Elternabend

Schule ist gerade ein schwieriges Thema bei uns. Unser Sohn besucht die 2. Klasse einer Schule hier in Linden, weil uns ein kurzer Schulweg und Klassenkameraden in der Nähe wichtig waren. Als wir uns für die Schule entschieden haben, hatte die Schule einen guten Ruf.

Unser Sohn wurde also letztes Jahr eingeschult. Schon nach der Einschulungsfeier verließ er wortlos den Schulhof, nix mit Einschulungsfoto oder so. Tja, er begann seine Schullaufbahn in der I-Klasse seiner Schule, einer Klasse in die sowohl „normale“ Kinder wie auch verhaltensauffällige Kinder gehen – eine für uns wichtige Information, die wir leider erst nach der Einschulung erfahren haben … Da merkten wir zum ersten Mal, dass die Schule und wir ein anderes Kommunikationsbedürfnis haben. Grundsätzlich ist der Ansatz ja gut, aber wir haben im Kindergarten schon gemerkt, dass es nicht das richtige System für unseren Sohn ist. Die Alternativen, die uns die Schulleitung in einem Gespräch bot, waren inaktzeptabel.

Etwas wohler fühlte sich unser Sohn, nachdem er den ersten Freund in der Klasse gefunden hat, und wir ihn zum Karate angemeldet haben. Nach einigen Monaten Karate fühlte er sich endlich den Umgangsformen seiner Klassenkameraden gewachsen …

Also, unser Sohn geht in eine schwierige Klasse, in der einige Kinder noch nicht mit Regeln und konsequentem Verhalten in Kontakt gekommen sind. Das bedeutet für mich als Laien, dass es wichtig ist, dass die Schule diese Werte vermittelt. Gestartet sind wir im 1. Schuljahr mit 2 Lehrerinnen und einer I-Lehrerin. Dann wurde Nummer 1 schwanger, sie wurde durch eine Feuerwehrkraft ersetzt bis zum Schuljahresende. Zum Schuljahresende wurde der seit Jahren laufende Versetzungsantrag der I-Lehrerin stattgegeben, außerdem meldete sich Lehrerin Nummer 3 schwanger … Dafür haben wir das neue Schuljahr mit 2 Lehrerinnen begonnen, die für 1 Jahr an unsere Schule ausgeliehen wurden – keiner weiß, was nach dem Jahr ist -, einem neuen I-Lehrer, einer Sportlehrerin und der schwangeren Lehrerin aus Schuljahr 1. Ab nächster Woche wird die schwangere Lehrerin durch die Feuerwehrkraft ersetzt, die auch schon im 1. Schuljahr die Klasse unterrichtet hat, aber im nächsten Jahr in einer andere Stadt ziehen und der Schule nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Heute wurde dann am Elternabend von der Förderlehrerin gesprochen. Zu Beginn des Schuljahres war die Förderlehrerin doch noch ein Mann ?! Der Mann ist auch noch ein Mann,  hat aber ein paar Stunden an eine weitere Lehrerin abgegeben, die nun auch noch in der Klasse sein darf … Versteht einer dieses Durcheinander; ich spreche von einer 2. Klasse in der Grundschule?

Ich rege mich erstens über die Situation auf, ständig neue und vor allem viele Lehrer. Genauso rege ich mich auf, dass kaum Kommunikation stattfindet. Dass eine weitere Lehrerin in der Klasse tätig ist, habe ich nur erfahren, weil ich mich darüber gewundert habe, dass aus dem Lehrer plötzlich eine Lehrerin geworden ist und nachgefragt habe …

Wie soll es nur weitergehen? Unser Sohn verliert immer mehr die Lust an der Schule, kann kaum lesen und schreiben, langweilt sich aber in Mathe zu Tode … Und er verliert nicht nur die Lust an der Schule sondern auch am Lernen … Bei dem ständigen Lehrerwechsel scheint auch keiner zu merken, was unser Sohn kann und was nicht, obwohl ich schon mehrfach auf die Probleme hingewiesen habe. Heute habe ich in sein Deutscharbeitsheft geschaut. Das muß in der Schule bleiben. Deshalb kann ich es nicht regelmäßig kontrollieren. In dem Heft wurde nicht mehr gearbeitet, seitdem wir darin in den Sommerferien gearbeitet haben … Als ich´s sagte, folgte Schulterzucken und meine Lieblingsauskunft: “ da muß er sich in der Freiarbeit drum kümmern.“ Ja, muß er. Aber es müßte auch mal einer nachschauen, ob er es macht oder nicht. Ich kann es nicht kontrollieren, wenn die Hefte in der Schule bleiben sollen…

Der neuste Plan unseres Sohnes: ein Mitschüler muß nur noch 4 Stunden die Woche in die Schule, weil er sich schlecht benommen hat (das ist das, was bei unserem Sohn angekommen ist). Der Entscheidung ist wohl ein tätlicher Übergriff in der Schule vorausgegangen, die Situation ist aber sicherlich komplexer … Bei unserem Kind ist nur angekommen: schlecht benehmen = weniger Schule. Als ich das Thema heute ansprach, wurde mir erklärt, ich müsse meinem Sohn die Situation erklären. Dann gebe es dieses Mißverständnis nicht. Aber was soll ich erklären, wenn keiner mit mir spricht? Zum Verzweifeln … Aber was soll man machen? Ein Schulwechsel bei den Wissenslücken? Schwierig. Wir hätten am ersten Tag auf das Bauchgefühl von uns allen dreien hören sollen …

Habt Ihr auch Kinder in der Grundschule? Wie ist die Situation an Euren Schulen? Ist das alles „normal“?

Ganz schön lang geworden der Post. Ob sich da überhaupt jemand durchkämpft? Aber der Frust mußte einmal raus. Gleich gibt es wieder erfreulicheres hier zu lesen :-).

Bis bald Bianca

6 Kommentare

  1. puh, das liest sich alles nicht so dolle. meine kleine hat noch 2 jahre zeit. wenn wir keine passende schule finden noch drei.

    ich wünsch euch, dass die zustände bald besser werden oder ihr eine alternative findet.

    lg
    anke

  2. In Grundschulen geht es gerade es ab…. Ich arbeite in der Lern- und Spielzeitbetreuung und da lernt man so manche Kinder kennen… Oft ist es das Elternhaus das die Kinder verrückt werden lässt. Lehrerwechsel steht leider auch bei uns oft an. Die Klasse die ich betreue hat nun auch eine neue Lehrerin -> „Aber auch erst mal bis zum Ende vom Jahr, und dann mal sehen,….“ Es wird also nicht besser *seuftz* Als Mutter würde ich mich auch wahnsinnig darüber aufregen. Aber wer weiß, vielleicht ist es für irgendwas gut! (Mit den Steinen die einem in den Weg gelegt werden kann man auch was schönes bauen) In diesem Sinne, trotzdem einen schönen Tag! Liebe Grüße, Meike

  3. Zum Glück ist es bei uns nicht so. Es gibt zwar einige etwas auffällige Kinder, aber man kann die Situation gar nicht vergleichen. Ich glaube wenn es so wäre, wie Du es beschreibst hätten wir schon längst die Schule gewechselt!

    glg Lorelei

  4. Liebe Bianca,
    gestern habe ich Dein post schon gelesen und lange darüber nachgedacht… ich könnte Dir auch viel zu diesem Thema schreiben… halb aus eigener Erfahrung und halb aus Erfahrungen aus der Parallelklasse, die es bezüglich Lehrerwechsel genauso schwer hat wie ihr und eine Besserung bei denen auch nicht wirklich in Sicht ist, da ihre „Verbesserung“, die sie Anfang der 2. Klasse bekamen, schwanger wurde und sie nun wieder mit diesen „Feuerwehrkräften“ jonglieren müssen, bis die schwangergewordene Lehrerin aus ihrer Babypause zurück ist. Nur haben sich mittlerweile die Kinder an diese Ersatzkräfte gewöhnt und die Eltern befürchten ein erneutes Durcheinander, wenn die „alte“, die ja auch noch gar nicht so lange in der Klasse war, zurückkommt und die Ersatzkraft gehen MUSS…
    Wir sind mittlerweile in der 3. Klasse.
    Ich weiß aber, daß sich der Elternbeirat der Parallelklasse wirklich sehr dafür eingesetzt hat, daß es diese „Verbesserung“ , nach dem Chaos in der ersten Klasse (die eigentlich Klassenlehrerin erkrankte im ersten Halbjahr schwer), überhaupt möglich geworden ist. Zusammen mit dem Schulrektor haben sie Briefe über Briefe geschrieben und sind sehr hartnäckig gegenüber der Schulbehörde geblieben – mit Erfolg! Nun ja, das dieser Erfolg, in Form einer festzugesagten eigenen Lehrkraft bis zum Ende der 4. Klasse, dann ein halbes Jahr später schwanger wurde, wußte man zu dem Zeitpunkt genauso wenig wie das erkranken der ersten Lehrerin…
    Wir haben bisher nur einen Klassenlehrerwechsel gehabt (jetzt zum 3. Schuljahr) – und ich kann zum Glück sagen, daß meine Tochter keinerlei Probleme damit hat…
    Bezüglich der Kommunikation, habe ich schon seit dem Kindergarten keine Hoffnung mehr – ich dachte nämlich dort wäre sie schon sehr schleppend bis gar nicht vorhanden, aber was die Schule betrifft… meine Tochter erzählt zum Glück (wiedereinmal) sehr viel zu Hause, so das andere schon bei uns anrufen um etwas zu erfahren :o)
    Ich würde an Eurer Stelle schauen: wie steht es mit dem Verhältnis zu den Lehrkräften, dem Rektor, den anderen Eltern? Steht es eher schlecht als recht, wäre der Gedanke bezüglich eines Schulwechsels vielleicht gar nicht so unsinnig (der näheste Weg ist nicht immer der beste…) und 2. Klasse, ist nicht soooo viel neues – vielleicht wäre ein schneller Wechsel zum 2. Halbjahr möglich, auch wenn es in erster Linie zuerst Streß bedeutet, aber die Lust am lernen zu verlieren, wegen Umständen, die vor Ort nicht zu lösen sind, bedeutet langfristig sicher noch viel mehr Streß für alle.
    Vielleicht ist es aber auch so, das die Gemeinschaft doch recht stark in der Klasse ist und die Umstände einen doch eher weiterbringen können, als daß sie behindern (siehe auch Meike) …
    Auf jeden Fall schwierig!

    Oje, oje – nun ist es doch so viel geworden, sorry…

    Ich drücke Euch die Daumen, daß ihr eine gute Lösung finden werdet,
    lieben Gruß
    myriam.

  5. Ach herrje Du Arme. Mein Sohn wird nächstes Jahr eingeschult und wir haben leider keine Auswahl an Schulen hier bei uns! Mal sehen was uns da bevorsteht!

    Könnte Dein Sohn nicht auf eine andere Schule gehen und parallel Nachhilfe bekommen?

    LG Mila

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