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Hinrich Wilhelm Kopf soll als Kriegsverbrecher ausgeliefert werden

Polen stellt beim United Nations War Criminal Court am 23. Januar 1948 den Antrag, H. W. Kopf als Kriegsverbrecher auszuliefern.

Hinrich Wilhelm Kopf (1893-1961) war der erste Ministerpräsident des 1946 gegründeten Landes Hannover und danach erster Niedersächsischer Ministerpräsident. Kopf war von 1939 bis 1943 im Auftrag der NS-Regierung als Vermögensverwalter im besetzten Polen, zunächst mit einer eigenen Firma gemeinsam mit dem Juristen Edmund Bohne, später dann für die Haupttreuhandstelle Ost tätig und war „Treuhänder konfiszierter polnischer und jüdischer Güter“ und als Enteignungskommissar im Gebiet Lubliniec tätig. Dabei muss sich Kopf an der Enteignung und Aussiedlung der polnischen Bevölkerung verantwortlich beteiligt haben. 1948 versuchte die Regierung der Volksrepublik Polen, ihn für die Tätigkeiten im besetzten Polen mit einem Auslieferungsersuchen an die britische Kontrollkommission als Kriegsverbrecher zur Verantwortung zu ziehen. Das Höhere Militärgericht in Herford lehnte diesen Antrag ab. Kopf stand seit November 1947 auf der Kriegsverbrecherliste der alliierten Kriegsverbrecherkommission. Die Streichung von der Liste der Kriegsverbrecher führte in Polen zu der Forderung, gegen ihn in Abwesenheit ein Strafverfahren durchzuführen.

Der an ihn erinnernde Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz am niedersächsischen Landtag wurde 2014 nach der in Linden geborenen Philosophin Hannah Arendt umbenannt.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de