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Einblick in die Kathedralen der Wasserversorgung

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Sanierungsarbeiten ermöglichen den seltenen Blick in das Innere des Hochbehälters Heisterberg

Duschen statt baden, Spartaste an der Toilettenspülung und sparsame Haushaltsgeräte – diese Faktoren sowie moderne Produktionsweisen im Gewerbe führten seit den 80er Jahren zu einen stetig sinkenden Wasserverbrauch in Hannover. "Während Ende der 70er Jahre noch über 60 Millionen Kubikmeter Trinkwasser gefördert wurden, sind es heute nur noch gute 40 Millionen Kubikmeter, die über das Netz verteilt werden. Dieser Entwicklung folgend passt die enercity Netzgesellschaft das Trinkwassernetz kontinuierlich den Gegebenheiten an", so Bernd Heimhuber, Geschäftsführer der enercity Netzgesellschaft, beim Ortstermin im Hochbehälter Heisterberg.

Wasserhochbehälter Heisterberg
Wasserhochbehälter Heisterberg

Das betrifft auch die hannoverschen Hochbehälter – die enercity Netzgesellschaft reduziert das Gesamtspeichervolumen der Speicherkammern von 96.000 Kubikmeter auf 72.000 Kubikmeter und saniert die verbliebenen Kammern. Da Trinkwasser ein hochwertiges Lebensmittel ist, lässt enercity bei den Arbeiten große Sorgfalt walten. Am Freitag, 8. April 2011, hatten Pressefotografen stellvertretend für die Öffentlichkeit ausnahmsweise Gelegenheit, einen Blick in die im Betriebsalltag ansonsten gefluteten Anlagenteile zu werfen.

Die enercity-Ingenieure aus der Abteilung "Anlagen und Hochbauprojekte" setzen das Projekt im Auftrag der enercity Netzgesellschaft GmbH (eNG) um. Im Vorfeld der detaillierten Planung untersuchten Experten des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ) die Wasserkammer, anschließend folgte eine Analyse anhand der vor Ort genommenen Proben. Ein Ingenieurbüro plante im Anschluss die möglichen Sanierungsvarianten. „Wir haben uns dann für den Zementmörtel entschieden, die Auskleidung mit Edelstahl war zu teuer und bei Polyethylän (PE) -Platten gab es bundesweit noch nicht genug Referenzobjekte, um technologische Bedenken ausräumen zu können“, begründet Bernd Heimhuber von der Netzgesellschaft die Auswahl. „Natürlich ist im Trinkwassernetz die Qualitätssicherung wichtig: Sowohl der VDZ als auch das mit der Planung und Bauüberwachung beauftragte Ingenieurbüro unterstützen uns dabei beispielsweise durch regelmäßige Untersuchungen“, erklärt Jörg Schulz von enercity.

Der Hochbehälter Heisterberg ist mit einem nutzbaren Volumen von 42.000 Kubikmeter der größte Hochbehälter im Netzgebiet. Er ist in drei unabhängige rechteckige Kammern unterteilt. Nach den voraussichtlich im April 2011 abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wird die Speicherkammer 1 vollständig saniert. In den Vorjahren wurden bereits die Kammer 2 sowie die Gebäudebereiche außerhalb der Wasserkammern instand gesetzt.

In den folgenden Jahren sollen dann die weiterhin in Betrieb bleibenden Kammern in Linden und Bemerode saniert werden, um stets den Anforderungen der wasserwirtschaftlichen technischen Regelwerke (DVGW-Richtlinien) gerecht zu werden.

Wasserhochbehälter, wie dieser auf dem Heisterberg, haben eine wichtige Funktion im Trinkwassernetz. Sie sorgen für passende Druckverhältnisse im Leitungsnetz und gleichen den schwankenden Verbrauch zwischen den Tagesspitzen und nächtlichen "Verbrauchstälern" aus. Dort wird über Nacht eingespeist, was tagsüber zu Spitzenzeiten verstärkt abgegeben wird. So können die Hauptpumpen in den drei enercity-Wasserwerken, welche die sechs Zubringer-Leitungen in die städtischen Netze speisen, möglichst gleichmäßig laufen.

www.enercity.de

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