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Entführung von Hanns Martin Schleyer

Hanns Martin Schleyer wird am 5. September 1977 von einem RAF-Kommando entführt. Der „Deutsche Herbst“ beginnt.

Die selbst ernannten Revolutionäre der Roten Armee Fraktion (RAF) um Andreas Baader und Ulrike Meinhof führen Anfang der 1970er-Jahre einen Kampf gegen das politische System der Bundesrepublik. Bei einem Banküberfall in Hannover erbeuten RAF-Mitglieder im August 1971 fast 200.000 Deutsche Mark.

Als Vertreter und Funktionär der deutschen Arbeitgeberverbände mit Vergangenheit als NS-Funktionär und SS-Führer stand Schleyer im Fokus der RAF. Am 5. September 1977, im sogenannten Deutschen Herbst, wurde Schleyer in Köln-Braunsfeld von dem RAF-Kommando „Siegfried Hausner“ entführt. Sein Fahrer Heinz Marcisz und die drei in einem Auto folgenden Leibwächter Reinhold Brändle, Roland Pieler und Helmut Ulmer wurden inmitten eines Kugelhagels von 119 Schüssen ermordet. Seine Entführer forderten von der Bundesregierung die Freilassung von elf inhaftierten RAF-Mitgliedern. Nach langen Verhandlungen erschoss das RAF-Kommando Schleyer. Seine Leiche wurde am 19. Oktober 1977 in Mülhausen (Frankreich) im Kofferraum eines Audi 100 aufgefunden.

Im Ihmezentrum hatte die RAF zu dieser Zeit eine konspirative Wohnung. Sie diente den Linksextremisten als Waffenlabor, Fälschungswerkstatt und Rückzugsort. 1978 bekam die Polizei einen Tipp. In der Ihmepassage 10 nachzusehen, fünfter Stock, Appartment 436 solle man doch einmal vorbei schauen. Als Polizisten schließlich gewaltsam ins Appartment eindrangen, war die Wohnung leer. Bald steht Anhand der Fingerabdrücke sowie handschriftliche Notizen fest, bis September 1977 haben hier die Terroristen Knut Folkerts, Silke Maier-Witt, Ingrid Siepmann und Monika Helbig gewohnt.

Ulrike Meinhof wird später in der Walsroder Straße in Langenhagen festgenommen.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de