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Die Inzidenz steigt in Hannover oder wir basteln uns eine 4. Welle

Die Inzidenz steigt in Hannover genau wie im ganzen Land. Die Politik hat in Sachen Corona schon so einiges verbockt. Anfangs aus Unwissenheit, dann durch überbordende Bürokratie und mangelnde Digitalisierung. Was aber gerade passiert, ist nicht mehr entschuldbar. Willkommen in Absurdistan!

In Hannover hat sich die Inzidenz seit Anfang des Monats von 3,5 auf 35 verzehnfacht in nur 22 Tagen. Diese Entwicklung gibt es nicht nur in der Region Hannover. Auch andere Kreise und Städte weisen so eine Entwicklung auf. Die Politik hat jetzt einen Schuldigen gefunden. Die Partys in Clubs sind die Ursache. Daher will Niedersachsen die Discos bei Inzidenz über 10 wieder schließen.

So solle vermieden werden, dass bei weiter steigenden Inzidenzen bald Bereiche betroffen sind, „die nachweislich nichts zu dem Anstieg beigetragen haben“, so die Staatskanzlei.

Regionspräsident Hauke Jagau versucht genau das Gleiche zu verkaufen. Nur stimmen hier Ursache und Wirkung?

Regionspräsident Hauke Jagau zur aktuellen Corona-Entwicklung in der Region Hannover

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Reisen hat nachweislich zum Anstieg der Coronazahlen beigetragen

Im Frühjahr, Anfang April vor der Ausgangssperre, hatten wir in der Region Hannover eine Inzidenz von knapp unter 150 pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen. Wer zu dieser Zeit einen Urlaub auf den Kanaren machte, wo zu dem Zeitpunkt die Inzidenz um die 50 lag, musste nach Rückkehr für mindestens 5 Tage in Quarantäne wenn er sich dann freigetestet hat.

Kurz vor Beginn der Osterferien fällt dann die Reisewarnung für Mallorca. Nicht aber für die anderen Baleareninseln. Merkwürdiger weise wurden die Kanaren immer nur als Ganzes gesehen, obwohl dort auf den einzelnen Inseln ein völlig anderes Infektionsgeschehen herrschte. Hat da etwa jemand eine Finca auf Mallorca?

Gleichzeitig bleibt das Beherbergungsvebot in weiten Teilen Deutschlands bestehen. In Niedersachsen bleibt es verboten, Hotels und Fereinwohnungen zu vermieten bei einer Inzidenz am 24. März von durchschnittlich 94 pro 100.000 Niedersachsen.

Stand 24.07. gelten folgende Regeln für Reiserückkehrer nach Deutschland: Corona-Einreiseregeln

Das hat zur Folge, das man bis zum 23. Juli aus den Niederlanden und Spanien ohne eine Quarantänepflicht wieder nach Deutschland einreisen durfte. Dabei lag die Inzidenz auf Mallorca schon davor lange bei Werten weit über den 200 bei denen man hierzulande im Frühjahr drastischste Maßnahmen ergriffen hat. Aktuell ist man sogar auf Deutschlands liebster Ferieninsel schon bei 365. Jetzt wurde Spanien zum Hochinzidenzgebiet erklärt, das heißt aber immer noch das man sich mit Impf/Genesenennachweis per Schnelltest am ersten Tag von der Quarantäne befreien kann. Das gilt auch für Rückkehrer aus der Region Nordbrabant in den Niederlanden, dort liegt die 7 Tage Inzidenz am 24.07. bei 1275!

Das diese Regelungen auch für Deutschland nichts Gutes bringen würden, konnte sich jeder ausmalen. Sogar das Rki bestätigt das jetzt. Innerhalb weniger Wochen ist der Anteil der Reiserückkehrer an allen positiv Getesteten von ein auf zehn Prozent gestiegen. Die Ursachen für die Corona Ausbrüche in deutschen Clubs ähneln sich. In Karlsruhe war es ein Rückkehrer aus Spanien, laut NDR eine Gruppe Abiturienten, die aus Loret de Mar zurück waren und in Aurich ein Mann, der von Mallorca kam.

Eigentlich sollte man davon ausgehen, das die Experten genau diese Entwicklung voraussehen mussten, wo es doch schon dem Laien klar ist, das man keinen Club öffnen kann, wenn Gäste aus Hochinzidenzgebiete zu erwarten sind. Auch hier ist wieder anzunehmen das die Lobbyinteressen der Tourismusbranche das Handeln der Politik bestimmt haben.

Inzidenz steigt in Hannover – Auch die Lokalpolitik hat dazu beigetragen

Auch die lokale Politik und Verwaltung hat einen großen Anteil daran, dass uns eine 4. Welle droht. Inzwischen sind sich fast alle Wissenschaftler einig, dass der überwiegende Teil der Infektionen in Innenräumen stattfindet. Als Anfang Juni die Zahlen in der Region unter die Schwelle von 35 gefallen sind, durften Clubs und Discotheken erstmals mit Auflagen wieder öffnen. Anstatt nun vonseiten der Stadt möglichst viele Veranstaltungen im Freien zu ermöglichen, wie es hier bereits im letzten Frühjahr vorgeschlagen wurde, hat man lieber doch eher fragwürdige Konzepte durchgewunken.

Die Inzidenz steigt in Hannover, war das die letzte Party des Jahres?

Die letzte Party des Jahres?

Sicherlich wird auch in der nächsten Corona-Verordnung, die schärfere Maßnahmen für „infektionstreibende Bereiche“ bringen soll für Tanzveranstaltungen keine Unterscheidung ob drinnen oder draußen geben. Damit wäre dann das nächste Tanzverbot beschlossen und wir haben wieder mindestens bis zum nächsten Sommer Karfreitag! So schlimm ist das aber auch wieder nicht, denn wir können doch einfach nach Malle fliegen und dort feiern.

Jetzt sollen also wieder einmal die Clubs und Discotheken die unfähige Politik ausbaden. Zur Folge wird das wohl haben, dass die Polizei demnächst wieder größere Ansammlungen von Jugendlichen in Linden oder am Maschsee antreffen wird.

Bildquellen:

  • Die letzte Party des Jahres?: www.hannover-entdecken.de