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Neugestaltung der Gedenkstätte Ahlem: Sieger des Architektenwettbewerbs kommen aus Hannover

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1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Ahrens Grabenhorst Architekten

1. Preis: Arbeitsgemeinschaft
Ahrens Grabenhorst Architekten

Regionspräsident Hauke Jagau hat heute (Dienstag, 22. März) die Entscheidung im Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover bekannt gegeben: Das Preisgericht unter dem Vorsitz des Braunschweiger Architekten Hartmut Rüdiger erkannte dem Entwurf der Arbeitsgemeinschaft Ahrens Grabenhorst Architekten, IKON Ausstellungsgestaltung und Landschaftsarchitekt Marcus Cordes, alle drei aus Hannover, den mit 7.500 Euro dotierten 1. Preis zu.

Der Entscheidung waren ausführliche Beratungen zu den insgesamt 14 eingereichten Wettbewerbsbeiträgen vorausgegangen. Die Jury, der neben dem Regionspräsidenten auch der hannoversche Baudezernent Uwe Bodemann sowie weitere Fachleute und Politiker angehörten, traf mit Mehrheitsbeschluss die Empfehlung an den Auslober des Wettbewerbs, die Region Hannover, die mit dem 1. Preis ausgezeichnete Arbeit zur Grundlage der weiteren Bearbeitung zu machen. Alle Wettbewerbsbeiträge werden noch bis zum 08. April in der „Galerie" des Regionshauses, Hildesheimer Str. 20, ausgestellt. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr.

Im November letzten Jahres hatte die Region Hannover die Neugestaltung der Gedenkstätte Ahlem ausgeschrieben. Der Wettbewerb gliederte sich in die Bereiche Ausstellungsgestaltung und Sanierung beziehungsweise Ausbau des denkmalgeschützten Direktorenhauses der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule Ahlem. Ziel der Neukonzeption ist es, die Gedenkstätte – mit einem Raumprogramm von ca. 900 Quadratmetern – zu einem zentralen Informationszentrum über die nationalsozialistische Verfolgung von Juden sowie von Sinti und Roma in der Region Hannover auszubauen. Zugleich soll an die Gartenbauschule als Ort jüdischen Lebens, Lernens und Arbeitens erinnert werden. Für die Realisierung hat die Region Hannover einen Gesamtkostenrahmen von 2,5 Millionen Euro vorgegeben.

Der Siegerentwurf des hannoverschen Teams um die Architekten Roger Ahrens und Prof. Gesche Grabenhorst sieht ein neues, zentrales Eingangsgebäude vor. Als verbindendes  Ordnungselement soll eine Wegachse parallel zur Heisterbergallee angelegt werden, die alle wesentlichen Bereiche der Dokumentations- und Gedenkstätte miteinander in Beziehung setzt und den Blick durch das gläserne Foyer auch in den Schulgarten lenkt.

„Das vorgeschlagene Konzept hat das Preisgericht durch wohltuend untereinander abgewogene Entscheidungen zum Freiraum, zur Erschließung, zur baulichen Erweiterung und zum Umbau des Gebäudebestandes überzeugt", lobte Regionspräsident Jagau den Siegerentwurf: „Der Besucher bekommt schon beim Betreten des Grundstücks eine klare Übersicht über die thematischen Angebote der Gedenkstätte."

Im Keller des Altbaues werden die authentischen Verhörzellen aus der Zeit des „Dritten Reiches" sichtbar gemacht, weitere Zeitschichten werden in den oberen Etagen erlebbar: Im 1. Obergeschoss soll der Fokus auf dem Nationalsozialismus liegen, im 2. Obergeschoss auf der Geschichte der 1993 von Moritz Simon gegründeten Gartenbauschule. Das Dachgeschoss mit Gruppen- und Schlafräumen ermöglicht Studien- und Arbeitsaufenthalte. Ein neuer Veranstaltungs- und Sonderausstellungsraum ist für das Sockelgeschoss des Neubaus vorgesehen.

„Das Gesamtkonzept respektiert die Würde des Ortes mit gebotener Zurückhaltung und liefert einen überzeugenden Beitrag zur Darstellung der Geschichte der Israelitischen Gartenbauschule in der Zeit vor 1933, während des Nationalsozialismus und in der Zeit danach", fasste Hartmut Rüdiger als Vorsitzender das Votum des Preisgerichts zusammen.

Die 2. und 3. Preise des Gestaltungs- und Architektenwettbewerbs wurden nach Berlin vergeben – an die Arbeitsgemeinschaften  AFF Architekten GmbH (Alexander Georgi, Sven Fröhlich und Martin Fröhlich) mit POLA Landschaftsarchitekten und an BHBVT Gesellschaft von Architekten GmbH (Busmann, Haberer, Bohl, Vennes, Tebroke) mit Gerhards & Glücker, Ausstellungsgestalter, und Bernhard & Sattler Landschaftsarchitekten.

Anerkennung wurde von der Jury ausgesprochen für die Entwürfe von Grüntuch Ernst Architekten GmbH (Berlin) mit Jürgen Weidinger Landschaftsarchitekt (Berlin) und Reichel Architekten BDA (Kassel) mit KATZKAISER, Ausstellungsgestalter (Köln/Darmstadt) und Ausstellungskünstler Stefan von Borstel und Schöne Aussichten Landschaftsarchitektur (beide Kassel).

Der Architekten- und Gestaltungswettbewerb für die Gedenkstätte Ahlem wurde als nicht offener, einstufiger Wettbewerb in einem anonymen Verfahren durchgeführt. Insgesamt 15 Teilnehmer waren zugelassen. Zehn Teilnehmer wurden per Losverfahren unter juristischer Aufsicht ermittelt, fünf Teilnehmer wurden auf Grund ihrer Qualifikation eingeladen. Fristgerecht gingen 14 Arbeiten ein.

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