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„Abgeschoben in den Tod“, Ausstellung in Erinnerung an den 70. Jahrestag der Deportationen nach Riga

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Am 15. Dezember 1941 wurden 1001 jüdische Kinder, Frauen und Männer von Hannover nach Riga deportiert, nur 69 von ihnen waren im Mai 1945 noch am Leben. Zum 70. Jahrestag der Deportation verschafft ihnen die Ausstellung "Abgeschoben in den Tod. Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga" Gehör. Sie wird vom 15. Dezember 2011 bis zum 27. Januar 2012 im Bürgersaal des Rathauses zu sehen sein.

Heute, 1. Dezember, hat Kultur- und Schuldezernentin Marlis Drevermann das Konzept und das Rahmenprogramm zur Ausstellung sowie die Gedenkveranstaltungen anlässlich des Jahrestages vorgestellt. "Wir wollen mit dieser Ausstellung und den dazugehörenden Veranstaltungen dafür sorgen, dass dieses Kapitel der hannoverschen Stadtgeschichte nicht in Vergessenheit gerät. Die Verankerung in der Erinnerungskultur der Stadt ist eine wichtige Botschaft für die Überlebenden, aber auch für die jüngeren Generationen", so Drevermann.

Die Ausstellung wird am 15. Dezember (Donnerstag) um 18:30 Uhr eröffnet. Behandelt werden die Schwerpunktthemen Ausgrenzung und Entrechtung 1933 bis 1941, Tätergeschichte, Deportation und Tod 1941 bis 1945, Erinnerungskultur und Biographien.

Bereits vor der Eröffnung stimmen am gleichen Tag um 17:15 Uhr SchülerInnen der Humboldtschule mit einer öffentlichen Lichtaktion auf dem Trammplatz auf die Ausstellungsinhalte ein. Sie zünden für die 1001 deportierten Menschen jeweils eine Kerze an. Aufgestellt in Form eines Davidsterns werden die Kerzen ein weit sichtbares Zeichen der Erinnerung setzen. Parallel sind die Namen aller Deportierten zu hören, die von den SchülerInnen im Unterricht zuvor eingelesen wurden.

Nach der Eröffnung sind alle Interessierten um 19 Uhr zu einem Gespräch mit Zeitzeugen im Mosaiksaal des Rathauses eingeladen. Überlebende der Deportation 1941 werden in einem von der Journalistin Lea Rosh moderierten Gespräch berichten.

StudentInnen der Leibniz Universität Hannover bieten für Schulklassen Führungen durch die Ausstellung an. Mehr Informationen dazu gibt es im Internet unter www.erinnerungundzukunft.de. Kontakt und Terminbuchung per Mail an Erinnerung_und_Zukunft@web.de.

Zum Eröffnungstermin erscheint der Katalog "Abgeschoben in den Tod. Die Deportation von 1001 jüdischen Hannoveranerinnen und Hannoveranern am 15. Dezember 1941 nach Riga", der sich in wissenschaftlichen Aufsätzen umfassend mit Aspekten der Ausgrenzung und Vernichtung jüdischen Lebens in Hannover auseinandersetzt. Er ist gegen eine Schutzgebühr von zehn Euro im Buchhandel erhältlich (Verlag Hahnsche Buchhandlung).

Kooperationspartner der Landeshauptstadt Hannover für die Ausstellung und das Rahmenprogramm sind die Region Hannover, die Humboldtschule, das Niedersächsische Institut für Historische Regionalforschung, das Netzwerk Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover und die Stiftung Universität Hildesheim.

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