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Das Kaufhaus Küchengarten schließt

Ladenzeile Limmerstraße 3-5

Ladenzeile Limmerstraße 3-5

Am 24. Juni 1988 wird das Kaufhaus Küchengarten geschlossen.

Das sogenannte Kaufhaus am Küchengarten in Hannover war in einem heute denkmalgeschützten Ensemble aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre.

Zur Zeit der Weimarer Republik beabsichtigte der Kaufmann Karl Homann als Bauherr die Errichtung eines großen Kaufhaus-Komplexes mit Wohnungen in den Obergeschossen. Die Pläne hierzu lieferte ihm der in Hannover tätige Architekt Friedrich Hartjenstein. Im Vorfeld der Weltwirtschaftskrise und mangels Liquidität fiel das Bauvorhaben dann allerdings reduzierter aus als anfangs geplant.

So entstand bis 1927 als Abschluss des trapezförmigen Areals zwischen der Selma-, Limmer- und Fössestraße ein viergeschossiger Klinkerbau, der das städtebauliche Vakuum des Platzes Am Küchengarten füllte und sich gut in die schon vorhandene Blockrandbebauung integrierte. Statt eines großen Kaufhauskomplexes fanden sich nun zahlreiche eher kleinere Einzelhandelsläden im Erdgeschoss. Gleichzeitig nahm der sowohl zum Wohnen als auch für Gewerbe errichtete Komplex Bezug auf die Städtischen Bäder und die nordöstlich gelegene fortgeschrittene Bebauung aus dem späten 19. Jahrhundert.

Normaluhr am Anfang der Limmerstraße

Normaluhr am Anfang der Limmerstraße

Die Fronten an der Fössestraße 8–12 und der Limmerstraße 3–5, ursprünglich mit Sprossenfenstern ausgestattet, fielen eher flächig aus und wurden lediglich durch differenzierte Horizontallinien gegliedert, wobei an der Limmerstraße ein Versprung an die ältere Fluchtlinie anschließt. Demgegenüber steigert sich die Plastizität zu den Gebäudeecken hin, weisen unter anderem kielförmige Erker, kastenförmige Dachhäuser und eine reichhaltigere Gestaltung den nahezu symmetrischen Abschnitt am Platz mit der Fössestraße 4–6 als Hauptfassade aus: Hier finden sich fünf Kompartimente mit Drillingsfenstern, die nur knapp über dem Gurtgesims vortreten. Dazu gehören hochrechteckig gestaltete figürliche Reliefplatten, die die horizontale Betonung der verkröpften Gesimse ausgleichen. Kubistische Dekorplatten an den drei mittleren Feldern unterhalb der Dachhäuser verstärken stattdessen die Vertikale in den Brüstungsfeldern.

Zur alten Möblierung des Platzes am Küchengarten zählt die ebenfalls etwa 1927 aufgestellte Normaluhr nach einem Entwurf von Karl Elkart.

Bildquellen:

  • Ladenzeile Limmerstraße 3-5: www.hannover-entdecken.de
  • Normaluhr am Anfang der Limmerstraße: www.hannover-entdecken.de
  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de