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Oberbürgermeister Menge informiert über den geplanten Bau des Maschsees

Oberbürgermeister Menge informiert am 28. November 1933 das Bürgervorsteherkollegium über den geplanten Bau des Maschsees.

Im breiten Flusstal der Leine nahe Hannover einen See zu schaffen, wurde schon im späten 19. Jahrhundert erwogen. Dies bot sich an im Zusammenhang mit der notwendig gewordenen Eindeichung von Leine und Ihme, die nach der Schneeschmelze im Harz regelmäßig zu Frühjahrs-Überschwemmungen in der Stadt führten. Zudem ermöglichten die überfluteten Bereiche schon damals Freizeitnutzung: froren diese im Winter zu, wurde die Masch als Eisbahn genutzt. Entscheidend für die Realisierung des Seeprojektes war dessen Verbindung mit der Leine- und Ihme-Regulierung. Dadurch ließ sich die Hochwassergefahr reduzieren und das Leinetal besser nutzen. Im Laufe der Jahrzehnte gab es mehrere, sehr unterschiedliche Entwürfe: Kleine Lösungen und große, die den Schützenplatz als Insel im See vorsahen. Im September 1925 beauftragte der neu gewählte Oberbürgermeister Arthur Menge den Wasserbauingenieur und Professor der Technischen Hochschule Hannover Otto Franzius, gemeinsam mit dem Stadtbauamt ein Projekt für den Bau eines Maschsees auszuarbeiten. Franzius zeichnete für den wasserbaulichen und wasserwirtschaftlichen Teil verantwortlich, das Stadtbauamt unter der Leitung von Karl Elkart für den städtebaulichen. Im Januar 1926 bewilligte der Magistrat der Stadt 14.000 Reichsmark für Dichtungsversuche. Diese waren notwendig, weil das Projekt erstmals den Gedanken aufbrachte, den See nicht in die Masch einzugraben und von der durchfließenden Leine zu speisen. Vielmehr sollte der Maschsee schüsselartig auf die Masch und damit über den Pegel der Leine gebaut und durch ein Pumpwerk gespeist werden. Dies löste auch die Problematik einer drohenden Verschlammung durch im Flusswasser mitgetragene Schwebstoffe. Damit schuf Otto Franzius letztlich den Entwurf, der sich als tragfähig und finanzierbar erwies.

Dennoch dauerte es noch rund acht Jahre, bis Anfang der 1930er Jahre drei starke Gründe für die Schaffung eines künstlichen Sees in der Leinemasch sprachen und die Arbeiten aufgenommen wurden:

  • Eindämmung des Hochwasserbettes der Ihme
  • Schaffung eines stadtnahen Naherholungsgebietes mit Möglichkeiten für Wassersportler
  • Beseitigung der hohen Arbeitslosigkeit (1932 waren 58.000 Hannoveraner ohne Beschäftigung) durch ein öffentliches Arbeitsbeschaffungsprogramm

Gegen die Anlage des Sees an dieser Stelle sprach die 1904 fertiggestellte und etwa 20 m hohe Bismarcksäule in der Mitte der zukünftigen Wasserfläche. An ihr fanden paramilitärische Aufmärsche und 1933 die Bücherverbrennung in Hannover statt. Die Säule wurde 1935 im Zuge der Bauarbeiten für den Maschsee vollständig abgebrochen.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de