Menschen in der Fabrik – Industriefotografie

123. Hannoverscher Bibliophilen Abend in der Stadtbibliothek Hannover

Kristina Huttenlocher stellt „Menschen in der Fabrik. Industriefotografie in Konsumgüterfirmen 1895 bis 1970: Appel, Bahlsen, Sprengel, König & Ebhardt, Pelikan, Continental und andere“ vor

Kristina Huttenlocher, die Autorin des Buches „Menschen in der Fabrik“, stellt am Dienstag (13. Dezember), 19.30 Uhr, in der Stadtbibliothek Hannover Hildesheimer Str. 12, historische Fotobücher und Fotos mit Informationen zum Arbeitsvorgang und zum historischen Kontext vor. Sie hat tief in den Firmenarchiven hannoverscher Unternehmen und Bibliotheken gegraben und hunderte Fotografien von den Menschen zu Tage gefördert, die seit 1895 die Unternehmensgeschichten prägten. Den Vortrag bei diesem 123. Hannoverschen Bibliophilen Abend begleiten zeitgenössische Firmenschriften und Werkszeitschriften der genannten Unternehmen aus dem historischen Bestand der Stadtbibliothek Hannover. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter der Telefonnummer 168-42169 wird gebeten.

Zum Vortrag:

In den Archiven der bekannten hannoverschen Konsumgüterunternehmen Bahlsen, Pelikan und Continental sowie in Firmenschriften und privaten Nachlässen finden sich zahlreiche Fotografien selbstbewusster Fachkräfte, ungelernter Arbeiterinnen und Kontoristen, die in sieben Jahrzehnten Unternehmensgeschichte dort gearbeitet haben. Die Fotos gestatten einen weithin unbekannten Blick in die Arbeitswirklichkeit der Menschen im frühen und mittleren 20. Jahrhundert.

Für die Inhaber der Firmen hing der Erfolg der Unternehmen von der guten Arbeit ihrer qualifizierten Stammarbeiter und Werksbeamten ab. Die Fotos zeigen die Menschen als Individuen bei ihrer Arbeit. Persönliche Beziehungen zwischen den Beschäftigten und den Inhabern prägten die Unternehmenskultur und stärkten die Identifikation mit dem Unternehmen. Die spätere historische Wahrnehmung von einer entfremdeten Industriearbeit wird hier ein Stück weit korrigiert.

Zur Autorin:

Kristina Huttenlocher, Jahrgang 1947, aufgewachsen in Hannovers Nordstadt, ist die Urenkelin des Gründers von „Appel Feinkost“. Sie studierte an der FU Berlin und in Frankfurt Politikwissenschaft, Geschichte, Germanistik und Wirtschaftswissenschaften, arbeitete 23 Jahre als Lehrerin in Hessen und drei Jahre im hessischen Kultusministerium. Von 1998 bis zur Pensionierung 2011 leitete sie ein Gymnasium und eine Integrierte Gesamtschule. Im Verlag zu Klampen veröffentlichte sie Wirtschaftsbiographien über die hannoverschen Firmen „Appel Feinkost“ (2013) und „Sprengel – Die Geschichte der Schokoladenfabrik“ (2016).

Bildquellen:

  • Stadtbibliothek Hannover: www.hannover-entdecken.de