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Reichskristallnacht in Hannover

Gegenüber den heutigen Universitätsgebäuden (Conti-Hochhaus) stand an der Westseite des Königsworther Platzes (1933-1945: Horst-Wessel-Platz 2) eine repräsentative Villa. Bis 1933 in jüdischem Besitz, wurde sie danach Kommandozentrale des SS-Abschnitts IV in Hannover. Aus diesem Haus lenkte Jeckeln am Abend des 9. November 1938 die Aktionen in Hannover und Umgebung: Zerstörung von Synagogen und Geschäften, Überfälle auf Wohnungen, Verhaftungen jüdischer Männer und ihre Einweisung in Konzentrationslager.

Die Durchführung durch SS-Trupps lief unter der Leitung des SS-Oberführers Kurt Benson.

Am Abend des 9. November um 18.00 Uhr veranstaltete die NSDAP in der Stadthalle eine Gedenkfeier zur Erinnerung an den Hitler-Ludendorff-Putsch vom 9. November 1923. Diese Veranstaltung endete zwischen 20.00 und 21.00 Uhr. Gegen 20.00 Uhr begannen im Konzerthaus am Leineufer die Feierlichkeiten zur Vereidigung von Anwärtern der hannoverschen SS. Kurt Benson erschien gegen 00.00 Uhr im Konzerthaus, nachdem er zuvor die SS in der Stadthalle repräsentiert hatte. Nach Mitternacht begann die rituelle Vereidigung der neuen SS-Mitglieder, die aus der HJ und der Polizei stammten, durch Benson. Die Veranstaltung im Konzerthaus endete um 1.30 Uhr und die SS-Verbände zogen in Richtung der neuen Synagoge in der Bergstraße. Diese wurde währenddessen bereits ausgeraubt und anschließend in Brand gesteckt, wobei 34 Thorarollen zerstört wurden. Die SS sperrte die Synagoge ab und um 02.35 Uhr wurde Feueralarm durch die Staatspolizei durchgegeben. Die spät alarmierte Feuerwehr beschränkte sich auf den Schutz der umliegenden Häuser.

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Bildquellen:

  • Kalenderblatt: www.hannover-entdecken.de