Kunst & Kultur
Schreibe einen Kommentar

Neue Ausstellung im Küchengartenpavillon: Alexander Jonischkies „Collagen – Ausgewählte Materialbild

Hinweis

Dieser Artikel wurde vor mehr als 2 Jahren veröffentlicht. Daher kann es sein, dass sein Inhalt oder ein Teil davon nicht mehr aktuell ist.

jonischkiesQuartier e. V. zeigt vom 1. April bis 2012 im Küchengartenpavillon auf dem Lindener Bergfriedhof eine neue Ausstellung: „Collagen – Ausgewählte Materialbilder" von Alexander Jonischkies.

Alexander Jonischkies wurde 1926 im Memelland geboren. Nach dem Krieg besuchte er 1947 die Werkkunstschule in Hannover. Er wurde später u.a. Mitglied im Bund Bildender Künstler (BBK Hannover) und Mitglied der „Gruppe 7" in Hannover. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland zeugen von dem reichen Schaffen des Wahl-Lindeners.

Viele Menschen werfen Pappe oder Karton achtlos fort. Pappe oder Karton halten die meisten Betrachter für minderwertig, schließlich wird er überwiegend als Verpackungs- oder Füllmaterial genutzt. Alexander Jonischkies arbeitet mit diesem Material und gestaltet daraus kleine Kunstwerke.

Klaus Kowalski, Künstlerkollege der Gruppe 7 und Professor, hat diese Werkgruppe von Jonischkies besonders treffend beschrieben:

„Die gerissenen und geschnittenen Fetzen unterschiedlich braun getönter Papiere und Wellpappenresten sind zum Teil durchlöchert und abgeschabt. Hier und da sind sie mit schwarzen Karton hinterlegt. Bei Variationen dieses Vorgehens wurden gerade begrenzte Schnitzel und gefundene Kartonstücke so zusammengestellt, dass sie dem Betrachter unweigerlich Assoziationen an ein Dorf, ein Tor oder ein Landschaft entlocken, obwohl sie aus nichts anderem gemacht sind als aus achtlos herumliegenden Arbeitsresten! Diese Arbeiten sind also fast ohne jede Manipulation der Arbeitswirklichkeit entrissen und nur einer eminent sicheren Kompositionsfähigkeit unterworfen und so zu erstaunlich fantasievollen Gebilden gemacht worden.

Aus dieser Art des unmittelbaren Umgangs mit Vorgefundenem lässt sich für Alexander Jonischkies zweierlei feststellen: Erstens ist er bewundernswert sicher im Heraussehen und Aufgreifen einer Ästhetik, die dem alltäglich Lebenden in seinem Umfeld verborgen bleibt, so dass ich mich spontan an ein Wort Albrecht Dürers zur Kunstfindung erinnere, das – freilich meist falsch verstanden – immer gilt: „Wer die Kunst aus der Natur heraus kann reißen, der hat sie". Damit schließt er unmittelbar an das Vorhaben der documenta 11 an, deren eines erklärtes Ziel es ja war, den ehemals abgeschirmten Kunstbereich in ästhetisch interpretierbaren Alltagsmaterialien aufgehen zu lassen – ein durch und durch postmodernes Unterfangen also! Und zweitens muss man Alexander Jonischkies bescheinigen, dass er eine außerordentliche Gabe des Komponierens besitzt – also des beziehungsreichen Zusammenfügens von Alltagsabfällen – und sich damit gänzlich sicher im Bereich der Konkreten Kunst aufhält – und wer dächte dabei nicht an die so herausragend gut komponierten Bilder aus Fahrscheinen und anderem Alltagsabfall von Kurt Schwitters aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts!" taltet kleine Kunstwerke.

Die Bilder sind dienstags, freitags und sonntags von 15 – 17 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei.

Weitere Infos unter Ausstellung auf unseren Internet-Seiten: www.kuechengartenpavillon.de oder www.quartier-ev.de

Kategorie: Kunst & Kultur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.