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Erneute Hausbesetzung in Linden

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Die Besetzer der kampagneahoi schreiben dazu:

Freitag Abend haben wir die ehemalige Polizeiinspektion West in der Gartenallee 14 in Linden-Mitte besetzt. Die Bullen sind dort im Oktober ausgezogen. Wir sind eingezogen und wollen in den Räumen ein Autonomes Stadtteilzentrum entstehen lassen!

Das Bedürfnis nach einem selbstverwalteten, unkommerziellen Ort in Linden ist nicht neu.
Bereits im Juni wurde ein Gebäude an der Limmerstraße 98 für fünf Tage besetzt. Diese Aktion war die Initialzündung für die Kampagne Ahoi, die seit dem mit verschiedenen Aneignungsaktionen im öffentlichen Raum aufgefallen ist, zuletzt mit der Besetzung des Ihmeplatz 8 Ende September. Nachdem auch diese Besetzung geräumt wurde und der Zustand der verspekulierten Immobilie ohnehin nicht für eine Nutzung in Frage kam, haben wir jetzt endlich Räume gefunden, die den Anforderungen an ein Autonomes Stadtteilzentrum auch gerecht werden (von den Gewahrsamszellen im Keller mal abgesehen).
Ein umfangreiches Kulturprogramm bringt bereits dieses Wochenende selbstorganisiertes Leben in die alte Bullenbutze. Voküs, Infoveranstaltungen, Konzerte und Lesungen sind nur einige davon (ein ausführliches Programm findet ihr auf unserem Blog kampagneahoi.wordpress.com)

Das neue Stadtteilzentrum befindet sich nicht zufällig in Linden. Es handelt sich um einen Stadtteil, in dem sich Verdrängungsprozesse anhand konkreter Lebensrealitäten zunehmend veranschaulichen lassen und verstärkt eine dementsprechende Bereitschaft festzustellen ist, sich diesen Entwicklungen zu widersetzen. Das hat insbesondere die Besetzung der L98 gezeigt, die nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Stadtentwicklung von unterschiedlichen Menschen getragen wurde. Während mit dem Gilde Carre (http://www.ostland.de/gilde_carre/) quasi ein Stadtteil im Stadtteil entstanden ist, sorgt derzeit u.A. die Immobilienfirma WohnWert GmbH dafür, dass sich Verdrängungprozesse nicht mehr mit dem Verweis auf Statistiken unter den Teppich kehren lassen, sondern für viele zur beschissenen Realität geworden sind. So versucht WohnWert mehrere kleine, alteingesessene Geschäfte auf der Limmerstraße mittels verschärften Mietkonditionen loszuwerden, um die Räumlichkeiten zusammen zu legen und es an die Kette Denn's Bio zu vermieten. Die Mietwohnungen direkt über den Geschäften sollen ebenfalls saniert und vergrößert werden. Ob sich die Bewohner_innen danach die Miete noch leisten können darf bezweifelt werden, deswegen findet bereits eine Vernetzung innerhalb des Hauses statt.
Ein paar Hausnummern weiter runter, auf der Limmerstraße 56, hat WohnWert die meisten Mieter_innen bereits vergrault, mit Todesfolge (http://antimilitarismus.blogsport.de/images/nr7web.pdf, Seite 41). Lediglich ein Mieter weigert sich weiterhin, seine Wohnung zu verlassen. Diese Entwicklungen zeigen, dass Widerstand immer notwendiger wird – dafür brauchen wir ein autonomes Stadtteilzentrum.
Das Erreichen dieser Forderung ist jedoch nicht der Endpunkt unserer Kampagne. Vielmehr ist ein Zentrum die Basis für Vernetzung im Stadtteil und eine Vorraussetzung, diesen Entwicklungen effektiv etwas entgegensetzen zu können.
Also kommt vorbei und helft mit das Autonome Stadtteilzentrum durchzusetzen!

Gentrifizierung sabotieren!
Rote Flora und Zomia bleiben!
Bullenwachen zu Autonomen Zentren!

Kategorie: Allgemeine Nachrichten

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