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Das Niedersächsische Gesundheitsministerium informiert über EHEC

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Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

Derzeit (Stand 25. Mai 2011, 12.00 Uhr) sind 131 Fälle und Verdachtsfälle von blutiger Durchfallerkrankung aus verschiedenen Kreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen bekannt, die mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) in Verbindung gebracht werden. Darunter befinden sich 28 Fälle bzw. Verdachtsfälle mit schweren Komplikationen (hämolytisch-urämisches Syndrom).

Niedersachsen steht mit dem Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz unseres Landesgesundheitsamtes den kommunalen Ämtern Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Seite. Die Gesundheitsämter sind aufgerufen, dem Landesgesundheitsamt täglich Verdachtsfälle auch unterhalb der Vorgaben des Meldeverfahrens nach dem Infektionsschutzgesetz mitzuteilen.

Weiterhin sind die Menschen aufgerufen, sich bei Anzeichen von Erkrankungen unmittelbar in ärztliche Behandlung zu begeben. Maßnahmen der Lebensmittelhygiene sollten unbedingt eingehalten werden.

Neben der Abklärung aller Verdachtsfälle durch eine mikrobiologische Diagnostik von Stuhlproben der Erkrankten und eine weitergehende Typisierung aller nachgewiesenen EHEC-Stämme gilt es durch Befragung von Patienten und die Durchführung von Fall-Kontroll-Studien die Infektionsquelle zu ermitteln. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt steht niedersächsischen Laboren sowie den Gesundheitsämtern dabei unterstützend zur Verfügung.

Niedersachsen unterstützt die länderübergreifenden und vom Robert-Koch-Institut koordinierten Befragungen durch ein Epidemiologenteam des Zentrums für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI).

Fragen und Antworten

Wie äußert sich eine EHEC-Infektion? Die Mehrzahl der Erkrankungen tritt als unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, seltener Fieber. Bei schwerer Verlaufsform: krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber.

Wie erfolgt eine Infektion mit dem EHEC-Erreger? EHEC-Infektionen können auf vielfältige Art und Weise übertragen werden: Dabei handelt es sich stets um die unbeabsichtigte orale Aufnahme von Fäkalspuren, wie z.B. bei Kontakt zu Wiederkäuern oder beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind ein Übertragungsweg. Wie lange dauert es zwischen Ansteckung und Auftreten der Infektion? Die Inkubationszeit beträgt ca. 2 bis 10 Tage (durchschnittlich 3 bis 4 Tage).

Wie wird eine EHEC-Infektion behandelt? Bei blutigem Durchfall sollt dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Wie ist lang ist die Dauer der Ansteckungsfähigkeit? Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange EHEC-Bakterien im Stuhl nachgewiesen werden.

Was ist ein hämolytisch – urämisches Syndrom – HUS? Diese schwerste Komplikation tritt üblicherweise in etwa 5-10% der EHEC-Infektionen mit blutigem Durchfall auf und ist der häufigste Grund für akutes Nierenversagen im Kindesalter. Hierbei kommt es häufig zur kurzzeitigen Dialysepflicht, seltener zum unumkehrbaren Nierenfunktionsverlust mit chronischer Dialyse. In der Akutphase liegt die Sterblichkeitsrate des HUS bei ungefähr 2%.

Welche Vorsichtsmaßnahmen können vor Ansteckung schützen?
Präventionsmaßnahmen betreffen vorrangig den sicheren Umgang mit Lebensmitteln. Im aktuellen Geschehen empfiehlt das Robert-Koch-Institut besonders bei der Zubereitung von Gemüse auf gute Küchenhygiene zu achten sowie Bretter und Messer gründlich zu reinigen. Die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch besteht vor allem bei engem Kontakt zu EHEC-infizierten Patienten mit Durchfall. EHEC-Bakterien werden nicht über die Luft (Tröpfchen) übertragen.

Wie erfolgt die Suche nach der Infektionsquelle: Behandelnde Ärztinnen und Ärzte melden die Infektionen an die Gesundheitsämter. Durch Befragung der Patienten wird versucht, einen möglichen gemeinsamen Nenner zu finden. Aus den Bundesländern gehen die Meldungen an der Robert-Koch-Institut, das federführend bei der Suche nach der Infektionsquelle ist, da es sich um ein überregionales Geschehen handelt. Bei Infektionsgeschehen in der Vergangenheit konnte nicht immer die Infektionsquelle ermittelt werden.

Informationen: Siehe auch www.rki.de und www.nlga.niedersachsen.de

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