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Presseerklärung der ehrenamtlichen Musikredakteure von LeineHertz 106einhalb

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Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Wir, die ehrenamtlichen Musikredakteure von LeineHertz 106einhalb, haben von Anfang an einen sehr großen Teil des von Ehrenamtlichen gemachten redaktionellen Programms von LeineHertz 106einhalb bestritten.

Seit der Musikumstellung sind unsere Sendungen im Abendprogramm suspendiert, da wir eine Verpflichtungserklärung nicht unterschrieben haben, mit der wir nicht einverstanden waren. Es sollte ein Kompromiss gefunden werden. Dies dauerte über zwei Monate, in denen die Sendungen im Abendprogramm nicht stattgefunden haben. Wir sind der Überzeugung, dass unsere Sendungen mit der besonderen Musikfarbe nach so langer Pause in diesem neuen Mainstream-Musikbett des Senders kaum Hörer und Hörerinnen mehr finden. Wir glauben im Gegenteil, dass die Sendungen zu einem Abschaltfaktor des von LeineHertz anvisierten Zielpublikums werden, und wir davon überzeugt werden sollen, dass wir uns der momentanen Musikfarbe anpassen müssen, was ja auch logisch ware.

Als Mitarbeiter von LeineHertz 106einhalb kritisieren wir insbesondere zwei Punkte:

1. die mangelnden Möglichkeiten der Mitarbeit und Mitbestimmung bei unserem Bürgersender

2. die neue Musikfarbe im Tagesprogramm von LeineHertz 106einhalb

  • Wir als ehrenamtliche Mitarbeiter haben uns von der Geschäftsfuhrung nie eingeladen, sondern nur geduldet gefühlt. Wir haben das Gefühl, dass die Musik unserer Specials nicht gewollt wurde.
  • Im Tagesprogramm wurden unsere Sendungen nicht beworben, von uns für das Tagesprogramm im Auftrag der Geschäftsfuhrung erstellte Elemente wurden nicht eingesetzt.
  • Der Zugang zum Funkhaus zu unseren Sendezeiten ist nur unter unzumutbaren Bedingungen möglich, um als berufstätige Bürger in den Abendstunden eine Sendung zu produzieren, müssen wir mehrmals in den Sender kommen, um den Schlüssel abzuholen und dann später wieder abzugeben.
  • Unseren Wünschen, wie beispielsweise der Wiedereröffnung des Gästebuchs auf der LeineHertz Internetseite, um mit den Hörern und Hörerinnen zu kommunizieren und auf deren Wünsche und Anregungen reagieren zu können, wurde bis heute nicht nachgekommen.
  • Wir als redaktionelle Mitarbeiter wurden nicht an weitreichenden Entscheidungen beteiligt, die den Sender betreffen, insbesondere in Bezug auf die Umstellung der Musikfarbe. Eine Diskussion wurde uns von der Geschäftsfuhrung untersagt, obwohl es zu diesem Punkt eine Gesprächseinladung der fest angestellten Musikredakteure gab. Im Nachhinein wurde von der Geschäftsfuhrung offentlich behauptet, mit den Mitarbeitern wäre seit uber einem Jahr eine Diskussion dazu geführt worden, was einfach nicht der Wahrheit entspricht.

Wir als Macher der redaktionellen Musikspecials finden uns in der neuen Musikfarbe nicht wieder. Nach unserer Auffassung ist es Aufgabe des Bürgerradios, die Vielfalt der Kultur in unserer multikulturellen Stadt abzubilden und die Menschen an die große Vielfalt des kulturellen Lebens heranzuführen. Als Aufgabe des Senders, nicht nur unserer Musikspecials, sehen wir, die Menschen an die Musik auch jenseits des Mainstreams heranzuführen, und auch die Bürger und Bürgerinnen einzuladen, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben. Hier sehen wir die Nische, in der sich ein Bürgerradio in Hannover profilieren kann. Wir sind der Auffassung, dass sich das neue Zielpublikum, das sich nur an den größten Hits erfreut, kein Interesse an der Musik unserer Musikspecials haben kann. Wir bezweifeln auch, dass es überhaupt eine große Hörerakzeptanz geben wird, da diese Musikfarbe bereits bei drei professionellen Privatsendern in der Region Hannover zu hören ist.
Im Gegenteil, wir sind sogar der Überzeugung, dass auch mit dem Erhalt einer vielfaltigen Musikfarbe und mit Beteiligung der ehrenamtlichen Radiomacher eine Steigerung der Hörerakzeptanz möglich wäre.
In unseren Augen ist LeineHertz 106einhalb, so wie es im Moment dasteht, kein Bürgerradio, da der Bürger zu wenig Mitspracherecht hat, eine kulturelle Bereicherung nicht erwünscht zu sein scheint und der Auftrag der publizistischen Ergänzung (siehe Lizenzbescheid) nicht erfüllt wird.

Wir sind unter den momentanen Bedingungen nicht bereit, weiterhin für LeineHertz 106einhalb zu arbeiten.

Unterzeichner:

Andreas Brüning (Soundexkursionen)
Philip Cordini (Beach Club)
Yasid Daghbouche (Too Hot)
Thomas Döpke (Soundexkursionen)
Karsten Fecht (Zounds)
Michel Golibrzuch (Nice and nicely done)
Dennis Horstmann (This is Funkaholic)
Bastian Kaminiarz (Beach Club)
Gerd Kespohl (Global Sightseeing Tour)
Fabian Kösters (Zounds)
Ulrike Laube (Get it on)
Holger Lüngen (Rare Trax)
Olaf Maikopf (Global Sightseeing Tour)
Oliver Müller (Beatbox, Soul Fever)
Benjamin Papke (5]Points)
Marcel Peithmann (The Weekend starts here)
Ole Petersen (Bullerbü Express)
Peter Roth (Radio Jamaica, Soul Fever)
Nils Schumacher (Zounds)
Bernd Schwope (Groove Unlimited)
Uwe Standke (Absolut Blues)
Lasse Walther (Bullerbü Express)

siehe hierzu auch:

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