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Polizeipräsident bestätigt das die „Chaos-Tage“ 1996 verboten werden

Der Polizeipräsident Hans-Dieter Klosa bestätigt am 03. Mai 1996 gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, dass die sogenannten „Chaos-Tage“ 1996 auf Grund des Versammlungsgesetzes verboten werden sollen.

Grund dieses rigorosen Vorgehens war, dass es bei den Chaostagen vom 4. bis 6. August 1995 in der Nordstadt zu Straßenschlachten kam. Rund 2.000 Teilnehmer und bis zu 3.500 Polizisten und Bundesgrenzschutzbeamten aus zehn Bundesländern sorgten für bürgerkriegsähnliche Zustände. Dabei wurden 180 Polizisten und eine nicht genau bekannte Anzahl von Chaostage-Besuchern verletzt. Aufsehen erregte besonders die Plünderung des Penny-Marktes in der Schaufelder Straße.

Chaostage Hannover 1995 - Spaß im Penny Markt

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Der Chef der Landespolizei, Hans-Dieter Klosa, sagte im Nachhinein: „Das war fast wie im Bürgerkrieg“. Die Polizei hatte bei den Chaostagen nach eigenen Angaben auf eine Deeskalationsstrategie gesetzt, die aber das Gegenteil bewirkte. Der damalige niedersächsische Ministerpräsident Gerhard Schröder und sein Innenminister Gerhard Glogowski mussten sich daher bundesweit Kritik für ihre Strategie gefallen lassen.

Chaostage 1996 ohne Chaos aber mit sehr viel Polizei

Am ersten Augustwochenende 1996 kam es aufgrund der Ankündigung zu einer bisher nicht dagewesenen Polizeipräsenz von über 10.000 Beamten in der gesamten Stadt Hannover. Jeder Versuch, Chaos-Tage zu veranstalten, wurde im Keim erstickt. Dies gelang bei einer Anzahl von Punks, die nur im oberen dreistelligen Bereich lag, mühelos. Da an diesem Wochenende in vielen Stadtteilen buchstäblich an jeder Ecke Polizei stand, wurde von Kritikern auch ironisch von „Ordnungstagen“ gesprochen.

Chaos bei der EXPO Fehlanzeige

Für das EXPO-Jahr 2000 waren erneut Chaostage in Hannover angekündigt, die jedoch nicht die Ausmaße von 1995 erreichten. Initiator Karl Nagel hatte eine umfangreiche parodistische Website erstellt, die vollkommen überzogene Erwartungen weckte. Trotzdem befanden sich zur Zeit der Expo sehr viele Jugendliche in der Stadt und es kam zu hunderten von Festnahmen durch die Polizei, vor allem auch auf dem Gelände der besetzten ehemaligen Schokoladenfabrik Sprengel in der Nordstadt.

Krieg der Welten – Chaostage 1995 in Hannover

Krieg der Welten - Chaostage 1995 in Hannover

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Der Film “Chaostage…” parodiert die wirklichkeitsfremde, oft widersprüchliche Darstellung der Chaostage durch Medien, Politik und Polizei. Dazu wird Material aller möglichen Sender über die Ereignisse in Hannover mit historischen Bildern und Filmausschnitten durchmischt, um die Übertreibung und ironische Intention auf die Spitze zu treiben.

Sequenzen aus dem I. und II. Weltkrieg folgt übergangslos der Ausnahmezustand bei den Chaostagen. Nach einem Rückblick auf das Jahr 1994 werden die prophylaktischen Festnahmen der Polizei vor den Chaostagen behandelt. Auf die Unterbringungsmängel für Vorbeuge-Inhaftierte “antwortet” der Film zynisch mit Konstruktionsskizzen von KZ´s und Gaskammern. Die allseitigen Aufforderungen zu einem rechtzeitigen Handeln der Polizei, um die “Chaoten” im voraus zu beseitigen wird mit einem NS-Film verglichen, der Juden mit einer Rattenplage gleichsetzt. Seit Donnerstag Mittag treibt die Polizei die anwesenden Punks in der Nordstadt zusammen. Dies läuft dem Vorhaben von Deeskalation entgegen und provoziert die friedlichen Punks, deren Mehrheit hier ist um Spaß zu haben, eher zu “Rechtsverstößen”.

Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de