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Gründungsfeier der SPD Hannover-Stadt nach dem Krieg

Am 19. Januar 1946 fand die offizielle Gründungsfeier der SPD Hannover-Stadt im Galeriegebäude Herrenhausen statt. Gewählt wurden als 1.
Vorsitzender Kurt Schumacher (bis 13.07.1946, Nachfolger August Holweg) und als 2. Vorsitzender Egon Franke.

Kurt Schumacher (1895-1952) war von 1946 bis 1952 Parteivorsitzender der SPD sowie von 1949 bis 1952 Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Sein Büro befand sich lange Zeit in der Jacobsstraße im heutigen Linden-Mitte. Schumacher hat von 1945 bis 1949 maßgeblich den Wiederaufbau der SPD in Westdeutschland vorangetrieben und war der große Gegenspieler Konrad Adenauers. Auch wenn Schumacher langfristig mit seinen politischen Vorstellungen zum größten Teil scheiterte, gehörte er zu den Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland. Hervorzuheben ist seine strikte Ablehnung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), wodurch er das Profil der Sozialdemokratie in der Bundesrepublik entscheidend prägte.

Egon Franke (1913-1995) war vom 22. Oktober 1969 bis zum 4. Oktober 1982 Bundesminister für innerdeutsche Beziehungen und vom 17. September bis zum 1. Oktober 1982 Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Von 1933 bis zu seiner Verhaftung 1934 gehörte er der linkssozialdemokratischen Widerstandsorganisation Sozialistische Front in Hannover-Linden an. 1935 wurde er wegen Vorbereitung zum Hochverrat verurteilt und verbrachte zweieinhalb Jahre im Zuchthaus. Von 1943 bis 1945 nahm er als Soldat im Strafbataillon 999 am Zweiten Weltkrieg teil und geriet nach Fronteinsatz und Verwundung in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de