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Ausstellung „Geburts-Tage“ wirft Blick auf Geschichte der Geburtshilfe in Hannover

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Mit der Geburt tritt der heranwachsende Mensch aus dem schützenden Mutterleib in die Welt. Dieses "Naturereignis" vollzieht sich jedoch nicht überall und in allen Zeiten in gleicher Weise. Der Vorgang der Geburt ist historisch determiniert. "Heb-Ammen" kam und kommt die Aufgabe zu, die Schwangeren zu betreuen und Hilfe beim Geburtsvorgang zu leisten. Auch das Ansehen dieser Frauen hat sich im Laufe der Jahrhunderte gewandelt. Denn einerseits bedeutete Geburtshilfe den Umgang mit dem "Unreinen", mit Geschlechtlichkeit und Körperlichkeit, andererseits waren Hebammen Expertinnen für Fragen der Gesundheit und unentbehrliche Helferinnen bei der Geburt.

Nachdem zunächst über Jahrhunderte praktisches Erfahrungswissen Frauen zur Geburtshilfe qualifiziert hatte, wurden Hebammen in Hannover ab 1781 in einem neu eingerichteten Accouchierhaus gezielt ausgebildet. Diese Einrichtung, die zugleich als Entbindungsanstalt fungierte, wurde mit dem Ziel eingerichtet, die hohe Mütter- und Säuglingssterblichkeit zu verringern. Aus diesen Anfängen entwickelte sich eine Hebammenlehranstalt, die zunächst 1864 in der Meterstraße (Südstadt), ab 1903 am Nordstadtkrankenhaus untergebracht war und bis heute dort die Hebammenausbildung durchführt.Die Ausstellung "Geburts-Tage. Hebammenausbildung in Hannover seit 1781" von Schülerinnen und Lehrerinnen der Hebammenschule im Klinikum der Region Hannover vom 6. Mai bis zum 3. Juli im Historischen Museum wirft einen Blick auf die wechsel- und nicht selten leidvolle Geschichte der Geburtshilfe. Sie möchte zum Nachdenken über das "Naturereignis Geburt" anregen. Aktuelle Fragen nach der Relevanz traditioneller Gebärhaltungen für und die Auswirkungen des medizinisch-technischen Fortschritts auf die Geburtshilfe werden ebenso problematisiert wie die grundsätzliche Überlegung, welcher Hilfsmittel und Begleitung gebärende Frauen heute überhaupt bedürfen.

Kategorie: Kunst & Kultur

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