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Rote Punkt Aktion – Gegen Fahrpreiserhöhung in Hannover

Rote Punkt Aktion

Rote Punkt Aktion

Die Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) wollten zum 1. Juni 1969 eine Fahrpreiserhöhung um bis zu 33 Prozent einführen. Die Erhöhung der Fahrpreise für Straßenbahnen und Busse stieß auf massiven Protest. Unter dem Namen „Rote Punkt Aktion“, einer Idee zweier Studenten der Technischen Universität in Hannoer, formierte sich der Widerstand. Die Mitglieder des Allgemeinen Studentenausschusses (Asta) druckten ein Flugblatt mit Kritik und konstruktiven Vorschlägen wie man die Preiserhöhung verhindern könnte. Autofahrer sollen doch einen roten Punkt in die Windschutzscheibe kleben um damit anzuzeigen das sie Passanten kostenlos mitnehmen können.

Mitinitiator der Aktion „Roter Punkt“ gegen Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr war auch Dietrich Kittner der so auch über seine künstlerische Arbeit hinaus Popularität in seiner Heimatstadt erlangte.

Der Protest der Rote Punkt Aktion kam an

Nachdem Straßenbahnen und Busse ab dem 7. Juni durch Sitzblockaden und Demonstrationen behindert wurden setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas ein. Auf einer Demonstration am 10. Juni wurden 120 Personen festgenommen. Die Proteste gingen trotzdem weiter und zeigten Wirkung. Die Üstra stellte den Betrieb ein, vom 12. bis 19. Juni fuhren weder Busse noch Straßenbahnen.

Immer mehr Autofahrer solidarisierten sich mit der Bürgerinitiative und befestigten den roten Punkt auf weißem Quadrat hinter der Windschutzscheibe ihrer Fahrzeuge.


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Irgendwann fuhr jedes zweite Auto mit dem roten Punkt und wurde so zum alternativen Nahverkehr. Einige Großetriebe, Gewerkschaften, die Presse und sogar die Stadtverwaltung, man lies 50.000 Rote Punkte drucken, unterstützen die Aktion.

„Üstra, Üstra, ungeheuer, erstens Scheiße, zweitens teuer“

Elf Tage dauerte der Protest bis die Üstra ihre Preiserhöhung zurücknahm und durch einen Einheitsfahrpreis von 50 Pfennig pro Strecke ersetzte. Ein Jahr später wurde das bis dahin private Unternehmen in einen kommunalen Dienstleister umgewandelt.

Bildquellen:

  • Rote Punkt Aktion: www.hannover-entdecken.de