Monate: Mai 2011

OSV ist Meister und Aufsteiger in die Landesliga

osv-hannoverDer frühere Zweitligist OSV Hannover ist nach 17 Jahren in die Landesliga zurückgekehrt. Am vorletzten Spieltag der Saison in der Bezirksliga besiegte die Mannschaft von Trainer Jörg Goslar den Stadtrivalen Niedersachsen Döhren mit 2:1 und liegt mit fünf Punkten Vorsprung uneinholbar an der Tabellenspitze.

Vor der Saisonrekordkulisse mit 350 Zuschauern im Oststadtstadion trafen die beiden derzeit wohl besten Mannschaften der Liga aufeinander. Die im Winter erheblich verstärkten Gäste traten mit drei ehemaligen OSV-Akteuren an und besaßen die erste Tormöglichkeit schon nach drei Minuten als Stürmer Oliver Gräfe allein auf Torhüter Oliver Zwillus zusteuerte, letzterer aber per Fußabwehr retten konnte. Nahezu im Gegenzug drang OSV-Brasilianer Dyhonne do Amaral mit einem entschlossenen Spurt in den gegnerischen Strafraum ein und wurde vom ehemaligen ghanaischen Nationalspieler Abdulrahman Danladi gelegt. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Torjäger vom Dienst, Nikolaos Zervas, in der 6. Minute flach ins linke untere Eck zur 1:0-Führung für die „Rot-Weißen". Schon fünf Minuten später hätten die Gastgeber den Vorsprung ausbauen können, als Dyhonne do Amaral aus rund 25 Metern einen Heber über den Gästetorwart ansetzte, dieser kurz vor dem Tor noch aufsprang und schließlich an der Torlatte endete. Nach 17 Minuten vergab ein Angreifer der Gäste eine gute Schussmöglichkeit aus kurzer Distanz. Zehn Minuten danach hatte OSV-Spielführer Mevlüt Yildirim seinen großen Auftritt, als er optimal freigespielt wurde, den Torhüter der Niedersachsen umspielte und ins leere Tor zum 2:0 einschieben konnte. Die Gäste dachten jedoch in keiner Weise daran klein beizugeben. Lewis Asamoah, Bruder des früheren 96ers Gerald Asamoah, verzog in der Folge einen Schuss aus kurzer Distanz nur knapp. Auch Oliver Grefe zielte kurz darauf knapp am von Oliver Zwillus sicher gehüteten Tor vorbei. Auf der Gegenseite kam Patrick Grabosch in halbrechter Position frei zum Schuss, den der starke Gästekeeper Rösler jedoch gekonnt parierte. In der 38. Minute wurde Asamoah mit einer Flanke von der rechten Seite bedient und köpfte aus kurzer Distanz den Anschlusstreffer. Mit diesem Ergebnis ging es in die Kabine.

Beispielgebend für die hohe Moral der Mannschaft von Trainer Jörg Goslar ist festzustellen, dass sich die zuletzt verletzten Gürman Agac und Philipp Schmidt vor der Partie einsatzbereit meldeten. Während Agac zur Pause das Feld verlassen musste, wurde der nach einem Außenbandriss soeben halbwegs genesene Schmidt eingewechselt.

Nach einer Stunde kam erneut der stets gefährliche Lewis Asamoah nach einer Ecke zum Kopfball, den Oliver Zwillus mit einer Glanzparade aus dem bedrohten Eck fischte. Kurze Zeit später drang Philipp Schmidt nach Anspiel von Nikolaos Zervas in den Fünfmeterraum ein und traf den Außenpfosten. In der 75. Minute scheiterte Dyhonne do Amaral aus spitzem Winkel am starken Torwart der Döhrener. Kurz vor Schluss setzte Marcel Kattenhorn einen Distanzschuss am gegnerischen Gehäuse vorbei. In der langen Nachspielzeit warteten alle Spieler, die Verantwortlichen und Anhänger der „Rot-Weißen" auf den erlösenden Schlusspfiff des Schiedsrichters und beinahe hätte Ruben Pardo dos Santos an alter Wirkungsstädte Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleichstreffer erzielt, hätten nicht Torwart Zwillus und Innenverteidiger Ali Kara mit vereinten Kräften die kritische Situation bereinigt. Beim Abpfiff löste sich die Anspannung aller in Luft auf und Spieler, Verantwortliche und Fans feierten überschäumend Meisterschaft und Aufstieg.

Das große Ziel, das sportliche Leitung und Mannschaft ausgegeben haben, wurde durch eine phänomenale Serie von 21 Siegen bei einem Remis in den vergangenen 22 Spielen erreicht. Der OSV Hannover hat sich im Kreis der besten Mannschaften Hannovers eindrucksvoll zurückgemeldet.

www.osv-hannover.de

Sonntag: 1. Respekt Fußballspiel

Kaum ist die Bundesligasaison für Hannover äußerst erfolgreich zu Ende gegangen, steht auch schon der nächste "Knaller" auf dem Programm:

Am Sonntag, 29.Mai, stehen sich im OSV-Stadion ab 13:30 Uhr zwei ungewöhnliche Teams gegenüber:
"QuerSchuss", ein Team schwuler Fußballer tritt gegen eine Auswahl hannoverscher Prominenter an.

Mit dabei sind unter anderen

  • Ex-96-Profi Karl-August "Kalle" Herbeck,
  • Wurfscheibenschütze Gordon Gosch (Mannschaftsweltmeister 2007),
  • Hannovers Top-Schwimmer Jan Hesse von den Wasserfreunden 98,
  • Arthur Mattheis, Trainer der Boxer vom BSK Seelze und
  • Suher Alshamari, Boxer des BSK.

Komplettiert wird die Mannschaft von Mitarbeitern der Stadtverwaltung und den Ratsmitgliedern Stephan Degenhardt und Joachim Rodenberg.
Das Spiel findet im Rahmen der schwul-lesbischen Kulturwochen statt und soll für mehr Toleranz werben.
Ausrichter ist der Fachbereich Sport- und Eventmanagement der Landeshauptstadt Hannover. Dessen Leiter Klaus Timaeus übernimmt die Betreuung des Promi-Teams.
Das Spiel wird um 13 Uhr angepfiffen, Einlass ist ab 13 Uhr. Gespielt wird 2 x 30 Minuten.
Das OSV Stadion, Carl-Loges-Straße 12, ist mit der Linie 9 (Haltestelle Kurze-Kamp-Str.) zu erreichen.
Der Eintritt ist frei!  

Hannover GloBall 2011 – Fußballprojekt für Mädchen aus Anlass der FIFA Frauen WM

Frauen spielen Fußball – auf höchstem internationalen Niveau bei der FIFA Frauen Weltmeisterschaft vom 26. Juni bis 17. Juli in Stadien zwischen Wolfsburg und Frankfurt, wenn die amtierenden Weltmeisterinnen der deutschen Auswahl den Titel verteidigen.

Mädchen und junge Frauen zwischen sieben und 15 Jahren können dem Vorbild in Hannover folgen: Bei Hannover GloBall 2011 können sie einmal in der Woche unter fachkundiger Anleitung anderthalb Sunden lang trainieren, auf einem Platz oder Kleinfeld in ihrer Nachbarschaft, in ihrer Altersgruppe (bis 12 oder über 12 Jahre), bis Oktober – mit Ausnahme der Sommerferien.

Das Projekt möchte bei den jungen Spielerinnen die Lust am Fußball wecken beziehungsweise helfen, ihre fußballerischen Fähigkeiten zu verbessern. An den Trainingsorten sollen sich dauerhafte Teams zusammenfinden – denn wer regelmäßig dabei ist, kann nicht nur kostenlos ein Trikot und Schuhe bekommen sondern an den Höhepunkten des Projekts teilnehmen:

  • Beim Fußballcamp aller Standorte zu Beginn der FIFA Frauen WM am Sonntag und Montag mit Übernachtung (26. und 27. Juni) auf dem Gelände des Hannoverschen SC, das vom Niedersächsischen Fußballverband mit veranstaltet wird. Am Sonntag werden ein professionelles Training und die Abnahme des DFB-Fußballabzeichens angeboten, bevor gemeinsam das WM-Spiel Deutschland : Kanada auf der Leinwand angeschaut wird. Zum Live-Erlebnis des Spiels Mexiko : England geht es am Montag nach Wolfsburg, nachdem tagsüber in einem Turnier das Siegerteam ausgespielt wurde.
  • Beim Abschlusscamp auf dem Gelände des NFV in Barsinghausen am 24. September, bei dem es noch mal um einen Turniersieg geht.

Für Hannover GloBall 2011 wird auf folgenden Plätzen trainiert:

  • Vahrenheide, DFB-Minispielfeld Holzwiesen, mittwochs 14:30 bis 17.30 Uhr. Veranstalter sind der Spielpark Holzwiesen und der 1. FFC Hannover, Anmeldungen unter der Telefonnummer 60 455 04
  • Linden, DFB-Minispielfeld, dienstags 17 bis 18.30 Uhr. Veranstalter sind der Spielpark Linden und der SV Linden 07, Anmeldung unter der Telefonnummer 168 – 4 48 82
  • Ricklingen, Gelände des Spielparks, donnerstags 17 bis 18:30 Uhr. Veranstalter ist der Spielpark Ricklingen, Anmeldung unter der Telefonnummer 41 20 05
  • Limmer, neue Sporthalle der GS Kastanienhof, dienstags 16:30 bis 17.30 Uhr. Veranstalter sind der TSV Limmer und das Mädchenhaus, Anmeldung unter der Telefonnummer 21 35 94 95
  • Kirchrode, Gelände des TSV Kirchrode, montags, 17:30 bis 19 Uhr. Veranstalter sind der kleine Jugendtreff Downtown und der TSV Kirchrode, Anmeldung unter der Telefonnummer 3 74 82 51
  • Südstadt, Gelände SV Eintracht Hannover, donnerstags, 15 bis 16:30 Uhr. Veranstalter sind die Spielparks Döhren und Tiefenriede und der SV Eintracht Hannover, Anmeldung unter 83 58 61 und 88 26 27.

An der Planung, Durchführung und Finanzierung beteiligen sich folgende Partner:
Die Stadtverwaltung Hannover mit dem Referat für Gleichstellung; Fachbereich Sport und Eventmanagement; Fachbereich Jugend und Familie mit den Spielparks Linden, Döhren, Tiefenriede, Ricklingen und Holzwiesen, dem Jugendschutz, dem Fanprojekt Hannover und der Sportkoordination.
Aus dem Sport sind der Niedersächsische Fußball Verband, die Sportvereine 1. FFC Hannover, SV Linden 07, TSV Limmer, TSV Kirchrode, SV Eintracht Hannover und der Hannoversche SC beteiligt.
Für dieses Vorhaben entwickelt der NFV einen Kurzlehrgang zur Qualifikation von Mitarbeiterinnen aus städtischen Einrichtungen und Sportlerinnen aus den Sportvereinen.

Hannover GloBall 2011 schließt an GloBall 2010 an, bei dem aus Anlass der Fußball Weltmeisterschaft 2010 36 Teams aus dem gesamten Stadtgebiet die Weltmeisterschaft "nachgespielt" haben. Im kommenden Jahr ist "GloBall 2012" im Umfeld der Fußball Europameisterschaft 2012 geplant.

Informationen gibt Michael Lockmann, Sportkoordinator im Fachbereich Jugend und Familie, Telefon 168 – 4 10 82.

Ehemalige Heimkinder – Stadt legt Dokumentation vor

"Heimerziehung in der Landeshauptstadt Hannover in den 50er und 60er Jahren" ist der Titel der Dokumentation, die Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter heute (25. Mai) vorgestellt hat. Sie wurde erstellt von Professorin Dr. Carola Kuhlmann, EFH Bochum, die unter anderem das vom Rat der Stadt im Juni 2009 beschlossene Maßnahmepaket wissenschaftlich ausgewertet hat, ergänzt durch eigene Aktenrecherchen und Interviews mit Betroffenen.

Das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die vor rund 50 Jahren auch in den ehemals fünf städtischen Heimen aufgewachsen sind, war wie überall lange weitgehend unbekannt und unbeachtet. "Als früherer Träger der Einrichtungen haben wir uns an der Aufarbeitung beteiligt, indem wir Betroffenen Informationen per Internet, AnsprechpartnerInnen an einer Telefonhotline sowie die Möglichkeit der Akteneinsicht zur Verfügung gestellt haben. Aus den Auswertungen von Professorin Dr. Kuhlmann ist die seinerzeit vollständig andere Form der Heimerziehung deutlich geworden. Auch wenn sich weder aus Betroffenenaussagen noch aus der Untersuchung heraus eklatante Einzelfälle ergeben haben, bleibt festzustellen, dass damals auch in kommunaler Trägerschaft keine personenzentrierte Heimerziehung praktiziert wurde. Hieraus sind sicherlich auch emotionales Leid und individuelle Beeinträchtigungen entstanden, für die man sich aus heutiger Sicht nur entschuldigen kann", so Thomas Walter.

"Einerseits tragen Kommunen Verantwortung als Träger eigener Einrichtungen. Andererseits aber auch als diejenigen, die Heimerziehung zu begründen und zu veranlassen hatten – und zwar im Bereich der Minderjährigenfürsorge sowie in Bezug auf die Befürwortung einer freiwilligen oder unfreiwilligen Fürsorgeerziehung", erläutert Professorin Kuhlmann und stellt fest: "Anhand der erhaltenen Akten im Fachbereich Jugend und Familie ist zwar nicht auszuschließen, dass Kinder auch aus nichtigen Gründen ins Heim kamen. Mehrheitlich wurde aber mit Blick auf die häuslichen Verhältnisse verantwortungsvoll und nach Kriterien entschieden, die auch heute noch relevant wären und als 'Vernachlässigung' beschrieben würden."

Aufbau der Dokumentation

Kapitel 1: Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren
Etwa 700.000 bis 800.000 Kinder und Jugendliche lebten in der Zeit von 1949 bis 1975 in Heimen in der Bundesrepublik Deutschland. Die zirka 3.000 Heime befanden sich überwiegend in kirchlicher Trägerschaft (65 Prozent). Ein weiterer Teil wurde von öffentlicher Hand (25 Prozent) sowie von anderen freien Trägern und Privatpersonen (10 Prozent) unterhalten.
Verantwortlich für Einweisung und Unterbringung waren Jugendämter und Landesjugendämter.

Kapitel 2: Wege ins Heim
Wenn Kinder in ein Heim kamen, waren die Kommunen, insbesondere die Jugendämter der Städte, an diesem Prozess immer beteiligt. Insofern liegt die Verantwortung der Stadt Hannover, neben ihrer Trägerschaft für eigene Heime, auch auf der Ebene der Ursachen und Begründung von Heimerziehung – und zwar sowohl im Bereich der Minderjährigenfürsorge (Paragraph 5 und 6 Jugendwohlfahrtsgesetz JWG) als auch in Bezug auf die Befürwortung einer freiwilligen oder unfreiwilligen Fürsorgeerziehung (FE/FEH).

  • Gesetzliche Grundlagen für die Heimerziehung waren in den 50er und 60er Jahren das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (RJWG), später das Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG).
  • In der Verantwortung des Jugendamtes lagen die Erziehungshilfen nach den Paragrafen 5 und 6 JWG, die sogenannte einfache Heimerziehung. Die Landeshauptstadt Hannover hat vier eigene Heime betrieben. 
  • Freiwillige Erziehungshilfe (FEH) konnten die Erziehungsberechtigten bei "drohender Verwahrlosung" über das örtliche Jugendamt beim Landesjugendamt beantragen. Fürsorgeerziehung (FE) setzte keine Freiwilligkeit voraus, sie wurde bei "drohender oder bereits eingetretener" Verwahrlosung durch ein Vormundschaftsgericht angeordnet. Bekannte FEH/FE-Einrichtungen in Hannover waren das Stephansstift und der Birkenhof.

Kapitel 3: Fallgeschichten
Professorin Dr. Kuhlmann hat insgesamt 40 Akten ausgewertet und exemplarisch in der Broschüre einige dieser Fälle dargestellt.

Kapitel 4: Heime der Stadt Hannover

Kinderheim Nordstern
Ab 1922 Säuglings- und Kleinkinderheim. 1954 hatte das Kinderheim Nordstern 150 Plätze für Kinder von null bis eindreiviertel Jahren. 1994 wurde das Heim geschlossen.

Kinderheim Mecklenheide
150 Plätzen für Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis 14 Jahren. Heimeigene Schule für Volks- und Sonderschüler. 1965 wurde das Heim geschlossen.
Kinderheim Lohnde
1948 eröffnet, Heim zur Unterbringung von elternlosen, milieugeschädigten und erziehungsbedürftigen Kindern, 90 Plätze für Jungen und Mädchen von eindreiviertel bis sechs Jahren. 1969 wurde das Heim geschlossen.

Kinderheim Isernhagen
1928 wurde das Anwesen von der Landeshauptstadt Hannover erworben, seit den 40er Jahren Unterbringung von Kindern, 1954 gab es 75 Plätze für Jungen und Mädchen im Alter von drei bis sechs Jahren. 1979 wurde das Heim geschlossen.

Kinderheim Rohdenhof
1965 wurde das städtische Kinderheim Rohdenhof eröffnet als Ersatz für das Kinderheim Mecklenheide. 108 Plätze für Kinder und Jugendliche, die in alters- und geschlechtsgemischten Gruppen betreut wurden.

Kapitel 5: Hotline (Zusammenfassung):

  • Insgesamt meldeten sich 77 AnruferInnen. Diese Zahl kann bei einer ausschließlich lokal beworbenen Hotline als zufriedenstellend betrachtet werden.

  • Aus Hannover meldeten sich 44 Personen, von außerhalb gab es 32 Meldungen.
  • Frauen und Männer haben sich annähernd gleich oft gemeldet.
  • Die Altersspanne reichte von 23 bis 86 Jahren. 
  • Es gab 13 Betroffene, die in "städtischen Einrichtungen" lebten.
  • Von schlechten und demütigenden Erfahrungen in städtischen Heimen wurde, bis auf das Kinderheim "Mecklenheide", nicht berichtet.
  • Von "sexueller Gewalt" wurde in elf Beratungen gesprochen, die sich allesamt nicht in städtischen Einrichtungen ereigneten.
  • Angaben über positive Erfahrungen in städtischen Heimen (6 von 13) wurden, im Verhältnis zu den Erfahrungen in anderen Heimen (2 von 69), proportional häufiger gemacht.
  • Das Hauptanliegen der ehemaligen Heimkinder war der Wunsch, sich zu öffnen, über Erlebnisse und Geschehnisse während ihrer Heimzeit zu reden und sich beraten zu lassen. Ebenso der Wunsch nach Akteneinsicht.

Kapitel 6: Unehelich geboren – im städtischen Säuglingsheim aufgewachsen

Die Stadt Hannover betreute und versorgte in ihren Heimen besonders viele Säuglinge. Im Säuglings- und Kleinkinderheim "Nordstern" waren davon etwa 75 Prozent unehelich geboren. Die Kleinen konnten dort bereits ab dem vierten Tag nach der Geburt Aufnahme finden.

  • Uneheliche Kinder waren in der Regel auch unerwünschte Kinder. Die Eltern reagierten auf die Schwangerschaft der unverheirateten Tochter in der Regel mit Ablehnung. 
  • Schwangerschaftsabbrüche waren illegal und strafbar. 
  • Bis 1970 wurde für jedes uneheliche Kind eine Amtsvormundschaft eingerichtet
  • Ende 1966 hat das Jugendamt 5.479 Amtsvormundschaften.
  • Im Kinderheim Nordstern wurden die Kleinkinder körperlich und hygienisch gut versorgt, emotional jedoch unzureichend beachtet und gefördert.

Kapitel 7: Die Stadt Hannover und ihre Verantwortung für die Heimerziehung der 50er und 60er Jahre  Forschungsauftrag und -umsetzung in Hannover

Aktivitäten, die seit dem Ratsbeschluss erfolgt sind:

  • Hotline
  • Recherchen in Archiven
  • Interviews mit ehemaligen Kindern, Jugendlichen und MitarbeiterInnen aus Heimen.

Auf dieser Grundlage kann man nun zu einem Urteil darüber kommen, dass die kommunalen Jugendämter und damit die Städte (so auch Hannover) und Kreise für die Heimerziehung der 50er/60er Jahre Verantwortung tragen.
In Hannover liegt diese auf drei Ebenen:

1. Im Bereich der Familienfürsorge wurden Gutachten über häusliche Verhältnisse von Kindern und Jugendlichen erstellt, die mit darüber entschieden, ob Kinder ins Heim kamen oder nicht.

2. Im Bereich der Erziehungsfürsorge und der Amtsvormundschaft wurde – meist ohne eigene Kenntnis der Familiensituation – die Entscheidung über die Unterbringung sowie über Verlegung, Überweisung in die Fürsorgeerziehung oder Rückführung in die Herkunftsfamilie getroffen.

3. In den städtischen Säuglings- und Kinderheimen wurden Kinder bis zum Schulabschluss von städtischen Angestellten betreut.

Fazit zu 1. und 2.
Da die verbliebenen Akten im Fachbereich Jugend und Familie nur eine willkürliche Auswahl darstellen, kann nicht abschließend beurteilt werden, ob und in welchem Prozentsatz Kinder aus nichtigen Gründen ins Heim kamen. Die Akten legen aber nahe, dass in Bezug auf die häuslichen Verhältnisse – mit Ausnahme der Unehelichen – mehrheitlich Kinder aus Gründen ins Heim kamen, die auch heute noch relevant sind und die heute als "Vernachlässigung" beschrieben würden.

Fazit zu 3.
In den Kinderheimen sind die Kinder nach den damaligen Ansprüchen offenbar angemessen versorgt und beaufsichtigt worden, allerdings oftmals mangelhaft emotional betreut und manchmal ungenügend schulisch gefördert. Schwerwiegende Übergriffe scheint es nicht gegeben zu haben, allerdings durchaus – von heute aus betrachtet -zu verurteilende Strafpraxen wie Strafstehen und Strafen für Bettnässer. Über Schläge, sogar  Schläge mit einem Rohrstock, wird lediglich aus Mecklenheide berichtet.

Kapitel 8: Hannoversche Heimerziehung im Wandel
Die städtischen Kinderheime wurden aufgelöst. Dafür wurden pädagogisch betreute Wohngruppen gegründet, die Teil des Heimverbundes sind. Neben den stationären Hilfen bietet der Heimverbund auch ambulante und teilstationäre Hilfen an.

Kapitel 9: Hilfen heute
Aus totalen Institutionen der Erziehungshilfe ist ein sehr weit gefächertes Hilfesystem entstanden, das eine Vielzahl von differenzierten Angeboten für Kinder, Jugendliche und deren Familien bietet.

In diesem Kapitel stellt der Kommunales Sozialdienst (KSD) dar, wie Familien und ihre Kinder heute unterstützt werden.

Kapitel 10: Beiträge hannoverscher Jugendhilfeträger
Textbeiträge von folgenden Einrichtungen:

  • Stephansstift Evangelische Jugendhilfe gemeinnützige GmbH
  • Bethel im Norden – Birkenhof Jugendhilfe
  • St. Joseph Kinder- und Jugendhilfe
  • Pestalozzi Stiftung

Die Broschüre kann im Internet unter www.heimkinder-hannover.de, Stichwort Heimkinder, heruntergeladen werden.

Öffnungszeiten der hannoverschen Museen an Himmelfahrt und zu Pfingsten

Museum August Kestner
Himmelfahrt (2. Juni) geschlossen
Pfingstsonntag (12. Juni) 11 bis 18 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 11 bis 18 Uhr

Historisches Museum
Himmelfahrt (2. Juni) 10 bis 18 Uhr
Pfingstsonntag (12. Juni) 10 bis 18 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 10 bis 18 Uhr

Sprengel Museum Hannover
Himmelfahrt (2. Juni) 10 bis 18 Uhr
Pfingstsonntag (12. Juni) 10 bis 18 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 10 bis 18 Uhr

Niedersächsisches Landesmuseum
Himmelfahrt (2. Juni) 10 bis 17 Uhr
Pfingstsonntag (12. Juni) 10 bis 17 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 10 bis 17 Uhr

Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst – Wilhelm Busch
Himmelfahrt (2. Juni) 11 bis 18 Uhr
Pfingstsonntag (12. Juni) 11 bis 18 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 11 bis 18 Uhr

kestnergesellschaft
Himmelfahrt (2. Juni) 11 bis 18 Uhr
Pfingstsonntag (12. Juni) 11 bis 18 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 11 bis 18 Uhr

Kunstverein Hannover
Himmelfahrt (2. Juni) 11 bis 19 Uhr
Pfingstsonntag (12. Juni) 11 bis 19 Uhr
Pfingstmontag (13. Juni) 11 bis 19 Uhr

Kubus
Himmelfahrt (2. Juni) geschlossen
Pfingstsonntag (12. Juni) geschlossen
Pfingstmontag (13. Juni) geschlossen

theatermuseum hannover
Himmelfahrt (2. Juni) geschlossen
Pfingstsonntag (12. Juni) geschlossen
Pfingstmontag (13. Juni) geschlossen

Ausstellung Donnan und KUBUS: Nádasdy geht mit Ein-Personen-Theaterstück zu Ende

Am Sonntag, 29. Mai, geht um 17 Uhr die Ausstellung Leiv Donnan/János Nádasdy im KUBUS mit dem Ein-Personen-Theaterstück "Hast du in Melitopol eine Zuckermelone gekauft?" zu Ende.

Der Schauspieler Wolfgang Scheiner spielt Ossip Mandelstam. Ossip Mandelstam, geboren 1891 in Warschau, aufgewachsen in St. Petersburg, gestorben 1938 in einem Transitlager für Zwangsarbeiter bei Wladiwostok. Mandelstam gehörte zur Dichtergruppe der Akmeisten, einer modernen Literaturbewegung jener Zeit, die gegen die mystische und okkulte Verklärtheit die Forderung nach Klarheit der dichterischen Sprache setzte.

Ein Spottgedicht auf Stalin führte zu Verhaftung und Verbannung. Seine kritische Stimme kostete ihn schließlich das Leben, das er so sehr liebte. Sein großartiger Übersetzer Ralph Dutli nennt Mandelstam stolz und selbstbewusst, scharfzüngig und streitlustig, sinnlich, lebensfroh und witzig.

Und – welche Ironie – er, der den schwerblütigen altrussischen Mythen den Kampf angesagt hatte, wurde selbst zum Mythos. Er gilt in Russland und weltweit als Märtyrer der Poesie, der für seine Dichtung mit dem Leben bezahlte: Mandelstam als Gulag-Häftling, als Opfer totalitärer Macht im 20. Jahrhundert.

Mandelstam braucht keine Legenden. Er hinterließ eine unglaubliche Fülle an Gedichten, Erzählungen, Essays und Notizen.
Wolfgang Scheiner ist als Wiener Schauspieler mit ungarisch-böhmisch-mährischen Wurzeln nah dran an Mandelstams sprachlicher Intensität. Scheiner hat unter vielen anderen Autoren Thomas Bernhard gespielt und Nestroy und Schnitzler, das durchtriebene Balancieren mit dem Wort liegt ihm im Blut.

Er inszeniert die Sprache Mandelstams und lässt sein Leben zwischen Komik und Tragik für einen Theatermoment lebendig werden. "Trinken wir, Freundin, auf unseren Gerstenkorn-Kummer! Trinken wir aus!" Die mobile Produktion erinnert an den Dichter am letzten Tag der aktuellen Ausstellung im Kubus.

Bundesfreiwilligendienst startet!

„Der neue Bundesfreiwilligendienst stärkt generationsübergreifend unsere Engagementkultur“, so die Bundestagsabgeordnete, Dr. Ursula von der Leyen, zum neuen Freiwilligendienst des Bundesfamilienministeriums.

Am 1. Juli 2011 startet der Bundesfreiwilligendienst als Ersatz für die Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes. Damit kann jede und jeder, unabhängig vom Geschlecht und Alter, einen gemeinnützigen Dienst leisten. Das Einsatzfeld umfasst neben dem sozialen und ökologischen Bereich nun auch Sport, Integration, Kultur und Bildung sowie Zivilund Katastrophenschutz.

„Von diesem Projekt können Freiwillige enorm profitieren. Sie erhalten einen Einblick in neue Arbeitsbereiche und sammeln Erfahrung. Das ist eine Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. Dabei können die eigenen sozialen, persönlichen und fachlichen Kompetenzen verbessert werden. Der Freiwilligendienst ist eine große Chance die Zukunft unserer Gesellschaft mitzugestalten“, sagt von der Leyen. Alle nach dem Zivildienstgesetz anerkannten Dienststellen und -plätze werden automatisch als Einsatzstellen und Plätze des Bundesfreiwilligendienstes anerkannt. Die Freiwilligen können sich zwischen sechs und 18 Monaten, in Ausnahmefällen bis zu 24 Monaten engagieren. Grundsätzlich ist der Dienst Vollzeit zu leisten. Freiwillige ab 27 Jahren können in Teilzeit für mindestens 20 Wochenstunden mitwirken.

Das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr und der Internationale Jugendfreiwilligendienst werden ergänzt und nicht durch den Bundesfreiwilligendienst verdrängt. Weitere Informationen zum neuen Freiwilligendienst und zu Plätzen sind im Internet unter www.bundesfreiwilligendienst.de abrufbar.

Das Niedersächsische Gesundheitsministerium informiert über EHEC

Derzeit (Stand 25. Mai 2011, 12.00 Uhr) sind 131 Fälle und Verdachtsfälle von blutiger Durchfallerkrankung aus verschiedenen Kreisen und kreisfreien Städten in Niedersachsen bekannt, die mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) in Verbindung gebracht werden. Darunter befinden sich 28 Fälle bzw. Verdachtsfälle mit schweren Komplikationen (hämolytisch-urämisches Syndrom).

Niedersachsen steht mit dem Zentrum für Gesundheits- und Infektionsschutz unseres Landesgesundheitsamtes den kommunalen Ämtern Tag und Nacht mit Rat und Tat zur Seite. Die Gesundheitsämter sind aufgerufen, dem Landesgesundheitsamt täglich Verdachtsfälle auch unterhalb der Vorgaben des Meldeverfahrens nach dem Infektionsschutzgesetz mitzuteilen.

Weiterhin sind die Menschen aufgerufen, sich bei Anzeichen von Erkrankungen unmittelbar in ärztliche Behandlung zu begeben. Maßnahmen der Lebensmittelhygiene sollten unbedingt eingehalten werden.

Neben der Abklärung aller Verdachtsfälle durch eine mikrobiologische Diagnostik von Stuhlproben der Erkrankten und eine weitergehende Typisierung aller nachgewiesenen EHEC-Stämme gilt es durch Befragung von Patienten und die Durchführung von Fall-Kontroll-Studien die Infektionsquelle zu ermitteln. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt steht niedersächsischen Laboren sowie den Gesundheitsämtern dabei unterstützend zur Verfügung.

Niedersachsen unterstützt die länderübergreifenden und vom Robert-Koch-Institut koordinierten Befragungen durch ein Epidemiologenteam des Zentrums für Gesundheits- und Infektionsschutz (ZGI).

Fragen und Antworten

Wie äußert sich eine EHEC-Infektion? Die Mehrzahl der Erkrankungen tritt als unblutiger, meistens wässriger Durchfall in Erscheinung. Begleitsymptome sind Übelkeit, Erbrechen, seltener Fieber. Bei schwerer Verlaufsform: krampfartigen Bauchschmerzen, blutigem Stuhl und teilweise Fieber.

Wie erfolgt eine Infektion mit dem EHEC-Erreger? EHEC-Infektionen können auf vielfältige Art und Weise übertragen werden: Dabei handelt es sich stets um die unbeabsichtigte orale Aufnahme von Fäkalspuren, wie z.B. bei Kontakt zu Wiederkäuern oder beim Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Auch Mensch-zu-Mensch-Übertragungen sind ein Übertragungsweg. Wie lange dauert es zwischen Ansteckung und Auftreten der Infektion? Die Inkubationszeit beträgt ca. 2 bis 10 Tage (durchschnittlich 3 bis 4 Tage).

Wie wird eine EHEC-Infektion behandelt? Bei blutigem Durchfall sollt dringend ein Arzt aufgesucht werden.

Wie ist lang ist die Dauer der Ansteckungsfähigkeit? Eine Ansteckungsfähigkeit besteht, solange EHEC-Bakterien im Stuhl nachgewiesen werden.

Was ist ein hämolytisch – urämisches Syndrom – HUS? Diese schwerste Komplikation tritt üblicherweise in etwa 5-10% der EHEC-Infektionen mit blutigem Durchfall auf und ist der häufigste Grund für akutes Nierenversagen im Kindesalter. Hierbei kommt es häufig zur kurzzeitigen Dialysepflicht, seltener zum unumkehrbaren Nierenfunktionsverlust mit chronischer Dialyse. In der Akutphase liegt die Sterblichkeitsrate des HUS bei ungefähr 2%.

Welche Vorsichtsmaßnahmen können vor Ansteckung schützen?
Präventionsmaßnahmen betreffen vorrangig den sicheren Umgang mit Lebensmitteln. Im aktuellen Geschehen empfiehlt das Robert-Koch-Institut besonders bei der Zubereitung von Gemüse auf gute Küchenhygiene zu achten sowie Bretter und Messer gründlich zu reinigen. Die Gefahr einer Übertragung von Mensch zu Mensch besteht vor allem bei engem Kontakt zu EHEC-infizierten Patienten mit Durchfall. EHEC-Bakterien werden nicht über die Luft (Tröpfchen) übertragen.

Wie erfolgt die Suche nach der Infektionsquelle: Behandelnde Ärztinnen und Ärzte melden die Infektionen an die Gesundheitsämter. Durch Befragung der Patienten wird versucht, einen möglichen gemeinsamen Nenner zu finden. Aus den Bundesländern gehen die Meldungen an der Robert-Koch-Institut, das federführend bei der Suche nach der Infektionsquelle ist, da es sich um ein überregionales Geschehen handelt. Bei Infektionsgeschehen in der Vergangenheit konnte nicht immer die Infektionsquelle ermittelt werden.

Informationen: Siehe auch www.rki.de und www.nlga.niedersachsen.de

OSV vor dem Aufstieg

osv-hannoverAm 28. und damit drittletzten Spieltag hat der OSV Hannover in der Bezirksliga einen weiteren großen Schritt in Richtung Meisterschaft und Aufstieg in die Landesliga zurückgelegt.

Vor rund 100 Zuschauern im Beekestadion setzte sich das Team bei den derzeit arg gebeutelten SF Ricklingen mit 6:0 durch und profitierte abermals von einem Ausrutscher des Verfolgers HSC Hannover, der bei der Reserve des TSV Havelse nur 2:2-Unentschieden spielte. Mit nunmehr fünf Punkten Vorsprung zwei Spiele vor Schluss kann der OSV am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen Niedersachsen Döhren alles klar machen und auf heimischen Gelände den Aufstieg feiern. Anpfiff zu dieser Partie wird im Oststadtstadion um 15 Uhr sein. Mit dem bereits feststehenden Absteiger SF Ricklingen, der noch vor zwölf Jahren in der damals drittklassigen Regionalliga Nord am Ball war, traf der OSV auf einen erheblich dezimierten Gegner. Mit einem Feldspieler im Tor und ohne Reservisten boten die Gastgeber ihr letztes Aufgebot auf. Der OSV diktierte von Beginn an die Partie und kam auch regelmäßig zu Möglichkeiten. Die respektabel organisierten Ricklinger hielten jedoch nach Kräften dagegen. So dauerte es bis zur 23. Minute, als Elvis Mputu nach einer Ecke von Patrick Grabosch mit dem Knie die 1:0-Führung für die „Rot-Weißen" erzielte. Zehn Minuten danach stand Oguz Catan nach einer Flanke von Umut Yildirim am kurzen Eck und drückte den Ball zum 2:0 ins Netz. Nach 38 Minuten wurde erneut Mputu vor dem gegnerischen Tor freigespielt und vollendete überlegt aus etwa acht Metern ins lange Eck. Den 4:0-Halbzeitstand erzielte wiederum Catan mit einer sehenswerten Direktabnahme unter die Latte.

Nach der Pause nahmen die Gastgeber einen verletzten Spieler vom Feld und waren somit nur noch in Unterzahl. Anstatt den Gegner mit schnellem und zwingendem Spiel weiter unter Duck zu setzen, agierte der OSV zu umständlich und uninspiriert. In der 53. Minute musste Schlussmann André Wessoleck sogar einen Alleingang der Gastgeber unschädlich machen und konnte sich so immerhin einmal auszeichnen. Erst 20 Minuten danach gab der eingewechselte Marcel Kattenhorn einen Ball von rechts herein und Nikolaos Zervas vollendete aus kurzer Distanz. Zervas erzielte nach Zuspiel von Patrick Grabosch in der 83. Minute auch das 6:0, ebenfalls aus kurzer Distanz. Fünf Minuten vor Schluss sah ein Ricklinger Spieler nach einer Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte. So beließ es der OSV beim halben Dutzend Treffer und verpasste es das Torverhältnis deutlich zu verbessern.

Dennoch sieht nunmehr alles nach dem Titelgewinn für das Goslar-Team aus. Bereits am Sonntag könnten die „Rot-Weißen" nach 17 Jahren wieder in der 6. Liga zurück sein.

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Fahnen markieren Kinderunfälle – erfolgreiche Bilanz der Aktionswoche

Hannover setzt Zeichen: Seit der gestern (22. Mai) beendeten Woche der Verkehrssicherheit sind im Stadtbild an Straßenlaternen montierte runde, trichterförmige Fahnen zu sehen. Die auffälligen gelb-roten Stoffe mit der Aufschrift "Achtung Kinderunfall" markieren Orte, an denen sich in den vergangenen Jahren ein Unfall mit Kinderbeteiligung ereignet hat. "Nicht nur mit diesen Fahnen, auch mit der Woche der Verkehrssicherheit insgesamt, haben wir ein Signal gesetzt", bilanziert Stadtbaurat Uwe Bodemann die Aktionswoche, in der rund 400 Kinder an verschiedenen Angeboten in Schulen teilgenommen haben. Zudem wurden am gestrigen autofreien Sonntag zahlreiche Aktionen noch einmal präsentiert und dabei auch zehn "HANNOVERHELME", eine besondere Fahrradhelm-Edition der Firma Uvex, verlost. "In den vergangenen Tagen haben wir erfolgreich für mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr geworben", betont Bodemann und ergänzt: "Die erste Woche der Verkehrssicherheit war aber nur ein weiterer Schritt für eine kontinuierliche Arbeit, um die Zahl der Unfälle weiter zu senken und die Sicherheit für Kinder zu erhöhen."

Die Fahnen oder Stelen gehören zum Kinderverkehrsicherheitskonzept, das die Landeshauptstadt Anfang 2010 begonnen hat. In erreichbarer Höhe ist an dem Laternenmast zudem ein kleiner Plexiglaskasten am Laternenmast montiert, der Informationen zum Thema Verkehrssicherheit enthält. Zurzeit hängen 13 Fahnen im Stadtgebiet, je Stadtbezirk eine. Demnächst sollen es rund 20 Stelen sein, die etwa alle vier Wochen an wechselnden Orten aufgehängt werden und so an den vorsichtigen Umgang miteinander im Straßenverkehr appellieren sollen.

Mit dem Konzept für mehr Kinderverkehrssicherheit hat die Stadtverwaltung auf die Hohe Zahl von Kinderunfällen reagiert. In den Jahren 2003 bis 2007 registrierten die ExpertInnen im Stadtgebiet pro Jahr 249 bis 294 Verkehrsunfälle, an denen Kinder beteiligt waren. In 40 Prozent der Fälle und damit am häufigsten verunglücken sie auf dem Fahrrad. 29 Prozent der Unfälle betreffen Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, 23 Prozent als Insassen im Auto und 8 Prozent in sonstigen Unfallsituationen. 86 Prozent der Fahrradunfälle passieren während der Freizeit am Nachmittag. Häufige Ursache dabei sind Fehler der AutofahrerInnen beim Abbiegen. Neben den Stelen und der Woche der Verkehrssicherheit gehören zum städtischen Konzept verkehrsregelnde und bauliche Maßnahmen, Verkehrserziehung von Kindern und Kfz-FahrerInnen (zum Beispiel Broschüren), Geschwindigkeitsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit.

Die derzeitigen Standorte der Fahnen/Stelen sind:

  1. Kurt-Schumacher-Straße/Steintor (Stadtbezirk Mitte)
  2. Moltkeplatz/Voßstraße (Vahrenwald-List)
  3. General-Wever-Straße (Bothfeld-Vahrenheide)
  4. Osterfelddamm (Buchholz-Kleefeld)
  5. Hannoversche Straße (Misburg-Anderten)
  6. Wülferoder Straße (Kirchrode-MBemerode-Wülferode)
  7. Langensalzastraße/Willy-Brandt-Allee (Südstadt-Bult)
  8. Abelmannstraße (Döhren-Wülfel)
  9. Zum Sauerwinkel (Ricklingen)
  10. Ungerstraße (Linden-Limmer)
  11. Am Soltekampe (Ahlem-Badenstedt-Davenstedt)
  12. Hegebläch (Herrenhausen-Stöcken)
  13. Fenskestraße (Nord)
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