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Christopher Mlalazi erhält das Hannah-Arendt-Stipendium der Stadt Hannover

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Marlis Drevermann, Kultur- und Schuldezernentin der Stadt, hat heute (17. Dezember) den neuen Hannah-Arendt-Stipendiaten in Hannover begrüßt.

Christopher Mlalazi aus Zimbabwe lebt seit Ende November als sechster Hannah-Arendt-Stipendiat für zwei Jahre in der niedersächsischen Landeshauptstadt, die im Internationalen Städtenetzwerk ICORN mit diesem Stipendium einen Beitrag zur Freiheit des Wortes leistet.

Christopher Mlalazi (42) schreibt Prosa, Theaterstücke und Gedichte. Er veröffentlichte drei Bücher sowie eine Reihe von Theaterstücken, die in Zimbabwe aufgeführt wurden. Bisher erschienen von ihm "Dancing With Life: Tales From The Township" (2008), "Many Rivers" (2009) und "Running With Mother" (2012).

Der Autor wurde mehrfach ausgezeichnet, so beim Kurzgeschichten-Wettbewerb Sable/Arvon in Großbritannien (2004), vom PEN-Club Südafrika (2007), von Oxfam Novib PEN für die "Freiheit der Meinungsäußerung" für Theater (2008). In Zimbabwe erhielt er National Arts Merit Awards (NAMA), Auszeichnungen, die von Kultur-Institutionen der Zivilgesellschaft vergeben werden, darunter einen Preis für die beste Erstveröffentlichung (2009), eine Auszeichnung für herausragende Prosa (2009) und eine für die beste Theaterproduktion (2011).

Mlalazi war bereits dreimal als Gastautor im Ausland, so 2010 in der Villa Aurora, Kalifornien, 2011 beim Nordischen Afrika-Institut in Uppsala, Schweden, von wo aus er Lesereisen nach Norwegen, Finnland und Deutschland unternahm, und 2012 in der Universität Iowa, USA, zum Austausch-Programm mit SchriftstellerInnen aus aller Welt.

Zur Zeit schließt er seinen neuen Roman ab, "They are coming", in dem es um Gewalt vor den Wahlen geht. Es gibt zwei weitere Projekte, die der Autor gerne in Hannover realisieren möchte: "Als wir Kinder waren", eine Gedicht-Sammlung für Kinder, und zwei Theaterstücke für Kinder.

Die Bibliographie für zeitgenössische afrikanische Literatur (African Book Publishing Record), Oxford, schrieb zu Mlalazis erstem Buch:

"Die Kurzgeschichten in 'Dancing with Life' sind leicht zu lesen, unterhaltsam und oft voller Trauer und Humor… Mlalazi ist ein bedeutender Autor, seine Veröffentlichungen zählen zur wichtigen zeitgenössischen Literatur, mehr noch, das neue Buch zählt zu den Publikationen, die die LeserInnen durch literarische Prosa über das Leben in Afrika heute informieren".

Das Kulturbüro der Stadt Hannover und das Literaturhaus Hannover e.V. begleiten Mlalazi während seines Aufenthaltes, um seine soziale und kulturelle Teilhabe am Leben in der Stadt zu fördern. Anfang Februar stellt das Literaturhaus Christopher Mlalazi mit einem literarischen Abend-Programm vor (www.literaturhaus-hannover.de).

Das Hannah-Arendt-Stipendium wurde auf einstimmigen Beschluss des Rates der Stadt Hannover im Jahr der Internationalen Weltausstellung (EXPO 2000) eingerichtet und wird vom Kulturdezernat vertreten. Die bisherigen Stipendiaten waren 2002 und 2003 der weißrussische Autor Ales Rasanau. Sein Nachfolger war der kubanische Autor Carlos Valerino. Danach kamen Vladimir Sorokin (Russland), Marwan Othman (Syrien), Muhammad al Nasser (Irak) und zuletzt der kubanische Autor Carlos Aguilera.

Mit dem Hannah-Arendt-Stipendium setzt die Landeshauptstadt ein Zeichen für die Freiheit des Wortes, denn die Zahl der SchriftstellerInnen, die in ihrem Heimatland bedroht sind, Arbeits- oder Veröffentlichungsverbot haben, oder von nicht-staatlichen Gruppen verfolgt werden, nimmt weltweit zu.

Hannover ist seit 2000 mit diesem Stipendium Mitglied eines wachsenden internationalen Städtenetzwerkes, zunächst vom Internationalen Parlament der Schriftsteller (IPW) etabliert und seit 2006 von ICORN (International Cities of Refuge Network) koordiniert. ICORN wurde 2006 im norwegischen Stavanger als weltweites Städtenetzwerk begründet. Hannover ist Gründungsmitglied dieses Netzwerkes, das eng mit dem PEN International zusammenarbeitet.

Pressemiteilung: Stadt Hannover

 

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