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OB Weil: Zufriedenheit in Hannover höher als je zuvor – Repräsentativerhebung vorgestellt

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Die große Mehrheit der Bevölkerung lebt gern in Hannover: 89 Prozent aller EinwohnerInnen äußern sich zufrieden oder sehr zufrieden mit den Lebensbedingungen in ihrer Stadt. Das ist ein zentrales Ergebnis der Repräsentativerhebung 2011, die Oberbürgermeister Stephan Weil heute (9. März) vorgestellt hat. Damit wurde der Wert aus der letzten Studie aus dem Jahr 2008 wiederholt. Die Gruppe der "sehr Zufriedenen" ist dabei sogar von 39 auf 44 Prozent noch einmal angestiegen. "Die Zufriedenheit ist höher als je zuvor", fasst Oberbürgermeister Weil das Ergebnis zusammen. "Dass sich so viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner in ihrer Stadt wohlfühlen, ist eine sehr gute Nachricht." Die Zahl der Befragten, die mit den Lebensbedingungen "zufrieden" oder "sehr zufrieden" sind ist von 78 Prozent im Jahr 1999 über 83 Prozent im Jahr 2002 und 88 Prozent 2005 auf 89 Prozent im Jahr 2008 stetig gestiegen. Oberbürgermeister Weil nimmt auch kritische Anmerkungen in der Befragung ernst: "Wir nehmen sie als Anreiz, weiter daran zu arbeiten, besser zu werden".

Hinsichtlich der verschiedenen Lebensbereiche gaben die Befragten der medizinischen Versorgung die beste Bewertung: 92 Prozent sind hiermit sehr zufrieden oder zufrieden. Auch Angebot und Qualität von Parks und Grünflächen (89 Prozent), der öffentliche Personennahverkehr und die öffentliche Sicherheit am Tage (jeweils 86 Prozent) überzeugen die EinwohnerInnen. Am wenigsten zufrieden sind die Befragten mit Möglichkeiten für Jugendliche, sich zu treffen (23 Prozent), den Parkgelegenheiten für Fahrzeuge (29 Prozent) und der Integration von ausländischen MitbürgerInnen (31 Prozent). Allerdings haben sich diese Werte im Vergleich zu der Erhebung drei Jahre zuvor leicht verbessert.

Nach den größten Problemen der Stadt (ohne Antwortvorgaben) befragt, nannten die Interviewten ein Bündel an Einzelaspekten. Am häufigsten (16 Prozent) wurde 2011 das Thema "Baustellen/Verkehr/Staus" angesprochen. 13 Prozent aller Antworten bezogen sich auf spezielle "Problemgruppen". Am dritthäufigsten (10 Prozent) wurden fehlende Mittel für soziale Zwecke angegeben.

Vor dem Hintergrund immer enger werdender finanzieller Spielräume ist es für die Landeshauptstadt zunehmend wichtig, ihre finanziellen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und dabei einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessen der BürgerInnen hinzubekommen. Vor diesem Hintergrund waren Fragen nach Ausgabenprioritäten aus Sicht der Befragten sehr aufschlussreich. Die Befragten wurden gebeten für verschiedene Aufgabenbereiche anzugeben, ob die Stadt sparen und dafür Leistungen einschränken soll, ob die Ausgaben unverändert bleiben sollen oder ob die Stadt mehr aufwenden soll. Für Mehraufwendungen wurden deutlich am häufigsten Themenbereiche angegeben, die sich der kommunalen Bildungs- und Familienpolitik zuordnen lassen: Auf Platz 1 liegt die "Sanierung von Schulgebäuden" mit 71 Prozent Zustimmung. "Kinder- und Jugendeinrichtungen" (70 Prozent) sowie der "Ausbau von Ganztagsschulen" (62 Prozent) folgen dahinter. Den zweitwichtigsten Bereich für Mehraufwendungen bildeten Themen des öffentlichen Raumes wie "Schutz vor Kriminalität/öffentliche Sicherheit" (56 Prozent) oder der Bereich "Straßenerhaltung/Straßenbau" (50 Prozent). Gegenüber 2008 wuchs vor allem die Zustimmung für Mehraufwendungen in den Bereichen "Straßenerhaltung/Straßenbau" (plus 12 Prozentpunkte) sowie "Kinder- und Jugendeinrichtungen" (plus 6 Prozentpunkte).

Die Ergebnisse zeigen auch, dass es den Befragten grundsätzlich sehr schwer fällt, Leistungseinschränkungen zuzustimmen: So liegt die höchste Zustimmung für eine Reduzierung von Leistungen bei 34 Prozent, und zwar im Aufgabenbereich "Stadtmarketing/Imageverbesserung". Bereits mit deutlichem Abstand an zweiter Stelle wurde der Aspekt "Kommunales Kino/Künstlerhaus" (24 Prozent), genannt, dahinter die "Unterstützung kultureller Vereine und Initiativen" (23 Prozent).

Zu vier vorgegebenen Ansätzen der Haushaltskonsolidierung wurden die BürgerInnen gebeten, ihre Einschätzung abzugeben. Dabei ergaben die Antworten ein widersprüchliches Bild: Nur ein Viertel stimmt Einschränkungen von Angeboten und Leistungen der Stadt Hannover und damit Einsparungen zu. Gleichzeitig ist auch die Zustimmung zu Steuererhöhungen oder höheren Gebühren gering. So befürworten nur 21 Prozent aller Befragten höhere Entgelte wie etwa Eintrittsgelder, Parkgebühren oder Friedhofsgebühren.

Gefragt wurde erneut nach der Zufriedenheit mit der Innenstadt und mit dem eigenen Stadtteil. Während die Zufriedenheit mit der Innenstadt Mitte der 1990er Jahre deutlich gesunken war, liegt sie seit 2002 wieder auf einem höheren Niveau. Wie im Jahr 2008 beurteilten auch bei der aktuellen Befragung 58 Prozent der Interviewten die Innenstadt mit "sehr gut" oder "gut". Gegenüber 2008 verringerte sich der Anteil der "sehr guten" Benotungen leicht von 8 auf 6 Prozent, der Anteil der "guten" Benotungen erhöhte sich entsprechend von 50 auf 52 Prozent. Gegenüber dem Ergebnis des Jahres 2008 verbesserte sich vor allem die Bewertung der "Einkaufsmöglichkeiten" (von 25 auf 28 Prozent). Vermutlich lässt sich diese Entwicklung auf die Ergänzung des Angebotes durch die Ernst-August-Galerie sowie weitere Neuansiedlungen und Modernisierungen im Innenstadtbereich zurückführen. Daneben wurde auch das "gastronomische Angebot" in der Innenstadt gegenüber 2008 besser bewertet (plus 2 Prozentpunkte). Etwas schlechter als 2008 wurden die Aspekte "architektonische und städtebauliche Gestaltung" (von 18 auf 16 Prozent), "Überschaubarkeit der Innenstadt/kurze Wege" (von 16 auf 14 Prozent) sowie "gute Einkaufsatmosphäre" (von 7 auf 5 Prozent) bewertet.

Wie die Zufriedenheit mit der Stadt Hannover insgesamt liegt auch die Zufriedenheit mit der Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil auf einem hohen Niveau und hat sich gegenüber 2008 nochmals verbessert. So vergaben 80 Prozent der Befragten die Note "sehr gut" und "gut" für die Wohn- und Lebensqualität im Stadtteil (2008: 77 Prozent), nur 3 Prozent waren unzufrieden mit ihrem Stadtteil. Insbesondere erhöhte sich die Anzahl derjenigen, die die Wohn- und Lebensbedingungen in ihrem Stadtteil mit "sehr gut" bewerteten, von 20 auf 23 Prozent. Wie schon in den Vorjahren wurden die "Nähe von Grün- und Erholungsflächen" (21 Prozent) sowie "gute Verkehrsanbindungen" (19 Prozent) am häufigsten als Vorteile des Stadtteils genannt. Danach folgen auf der Rangliste der wahrgenommenen Vorteile die "zentrale Lage und Nähe zur Innenstadt" (14 Prozent) sowie "gute Einkaufsmöglichkeiten im Stadtteil" (12 Prozent). Als Nachteile des Stadtteils wurden am häufigsten "Lärm, Verkehr, Baustellen" (17 Prozent) sowie "schlechte Einkaufsmöglichkeiten" (12 Prozent) wahrgenommen.

Das Sicherheitsgefühl in der Wohngegend ist hoch und hat sich gegenüber 2008 leicht erhöht. 96 Prozent (2008: 94 Prozent) der Befragten fühlten sich tagsüber in der Wohngegend sicher, davon 40 Prozent "sehr sicher" und 56 Prozent "eher sicher". Am Abend fühlten sich 72 Prozent (2008: 71 Prozent) der EinwohnerInnen in ihrem Wohnquartier sicher, davon 13 Prozent "sehr sicher" und 59 Prozent "eher sicher".

Bei der Zufriedenheit mit verschiedenen Einrichtungen und Angeboten im Stadtteil stehen Grün- und Erholungsflächen sowie Einkaufsmöglichkeiten in erreichbarer Nähe deutlich am besten da. 82 Prozent der Befragten vergaben die Noten "sehr gut" und "gut" für die Versorgung mit "Grün- und Erholungsflächen, Parks, Stadtplätzen" und 78 Prozent für die Versorgung mit "Einkaufsmöglichkeiten" (in Fuß-/Fahrradentfernung). Auch Aspekte der Bildungs- und Familienpolitik wurden auf Stadtteilebene positiv bewertet: So vergaben 71 Prozent der Befragten die Note "sehr gut" und "gut" für die Zufriedenheit mit den Schulen und 65 Prozent für die Zufriedenheit mit Spielplätzen und Spielmöglichkeiten für Kinder. Eine eher geringe Zufriedenheit besteht hinsichtlich der "Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche". Nur 26 Prozent bewerteten diese mit "sehr gut" und "gut". Gegenüber 2008 wurden vor allem "Spielplätze und Spielmöglichkeiten für Kinder" (plus 8 Prozentpunkte) sowie "Schulen" (plus 6 Prozentpunkte) deutlich besser bewertet.

Die Repräsentativerhebung der Landeshauptstadt gibt es seit 1969 und wird derzeit alle drei Jahre durchgeführt. Die Meinungen wurden von August bis Oktober 2011 wie in den vorherigen Erhebungen schriftlich und postalisch erfragt. Die Auswahl der Personen für die Beantwortung der 37 Fragen erfolgte durch eine Zufallsstichprobe aus dem Melderegister. Diese Grundauswertung stützt sich auf 1.959 vollständig ausgefüllte Fragebögen und ist repräsentativ nach Alter und Geschlecht. Die Rücklaufquote lag bei 42,6 Prozent.

Die Ergebnisse der Repräsentativerhebung 2011 können aus dem Internet unter www.hannover.de unter dem Suchwort "Repräsentativerhebung" heruntergeladen werden. Die gedruckte Fassung liegt im Bereich Stadtentwicklung der Bauverwaltung, Rudolf-Hillebrecht-Platz 1, zum Abholen bereit. Bis zum Sommer wird die Erhebung nach soziodemografischen Merkmalen sowie nach Stadtteilen differenziert ausgewertet.

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