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Stadt Hannover legt Umweltbericht 2012 vor

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Die schon in der Vergangenheit sehr gute Umweltqualität Hannovers hat sich seit der Datenerhebung 2008 noch weiter verbessert. Dies ist das Fazit von Umweltdezernent Hans Mönninghoff, der den neu herausgegebenen "Umweltbericht 2012" am Montag (5. November 2012) im Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen der Landeshauptstadt Hannover vorstellte. In dem Bericht werden auf 84 Seiten detailliert Umweltdaten und Projekte bewertet und Maßnahmen für eine nachhal-tige Umwelt- und Lebensqualität in der Stadt Hannover aufgezeigt. Der Bericht stellt langjährige Entwicklungen und beispielhafte Projekte in den Bereichen Energie und Klimaschutz, Mobilität und Verkehr, Luft, Lärm, Boden, Wasser, Gewässer, Abwasser, Naherholung, Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Abfall dar.

Die wichtigsten Zahlen und Aussagen des Umweltberichtes:

Grünflächen und Straßenbäume

Alle Grün- und Freiflächen (einschließlich Landwirtschaftsflächen und Gewässer) machen zusammen rund 50 Prozent der gesamten Stadtfläche aus. Pro EinwohnerIn stehen insgesamt rund 107 Quadratmeter öffentlich zugängliche Grünflächen zur Verfügung.

Seit 1990 hat sich die Zahl der Straßenbäume um 8.089 Bäume (18 Prozent) auf 45.083 erhöht. Allein seit 2008 hat sich der Straßenbaumbestand in Hannover um 641 Bäume erhöht.

Insgesamt sind 4.122 Hektar (2011) als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, im Vergleich zum Jahr 1995 (2768 Hektar) eine Steigerung um 49 Prozent. Außerdem wurden 2011 der Limmer Brunnen, Metzhof (Bothfeld), Bornumer Holz, Ahlemer Holz, Laher Teich und Laher Wald sowie Alte Wietze (Isernhagen Süd) als "Geschützte Landschaftsbestandteile" mit einer Gesamtgröße von 48 Hektar ausgewiesen.

Energie und Klimaschutz

Der in Hannover erzeugte regenerative Strom aus Wasserkraft, Gasen (Deponie-, Gär- und Klärgasen), Biomasse, Windkraft und Solarenergie hatte 1997 einen Anteil von 0,6 Prozent und im Jahr 2011 mit rund 58.000 MWh einen Anteil von 1,8 Prozent an der hannoverschen Stromversorgung.

Die mit Photovoltaik erzeugte Strommenge ist von 2008 bis 2011 um fast 300 Prozent gestiegen. Im Jahr 2011 erzeugten die 718 Anlagen mit einer Modulfläche von circa 80.000 Quadratmeter rund 7.300 MWh, dies entspricht dem Strombedarf von 5.200 Personen.

Der Stromverbrauch pro EinwohnerIn der privaten Haushalte ist von 2008 bis 2011 um drei Prozent gesunken, im Zeitraum 1990 bis 2011 jedoch insgesamt um 10,5 Prozent angestiegen. Nach einer sehr schlechten Entwicklung in den 1990er Jahren ist ab dem Jahr 2000 ein positiver Trend erkennbar: Trotz Zunahme von Single-Haushalten und vermehrter Ausstattung mit Elektrogeräten – insbesondere im Multimediabereich – verringerte sich der Stromverbrauch pro EinwohnerIn im Zeitraum von 2000 bis 2011 um zehn Prozent.

Verkehr und Mobilität

Im ÖPNV gibt es eine kontinuierliche sehr positive Tendenz: Die Zahl der Fahrgäste des GVHs hat gegenüber dem Jahr 2000 um 23,7 Prozent (37,5 Mio. Fahrten) zugenommen. Außerdem hat das Fahrrad bei der Verkehrsmittelwahl – bezogen auf alle in der Stadt Hannover zurückgelegten Wege – einen deutlichen Zuwachs von 12 (2002) auf 19 Prozent (2011) erhalten. Der Wermutstropfen bei der Verkehrsbilanz ist jedoch, dass der Pkw-Bestand von 2008 bis 2012 (Stichtag für Fahrzeugbestand jeweils der 1. Januar des Jahres) um fast 10.000 (exakt 9873) Autos zugenommen hat. Pro 1.000 EinwohnerInnen ist die Zahl der PKW um 4,1 Prozent gestiegen.

Verkehrsbedingte Luftschadstoffbelastung

Seit 2008 (Einführung der Umweltzone) ist der Jahresmittelgrenzwertwert für Stickstoffdioxid an der Verkehrsmessstation Göttinger Straße von 56 µg/m³ auf 43 µg/m³ (2011) gesunken und liegt damit nur noch um drei µg/m³ über dem Grenzwert von 40 µg/m³. Der Grenzwert für Feinstaub wird an der Verkehrsmessstation bereits seit 2004 eingehalten.

Trinkwasserverbrauch

Der tägliche Trinkwasserverbrauch aller Tarifkunden im Wasserversorgungsnetz der Stadtwerke Hannover AG – dazu gehören private Haushalte, Kleingewerbe und sonstige Abnehmer – ist pro EinwohnerIn seit 2008 (141 Liter) bis 2011 (138 Liter) um 2,2 Prozent gesunken, bezogen auf den Zeitraum 1990 (157 Liter) bis 2011 (138 Liter) waren es sogar 12,1 Prozent.

Biologische Qualität der Fließgewässer

Der Anteil der Fließgewässerstrecken mit Wassergüteklasse II (mäßig belastet) ist innerhalb von 14 Jahren von 27,3 Prozent (1998) auf 49 Prozent in 2012 gestiegen, während zeitgleich der Anteil der Fließgewässerstrecken mit Güteklasse II-III (kritisch belastet) von 60,2 Prozent auf 45,1 Prozent gesunken ist. Nur sechs Prozent der Fließgewässerstrecken sind heute noch stark verschmutzt bzw. biologisch verödet, insbesondere durch Salzeinleitungen aus der Kaliindustrie.

Abfall

Das Abfallaufkommen hat sich in den vergangenen Jahren nach einem starken Rückgang in den 1990er Jahren (1992: 1215 kg/EinwohnerIn) auf eine nahezu konstante Größe eingependelt und lag im Jahr 2011 um 53,1 Prozent niedriger bei 570 kg/EinwohnerIn. Bei den getrennt erfassten Wertstoffen gab es insbesondere beim Altpapier steigende Sammelmengen: ein Anstieg um 16 Prozent von 79,6 kg/EinwohnerIn (2002) auf 92,3 kg/EinwohnerIn im Jahr 2011 (2008: 87,1 kg/EinwohnerIn). Die zu entsorgende Abfallmenge, die deponiert oder thermisch behandelt wird, ist seit 2008 (269 kg/EinwohnerIn) um etwa 18 Prozent, in den vergangenen zehn Jahren sogar um 23 Prozent von 287 kg/EinwohnerIn (2002) auf 221 kg/EinwohnerIn (2011) reduziert worden.

Der Umweltbericht kann beim Fachbereich Umwelt und Stadtgrün unter der Telefonnummer 0511/168-43801 oder unter der E-Mail-Adresse
umweltkommunikation@hannover-stadt.de bestellt werden und steht unter www.hannover.de als Download zur Verfügung.

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