Das Fahren mit den E-Rollern zauberte den Testern meist ein Lächeln ins Gesicht.

Auf den Punkt brachte es Jörg B. aus Langenhagen: „Am liebsten, würde ich mich gleich für die nächste Runde bewerben, doch ich möchte niemanden die Chance nehmen, ebenfalls in den Genuss zu kommen für zehn Wochen einen solchen Fahrspaß zu erleben. Vielleicht mit etwas wärmeren Temperaturen und mehr Sonne, aber auch im Herbst machte es noch Spaß lautlos durch die Straßen zu fahren. Meine schönsten Erlebnisse waren meist an der Ampel. An eine rote Ampel rangerollt, schauten andere Roller-, Moped- oder auch Fahrradfahrer einen mitleidig an, nach dem Motto: Na, abgewürgt?". Die Ampel wird grün und bevor mein Nachbar den Gang einlegt hat, bin ich lautlos verschwunden! Das Fahrverhalten des E-Rollers ist nicht anders als eines Benziners, doch er riecht nicht und ich kann mich mit dem Sozius in normaler Lautstärke unterhalten, was ich als sehr angenehm empfand. Für mich ist der E-Roller eine ernsthafte Alternative zum Auto, für den Weg zur Arbeit und in die Stadt."

Im Jahr 2011 werden mindestens weitere 30 Personen in drei Wellen die enercity-Elektroroller testen können. Die nächste Gruppe rollt ab März 2011. Interessierte Kunden können sich unter www.enercity.de/emobility noch für die dritte und vierte Runde bewerben. Die ausgewählten Tester werden jeweils circa drei Wochen vor der Testrunde benachrichtigt.

Wer nicht zum Zuge kommt, aber spontan einen E-Roller (oder ein E-Fahrrad/ Pedelec) ausprobieren möchte, kann auch bei einem der über 20 Roller- oder Radhändler nachfragen, die bei der enercity-Förderprämie bei Bezug von Umweltstrom für E-Zweiräder mitwirken, Dort sind häufig kurz Probefahrten möglich (Händlerliste ebenso unter www.enercity.de/emobility einsehbar – Rubrik „Förderprämie").

Zwischenbericht zu den Erfahrungen der ersten Testgruppe

Interesse und Motivationslage:
Die Mehrheit der Tester war an der Alltagstauglichkeit der E-Roller und praktischen Erfahrungen mit dem Elektro-Antrieb interessiert. Viele wollten wissen, ob der geringe Energieverbrauch wirklich zutrifft oder ob die Verfügbarkeit zuverlässig und die Technik ausgereift sind. Aber einfach nur zu spüren, wie sich Elektromobilität anfühlt („Look and feel"), war auch eine wichtige Motivation. Die Nicht-Zweiradfahrer unter den Testern wollten hingegen überhaupt mal das (E-)Rollern testen.

Verkehrswege und Tagesstrecken:
Die E-Roller wurden etwas häufiger zum Pendeln auf dem Arbeitsweg als im Freizeitverkehr eingesetzt. Von den Firmen, die den E-Roller mit mehreren Personen testeten (v.a. üstra und Gundlach-Bau), ist der E-Roller auch sehr häufig für – zum Teil längere – Dienstfahrten herangezogen worden. Die zurückgelegten Tagesstrecken wiesen insbesondere bei den Firmen eine große Bandbreite zwischen 5 und 25 Kilometer täglich auf. Die privaten Nutzer fuhren durchschnittlich 12 Kilometer. Lediglich ein Tester, der in Langenhagen wohnte, gab deutlich höhere Tagesstrecken für Fahrten nach Hannover an (arbeitet aber in Langenhagen). Die Gesamtlaufleistung der einzelnen E-Roller über den gut zehnwöchigen Testzeitraum betrachtet zeigte deutliche Unterschiede. Sie lag zwischen gut 200 und fast 900 Kilometern.

Stellplätze und Ladeverhalten:
Die Mehrzahl der Tester brachte den E-Roller zum Laden zu einem eigenen Garagenplatz. Bei Innenstadtbewohnern wurde auch das Laden vor dem Haus oder im Hinterhof praktiziert (zum Beispiel durch Verlängerungskabel aus dem Kellerfenster). Die Firmennutzer hatten die Gelegenheit, auf dem Betriebsgelände zu laden. Die überwiegende Mehrheit der E-Roller-Tester lud ihren Roller alle zwei bis drei Tage oder sogar seltener. Lediglich die Firmennutzer luden jeden Tag und auch zwischendurch, da bei mehreren und häufigeren Nutzungen während eines Tages eine stets volle Ladung gewährleistet sein muss.

Positive Erfahrungen und Vorteile:
Am meisten gefiel den Testern das schadstoffarme und leise, fast geräuschlose Fahren („gerade auf ruhigen Strecken"). Sie genossen das einfache Aufsteigen und losfahren, ohne dass der Elektroantrieb weiter auffällt. Viele betonten die Dank der E-Roller hervorragende Mobilität in der Stadt und dass sich so auch mal weitere Strecken schneller als mit dem Fahrrad und dennoch umweltfreundlich zurücklegen lassen. Als vorteilhaft wurde auch das günstige, einfache und bequeme Tanken gesehen. Die gute Beschleunigung und das spritzige Fahrverhalten der E-Roller bereiteten vielen Testern großen Spaß. Ebenso, dass Elektromobilität das rege Interesse anderer Verkehrsteilnehmer weckte. Die unkomplizierte Möglichkeit, sich einen gründlichen Eindruck zu verschaffen, kam sehr gut an.
Als Vorteil der E-Roller wurde besonders häufig die dadurch ermöglichte emissionsfreie und kostengünstige Mobilität genannt. Es gab den Teilnehmern ein im Kern „gutes Gefühl". Die Mehrheit der enercity-Tester bescheinigten dem E-Roller eine ausreichende Kilometerleistung mit einer Ladung. Er wurde als optimales Zweitfahrzeug gesehen, dass sich sehr gut und problemlos im Stadtverkehr nutzen ließ. Die E-Roller ermöglichten, das Auto öfter stehen zu lassen sowie bei längeren Strecken bequemer und schneller als mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Probleme im Verkehr und mit der Technik:
Als ausdrücklich unangenehm oder negativ empfand fast keiner der Tester etwas, die positive Erfahrung herrschte vor. Einige, insbesondere Firmennutzer nannten die fehlende Proportionalität bzw. Ungenauigkeit der Ladestandsanzeige gegen Ende der Füllmenge, was Unsicherheiten bezüglich der noch leistbaren Reichweite aufkommen ließ. Auch wurde von Firmennutzern das Zweiradoutfit mit Helm und Sicherheitskleidung bei Kundenbesuchen als unpassend eingestuft. Die für Fußgänger ungewohnten lautlosen und doch schnellen Begegnungen führten hin und wieder zu „Schrecksekunden" bei Begegnungen im Verkehr. Lediglich eine bisherige Nicht-Zweiradfahrerin konnte dem Rollerfahren an sich letztendlich wenig abgewinnen, da sie es als zu gefährlich empfand und das Zweirad für Familienzwecke unbrauchbar war (Kind abholen, Einkaufsfahrten). Diese Nutzerin wartet mit Spannung auf brauchbare Elektroautos.
Mit der Nutzung der E-Roller selbst hatten die Tester keine Probleme. Die Technik war grundsätzlich zuverlässig und die E-Roller fuhren ohne Probleme. Ungenauigkeit der Ladeanzeige und nicht nachvollziehbare Anzeigen im Display fielen zwar auf, aber schränkten in kaum einem Fall die Fahrt ein. Einmal musste nach einer längeren Fahrt zur Steckdose geschoben werden. Auch kleinere Handhabungsmängel zum Lenkrad- und Gepäckfachschloss oder Probleme bei Verstauen des Ladekabels wurden hin und wieder angeführt. Sehr bedauert wurde lediglich, dass öfters nicht geeignetes Wetter im Herbst und der am Ende der ersten Testphase 2010 der extrem hereinbrechende Winter die Fahrten vereitelten.

Interesse an eigenem E-Roller:
Fast alle der enercity-Tester würden weiter Roller fahren und sich einen E-Roller beschaffen. Die Angaben zu Mehrkosten, die beim Kauf für ein Elektrofahrzeug akzeptabel wären, sind breit gestreut. Sie sind gleichmäßig verteilt auf bis zu 10, 20 oder auch 30 Prozent. Für alle, die im privaten Haushalt laden, wäre der Bezug von emissionsfreiem Ökostrom wichtig. Bei der Firmennutzung wurde dies aufgrund bestehender Bezugsverträge als schwierig gestaltbar eingeschätzt.

www.enercity.de

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