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Wie mir bekannt geworden ist, beabsichtigen Sie auszuwandern…

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Vortrag von Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg

Auf Einladung der Gedenkstätte Ahlem der Region Hannover beschäftigt sich der hannoversche Historiker Prof. Dr. Claus Füllberg-Stolberg in einem Vortrag am Donnerstag, 20. Oktober 2011, 19.00 Uhr im Haus der Region, Raum N001, Eingang Hildesheimer Str. 18, mit der Rolle der Oberfinanzdirektion Hannover bei der Vertreibung der Juden: „Wie mir bekannt geworden ist, beabsichtigen Sie auszuwandern…".

Exemplarisch wird das Schicksal der jüdischen Familie Seligmann betrachtet: Seligmanns lebten in Ronnenberg, einer ländlichen Vorortgemeinde der Provinzhauptstadt Hannover, schon seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Ihre Geschichte rückt neben den individuellen Schicksalen die Aktivitäten einer Verwaltungsbehörde in den Vordergrund, der in der wissenschaftlichen Literatur über die Judenverfolgung in Deutschland bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde: der Devisenstelle beim Oberfinanzpräsidenten.

Die Akten der Devisenstellen zeigen, dass mit der Zwangsbewirtschaftung der jüdischen Vermögen zugleich eine Zwangsauswanderung, eine staatlich organisierte Vertreibung begann, die faktisch keine Alternative mehr zur Ausreise ließ. Der Behörde ist es durch ihr rigides Vorgehen gelungen, die gesamte Familie Seligmann innerhalb eines Jahres aus Ronnenberg zu vertreiben und sich eines großen Teils ihres Vermögens zu bemächtigen. Mitte Mai 1939 hatten die letzten Seligmanns Ronnenberg verlassen, der Ort war nun „judenfrei".

Der Eintritt ist frei.

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