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Ecuadors Yasuní-Initiative – für eine Zivilisation ohne Erdöl

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In einer Veranstaltung des Agenda21-Büros der Stadt, des BUND/Region Hannover und des Verbands Entwicklungspolitik Niedersachsen wird am Donnerstag, dem 30. Juni, ab 17.30 Uhr im Gobelinsaal des Neuen Rathauses Ecuadors Yasuní-Initiative vorgestellt und diskutiert. Die sogenannte "Yasuní-Initiative" des hochverschuldeten Ecuadors macht derzeit weltweit Schlagzeilen: Das südamerikanische Land bietet der Weltgemeinschaft an, auf die Förderung der unter dem Yasuní-Nationalpark gelagerten 846 Millionen Barrel Rohöl zu verzichten, wenn es für die Hälfte der entgangenen Erlöse entschädigt wird. Dieses Geld soll vor allem von den großen "Klimasündern", den Industrieländern, aufgebracht werden. Der Vorschlag gilt als bahnbrechend auf dem Weg in eine zukünftige Zivilisation ohne Erdöl und als konkrete Maßnahme zum Klimaschutz, für die Artenvielfalt und für den Schutz der Menschenrechte: im Yasuní-Nationalpark im Amazonas-Tiefland leben drei indigene Bevölkerungsgruppen in freiwilliger Isolation. Demgegenüber steht die traurige Bilanz von 68 Milliarden Litern Rohöl, die in den vergangenen vier Jahrzehnten im ecuadorianischen Amazonasgebiet durch die Ölförderung in die Flüsse, den Wald und auf die Felder der dortigen Bauern gelangt sind.

Die Yasuní-Initiative geht jedoch weiter: Sie stellt das herkömmliche Wachstumsmodell als Messlatte für unseren materiellen Wohlstand in Frage und wendet sich einem Fortschrittsmodell zu, das von gesellschaftlicher Kooperation statt Konkurrenz und einem engen Verhältnis des Menschen zur Natur geprägt ist. Der Deutsche Bundestag hatte die Yasuní-Initiative im Juni 2008 ausdrücklich begrüßt und eine beträchtliche finanzielle Beteiligung in Aussicht gestellt, diese aber später wieder zurückgezogen, um keinen Präzedenzfall zu schaffen. Dies ist für die Veranstalter ein Grund, die Initiative zu unterstützen.

Das Programm:

  • 17:30 Uhr
    Begrüßung, kurze Vorstellung der VeranstalterInnen: Es sprechen Silvia Hesse, Leiterin Agenda21-Büro,
    Sibylle Maurer-Wohlatz, Geschäftsführerin des BUND Region Hannover 
    Christian Cray, Projektleiter beim Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen VEN
  • 17:40 Uhr
    "Yasuní – der Nationalpark und seine Bedeutung für den internationalen Klima- und Artenschutz und die Menschenrechte" Eine Einführung von Cecilia Dávila, Geografin (Quito/Ecuador, derzeit beim BUND, spanisch mit Übersetzung)
  • 18:10 Uhr
    "Die ITT-Yasuní Initiative und die Verantwortung Deutschlands für das Projekt",
    Christian Cray, Projektleiter beim Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen VEN im Bereich Rohstoffe und Menschenrechte
  • 18:30 Uhr
    Diskussionsrunde mit Podium und Publikum.
    Moderation: Harald Grube (Journalist),
    Vorstand BUND Landesverband Niedersachsen mit:
      • Udo Sahling (Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover)
      • Dr. Thomas Köhler (Mitgründer der Transition Town Initiative Hannover),
      • Thomas Brose (Geschäftsführer des Klimabündnisses Europäischer Städte, Frankfurt) 
      • Siegmund Thies (Dokumentarfilmer aus Ecuador/Deutschland)
      • Repräsentant VW (Volkswagen Wolfsburg)
        Ca. 19.45 Uhr
        Film des deutsch-ecuadorianischen Dokumentarfilmers Siegmund Thies: "Yasuní – Alles für das Leben" (22 Minuten, 2009).
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