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OB Weil im Videopodcast: Massive Kritik an Verlegung der 1. Panzerdivision

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Mit Unverständnis und scharfer Kritik hat Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil auf die Pläne der Bundesregierung zur Verlagerung der 1. Panzerdivision nach Oldenburg reagiert. "Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar. Sie hat ganz offensichtlich wahltaktische Gründe und ist ein Beispiel, wie man Politikverdrossenheit auf dem Rücken von Soldaten und ihren Familien fördert", erklärte Weil nach der Bekanntgabe der Bundeswehr-Reformpläne durch Verteidigungsminister Thomas de Maizière am Mittwoch. "Die Verlagerung der Panzerdivision ist eine Zumutung, nicht nur wegen des Verlustes von 400 Arbeitsplätzen unmittelbar bei der Bundeswehr und weiteren bei den Zivilbeschäftigten, sondern gerade auch für die Soldaten und ihre Angehörigen selbst."

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Selbstverständlich sei die notwendige Verkleinerung der Bundeswehr zwangsläufig mit Belastungen für Standorte verbunden. Doch müsse jede Entscheidung auch militärisch tatsächlich Sinn machen. "Das ist beim Abzug der 1. Panzerdivision nun wirklich nicht der Fall. Ganz im Gegenteil: In der Vergangenheit ist seitens der Bundeswehr stets hervorgehoben worden, wie wichtig gerade die zentrale Lage Hannovers für den Sitz des Stabes und damit für die Führung der 1. Panzerdivision ist", betonte Weil.  

"Als einziges 'Argument' für den Abzug der Panzerdivision von ihrem Gründungsstandort sind ganz offensichtlich die Wahlkreis-Interessen des zuständigen Parlamentarischen Staatssekretärs aus Oldenburg berücksichtigt worden", kritisierte der Oberbürgermeister. "Ein solches Vorgehen sorgt für einen weiteren nachhaltigen Beitrag zur Politikverdrossenheit."

Gegenüber den Soldaten und ihren Familien sei dies besonders zynisch, betonte Weil. "Sie werden damit zur bloßen Verfügungsmasse. Das ist noch umso weniger verantwortbar, als viele der Soldaten der 1. Panzerdivision derzeit gerade für die Bundeswehr und die Nato in Afghanistan im wahrsten Sinne des Wortes ihren Kopf hinhalten." Vor diesem Hintergrund bedauere die Landeshauptstadt Hannover die Entscheidung von Verteidigungsminister de Maizière zutiefst. Die 1. Panzerdivision ist seit ihrer Gründung 1956 in Hannover beheimatet. Die Landeshauptstadt übernahm 1983 offiziell die Patenschaft, die bis zum tatsächlichen Abzug der Division unverändert Bestand haben wird.
 
Für die bereits seit längerem geplante Schließung der Wehrbereichsverwaltung Nord forderte Weil sozialverträgliche Regelungen, die in erster Linie Rücksicht auf die Beschäftigten und ihre Familien nehmen.

Die Bundeswehrreform mit einer Reduzierung um gut 1000 Stellen auf künftig noch knapp 1300 Stellen bedeutet für Hannover eine deutliche Herabsetzung als Bundeswehrstandort. "Das ist eine echte Zäsur in der gewachsenen Tradition Hannovers als Bundeswehrstandort", sagte Weil.

Kategorie: Politik

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