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Goethe-Gesellschaft in der Stadtbibliothek: Erfahren, woher wir kommen

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Grundschriften der europäischen Kultur

In diesem Herbst setzt die Goethe-Gesellschaft Hannover in der zentralen Stadtbibliothek eine Vortrags- und Lesereihe fort, die "Grundschriften der europäischen Kultur" vorstellt. Bis zum Sommer 2012 ist ein Zyklus mit neun Veranstaltungen geplant. Einmal im Monat wird ein Werk der Weltliteratur präsentiert: von der alttestamentarischen "Genesis" und Homers "Odyssee" über Boccaccios "Decamerone" und Montaignes "Essais" bis zu Shakespeares "Hamlet" spannt sich der große Bogen klassischer Menschenbildung.

Hanjo Kesting, langjähriger Leiter der Abteilung Kulturelles Wort beim Norddeutschen Rundfunk, hat das Programm konzipiert und lädt zu einer Wiederentdeckung der "Grundschriften" ein. Er führt kommentierend durch die Abende; die Auszüge der Texte werden von namhaften SchauspielerInnen gelesen.

Die erste Veranstaltung  – "Das Buch Genesis" – findet am 27. September 2011 (Dienstag) um 19:30 Uhr in der Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße 12, statt. Es liest Jürgen Thormann.

Der Eintritt kostet zehn Euro, für Mitglieder der Goethe-Gesellschaft Hannover und der Freunde der Stadtbibliothek Hannover e. V. sieben Euro.

Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf am 17. September (Sonnabend) ab 12 Uhr in der Stadtbibliothek, Hildesheimer Straße 12, und am Veranstaltungstag an der Abendkasse. 

Von der Entstehung der Welt und der vorgeschichtlichen Existenz des Menschen im Paradies handeln die ersten Kapitel der Genesis, des ersten der fünf Bücher Mose. Die Genesis bildet den gewaltigen Auftakt und in gewissem Sinn das Kernstück des Alten Testaments.
Moses, der jüdische Religionsstifter und Begründer der monotheistischen Religion, ist die beherrschende Gestalt dieser Schriften, doch ergibt sich aus ihnen kein Hinweis auf seine Verfasserschaft. Die moderne Bibelkritik, die im achtzehnten Jahrhundert einsetzte, begründete den Zweifel an dieser Tradition: Danach sind die fünf Bücher Mose das Ergebnis eines sich über mehr als ein Jahrtausend erstreckenden Prozesses, in dem mündlich überlieferte Sagen und Legenden mit historischer und theologischer Überlieferung verschmolzen und sehr viel später redaktionell überarbeitet und zur Einheit geformt wurden.
Doch war gerade im Buch Genesis ein Erzähler am Werk, der mit einem bewusst komponierten Prolog einen bedeutungsvollen Anfang setzte und immer wieder mit knappen Mitteln Atmosphäre und Spannung zu schaffen wusste.

Der Schauspieler und Regisseur Jürgen Thormann war mehr als 30 Jahre Mitglied des Berliner Schillertheaters. Seine Stimme kennt man aus unzähligen Rundfunksendungen, Lesungen, Hörbüchern und als Synchronstimme unter anderem von Michael Caine, Max von Sydow und Peter O'Toole. Er spielte zahlreiche Rollen in Film und Fernsehen.

Weitere Termine in 2011:

  • 25. Oktober 2011 (Dienstag), 19:30 Uhr
    Homer: Die Odyssee
    Es liest Jürgen Stenzel.
  • 22. November 2011 (Dienstag), 19:30 Uhr
    Aischylos: Die Orestie (Geschichte der Tantaliden)
    Es liest Monique Schwitter.

Die Vortrags- und Lesereihe "Erfahren, woher wir kommen. Grundschriften der europäischen Kultur" wird seit 2008 mit großem Erfolg von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hamburg veranstaltet. Der Goethe-Gesellschaft Hannover ist es gelungen, die Reihe mit Unterstützung der Stiftung Niedersachsen und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius in Hannover anzubieten. Der Erfolg hat sich auch in Hannover eingestellt: Die Plätze in der Stadtbibliothek sind begehrt und wurden bisher immer alle besetzt.

Kategorie: Kunst & Kultur

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