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Hölty-Preis 2022 verliehen

Hölty-Denkmal

Hölty-Denkmal

Der Hölty-Preis – Deutschlands höchstdotierter Lyrikpreis – geht in diesem Jahr an Ulrich Koch

Der zum achten Mal verliehene „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“ geht in diesem Jahr an den 1966 in Winsen (Luhe) geborenen und heute in Lüneburg lebenden Lyriker Ulrich Koch.

Seit 1995 veröffentlichte Koch zahlreiche Bände mit Gedichten, zuletzt „Ich im Bus im Bauch des Wals“ (2015) und „Selbst in hoher Auflösung“ (2017). Er wurde 2011 mit dem Hugo-Ball-Förderpreis ausgezeichnet.

Der Hölty-Preis wird am 22. September 2022 im Sprengel Museum Hannover verliehen. Mit 20.000 Euro, die von der Sparkasse Hannover gestiftet werden, ist der Hölty-Preis für Lyrik der höchstdotierte Lyrikpreis im deutschsprachigen Raum. Er wird seit 2008 im Zwei-Jahres-Rhythmus von der Stadt und der Sparkasse Hannover verliehen.

Jurybegründung:

Seit seinem Debütbuch „Weiß ich“ (1995) ist der lyrische Desillusionierungskünstler Ulrich Koch der verlässlichste poetische Chronist eines melancholischen Daseins in der Provinz. Gegen die Heilsversprechen der Philosophie und der Religionen setzt er seine Bestandaufnahmen eines von Utopien entleerten Alltags, in dem immer neu ein Grund für die eigene Existenz gefunden werden muss. Seine Gedichte, die in mittlerweile elf Bänden vorliegen, führen uns auf die erdabgewandte Seite der Geschichte – hin zur kleinen Welt der Buswartehäuschen, Pendlerzüge, Turnhallen, Baggerseen und zum „Nachtlicht der Telefonzelle in der leeren Ortsmitte“. An welchem Punkt auch immer diese Gedichte unsere Lebenswelt berühren, es wanken immer gleich die Fundamente des Daseins. Plötzlich tut sich ein Riss auf in der Welt und die Protagonisten der Gedichte taumeln ins Unheimliche.

In seinen meisterhaften Gedichtbänden „Selbst in hoher Auflösung“ (2017) und „Dies ist nur der Auszug aus einem viel kürzeren Text“ (2021) hat sich nun das fatalistische Weltgefühl seines illusionslosen Ich noch weiter radikalisiert. In seinem schwarzen Existenzialismus, dem reichlich Galgenhumor beigemengt ist, konfrontiert uns Ulrich Koch mit den Selbstwidersprüchen, mit denen wir durch unser Dasein gehen. Seine Gedichte sind das, was übrig bleibt, wenn die Einsamkeit die Regie übernimmt und das Ich sich selbst wegkürzt: „Als ich mich durchgestrichen hatte,/ blieb das Gedicht übrig.“

Die Hölty-Preisträger*innen:

  • Thomas Rosenlöcher (2008)
  • Paulus Böhmer (2010)
  • Christian Lehnert (2012)
  • Silke Scheuermann (2014)
  • Christoph Meckel (2016)
  • Norbert Hummelt (2018)
  • Marion Poschmann (2020)

Zum „Hölty-Preis für Lyrik der Landeshauptstadt und der Sparkasse Hannover“

Die literarische Bedeutung seines Namensgebers Hölty steht für die enge Verbindung des Preises mit Stadt und Region. Ludwig Christoph Heinrich Hölty (geboren am 21. Dezember 1748 im Kloster Mariensee bei Hannover, gestorben am 1. September 1776 in Hannover) ist von seinem künstlerischen Rang her einer der bedeutendsten deutschen Lyriker. Die Bedeutung beruht vor allem auf der Formenvielfalt, Eigenständigkeit und Stimmungs-Eindringlichkeit seiner etwa 140 Gedichte. Hölty ist neben den Brüdern Schlegel, Karl Philipp Moritz, Carl Sternheim und Kurt Schwitters der wichtigste mit der Stadt und der Region verbundene Dichter. Er verbrachte seine Kindheit und Schulzeit im Dorf Mariensee und die letzten Lebensjahre in Hannover, wo er, erst 28-jährig, 1776 starb.

Die bedeutende Auszeichnung wird an eine*n lebende*n deutschsprachige*n Lyriker*in für ein lyrisches Gesamtwerk oder eine einzelne Veröffentlichung vergeben.

Bildquellen:

  • Hölty-Denkmal: www.hannover-entdecken.de
Kategorie: Kunst & Kultur
Quelle/Autor: Pressemitteilung Stadt Hannover