Elefanten der 70er

Heute hieß es wieder einmal Elefanten ausschneiden. Diese hier sind in Vichy-Orange und sehr beliebt bei Jungs und Mädchen, eins der wenigen Modelle, die bei beiden Geschechtern gleich gut ankommt :-).

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Diesmal sind es ein paar mehr geworden, denn ich habe jetzt Hilfe beim Nähen.

Lange habe ich mit mir gerungen, wie ich mein „Nähproblem“ lösen soll. Es war letztes Jahr vor Weihnachten so, dieses Jahr zu Beginn des Kindergartenjahres: ich kam einfach nicht hinterher mit dem Nähen. Ich mußte ganz viele Kunden wieder wegschicken oder online absagen, weil ich die gewünschten Modelle nicht nachproduzieren konnte.

Ich wußte, dass ich das Problem lösen mußte, aber wie? Jetzt schon jemanden fest einzustellen, kam für mich nicht in Frage, erst muß alles rund laufen. Dann kamen ständig Mails aus China, sie würden gerne für mich produzieren, aber damit kannte ich mich gar nicht aus. Außerdem wollte ich in Deutschland produzieren – also auch keine Lösung. Behindertenwerkstätten war meine nächste Idee, die wollten aber nicht.

Ja, und dann habe ich eines Morgens in der Zeitung gelesen, dass in Göttingen ein supermodernes Gefängnis steht mit großen tollen Werkhallen, aber keiner den Gefangenen Arbeit geben möchte. Ich erst auch nicht, aber als mir keine anderen Lösungen einfielen, habe ich mich ein wenig mehr mit dem Thema beschäftigt, Gespräche mit den Mitarbeitern des Gefängnisses geführt, schließlich zweimal da gewesen. Einmal habe ich mir das Gefängnis angeschaut und viel über den Alltag dort erfahren. Ich weiß nun, dass Arbeit sehr wichtig ist für die Gefangenen und als Privileg anzusehen ist. Die Arbeit sorgt dafür, ein geregeltes Leben zu haben und Beschäftigung überhaupt. Man hat ein bischen das Gefühl von Alltag. Außerdem verfügt man über Geld, das heißt man kann sich ein wenig „Luxus“ leisten: Fernsehen, Zigaretten, … Wenn Die Gefangenen Arbeit haben, geht es friedlicher zu.  Die Gefangenen haben sich meine Sachen angeschaut und gesagt, was sie können und was nicht. Dann haben wir Lösungen gefunden. Beim zweiten Besuch haben zwei Gefangene, ein paar Wärter und ich praktisch gearbeitet. Es gab noch einiges hin und her, aber jetzt läuft es. Ich bin sehr zufrieden, und möchte dem einen oder anderen meinen Weg empfehlen. Natürlich hatte ich moralische Bedenken, die sind nicht ganz verschwunden, aber deutlich kleiner geworden.

Wenn auch diesmal wieder alles nach Plan läuft, werden in ca. drei Wochen wieder folgende Taschen vorrätig sein:

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Dag Bianca

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