Stadtrundgänge

Roter Faden – Teil 5

Stadtführer durch Hannover

31. Das Alte Rathaus

Altes Rathaus

Altes Rathaus

Erste Gebäudeteile wurden bereits im Jahr 1410 errichtet. Danach erfuhr das Gebäude einer Vielzahl von Erweiterungen. Im Jahr 1844 fand eine Sanierung der Flügel statt.

Als zum Ende des 19. Jahrhunderts das Gebäude abgerissen werden sollte, formierte sich eine Bürgerinitiative. Das Gebäude blieb letztlich verschont. Dem Architekten Conrad Wilhelm Hase gelang 1877-1891 die Herstellung des reinen Baustils aus der Zeit um 1500.

Besonders sehenswert sind die gotischen Fialengiebel und der Tonfries, auf dem es allerlei Seltsames zu entdecken gibt. An der Ecke zur Schmiedestraße zum Beispiel ein Volksspiel aus dem Mittelalter das sogenannte Luderziehen, vergleichbar mit dem süddeutschen Fingerhakeln. Wer den Gegner zu sich herüberriss war der Sieger. Wer hatte die größte Kraft, wer den steifsten Nacken. Wer war der Halsstarrigste?

Während einer umfangreichen Sanierung im Jahr 1999 wurde zugleich der Innenbereich umgestaltet, in dem sich heute Geschäfte und das Standesamt befinden.

32. Der Fratzenkopf am Alten Rathaus

Fratzenkopf

Fratzenkopf

An Gerichtslaube, dort wo jetzt das Standesamt untergebracht ist, wurde früher bei schönem Wetter unter freiem Himmel Recht gesprochen. Direkt daneben befindet sich in die Mauer eingelassen der besagte Fratzenkopf. Was es mit ihm auf sich hat, konnte bis heute nicht schlüssig erklärt werden. Kurioserweise zählt aber gerade dieser Kopf zu den Wahrzeichen der Stadt. Handwerksburschen auf Reisen mussten auch ihn gesehen haben als Beweis, dass sie in Hannover waren. Die wissenschaftliche Erklärung ist höchstwahrscheinlich das es sich um einen Neidkopf handelt, der im Mittelalter die bösen Geister fernhalten sollte.

33. Die Markthalle, der „Bauch von Hannover“

Der eher schmucklose Bau der hannoverschen Markthalle beherbergt eine Vielzahl an internationalen Spezialitäten. Hier wird bei einem Espresso die Politik besprochen oder ein schneller Mittagstisch eingenommen. Die wunderschöne Vorgängerin der heutigen Markthalle, eine klassische Stahlkonstruktion, ist leider auch den Bomben des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen.

Vor dem Ausgang zur Sparkasse steht die 1,30 Me­ter große Bron­ze­fi­gur des hannoverschen Bild­hauers Hans-Jür­gen Zim­mer­mann die in Erinnerung an Karoline Duhn­sen errichtet wurde. Die von allen in der Markthalle nur liebevoll nur „Oma Duhnsen“ genannt wurde war bis 2001 die gute Seele der Halle.

34. Die City – das Einkaufsparadies

Jetzt geht es die Grupenstraße entlang in die Shoppingmetropole Hannover. Dabei ist die Grupenstaße so etwas wie die Spielstraße der Stadt. Der Brunnen mit den beiden spielenden Kinder stammt von Professor Lehmann, dem seine eigenen Kinder als Vorbild dienten. Daneben hat die Citygemeinschaft hier einige interessante Spielgeräte, die nicht nur Kinder faszinieren, aufgestellt. Mehrere Wasserwirbel in verschiedenen Farben und ein großes Pendel können ausprobiert werden. Auch der inzwischen leider geschlossene Spielwarenladen trug seinen Teil zum Image als Spielstraße in der City bei.

35. Kröpcke

Regenbogen am Kröpcke

Regenbogen am Kröpcke

Die Hannoveraner bezeichnen mit Kröpcke die Straßenkreuzung Georgsstraße, Karmarschstraße, Bahnhofstraße und Rathenaustraße rund um die Kröpcke-Uhr und die Stadtbahn-Station Kröpcke.

Die Straßenkreuzung entstand 1843 beim voranschreitenden Städtebau. 1872 fuhr die erste Pferdebahn über die Kreuzung, die ab 1897 durch eine elektrische Straßenbahn ersetzt wurde. 1920 sollte ein Verkehrskreisel den zunehmenden Verkehr bändigen. Der Platz wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Seit dem Ende der Bauarbeiten für die U-Bahn 1971 ist der Platz nur noch für Fußgänger zu queren; seitdem ist er ein wichtiger Knotenpunkt für die U-Bahn Hannovers.

Kröpckeuhr

Kröpckeuhr

1869 wurde das Café Robby an der Kreuzung gegründet, das 1876 an den aus Bleckede an der Elbe stammenden Wilhelm Kröpcke verpachtet wurde. Dieser betrieb es bis ins Jahr 1919 hinein; nach dessen Tod übernahm der Platz im Volksmund schnell seinen Namen. Insbesondere in den 1920er Jahren bestimmte der Kröpcke auch das kulturelle Leben in der Stadt. 1948 bekam der Platz auch erstmals offiziell den Namen Kröpcke. Auch das Café wurde seitdem als Café am Kröpcke weitergeführt und 1976 von Mövenpick neu gebaut. Seit 1983 ist es in seiner heutigen Erscheinung ein zentraler gastronomischer Treffpunkt Hannovers.

Die Kröpcke-Uhr geht auf eine 1885 von Konrad Oertel entworfene Uhr zurück. Zwar wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg durch eine schmucklose Moderne ersetzt, jedoch wurde 1977 die historische Uhr in einer vereinfachten Rekonstruktion von Wilhelm Hoffmann zurückgebracht.

Kröpcke um 1895

Kröpcke um 1895

U-Bahn-Station Kröpcke

Treppengewirr in der U-Bahn Station

Treppengewirr in der U-Bahn Station

Die unterirdische Stadtbahn-Station Kröpcke bezeichnet gleichzeitig die zentrale Innenstadt-Station der in diesem Bereich als U-Bahn geführten Stadtbahn, an der sich drei unabhängige Trassen kreuzen. Von insgesamt 6 Bahnsteigen aus, die unterhalb der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade liegen, können hier die Linien 1-9, 11, 16, 18 und N10 erreicht werden.

Tiefenebene -1

  • Die Zugangsebene sowie Übergang in die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade.

Tiefenebene -2

  • A-Linien Seitenbahnsteige Richtung Hauptbahnhof oder Markthalle.
  • B-Linien Seitenbahnsteige Richtung Hauptbahnhof oder Aegidientorplatz.
  • Höhengleicher Übergang zwischen den A-Linien Richtung Hauptbahnhof und den B-Linien Richtung Aegidientorplatz.

Tiefenebene -3

  • Verteilerebene mit Auf- und Abgängen zu den A-B-C Linien Bahnsteigen.

Tiefenebene -4

  • C-Linien Seitenbahnsteige Richtung Steintor oder Aegidientorplatz.

Das aus den 1970er Jahren stammende Hochhaus samt Einkaufszentrum direkt am Platz ist nach dem Ihmezentrum im Stadtteil Linden eine der umstrittensten Immobilien der Stadt. Pläne für eine grundlegende Renovierung wurden bislang nicht umgesetzt. Auch die teilweise unterirdische -1-Ebene, die gleichzeitig den Eingang zur Niki-de-Saint-Phalle-Promenade bildet, soll in zukünftige Planungen eingebunden werden.

36. Unterm Schwanz: Treffpunkt vor dem Hauptbahnhof

(Am Reiterstandbild von Ernst August I.)

Der Hauptbahnhof Hannover war der erste Durchgangsbahnhof einer größeren Stadt in Deutschland. Heute gehört der Hauptbahnhof zu den modernsten Europas und ist einer der wichtigsten Knotenpunkte des deutschen Nah- und Fernverkehrs. Die Region Hannover wird von hier aus sternförmig mit zahlreichen Stadt- und Schnellbahnen angeschlossen. In unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof befindet sich der zentrale Omnibusbahnhof, meist nur kurz ZOB genannt.

Hauptbahnhof

Hauptbahnhof

  • ca. 250.000 Reisende täglich (Dez. 2006)
  • ca. 2000 Arbeitsplätze
  • 622 Züge täglich

Während der großen Messen (z. B. CeBIT und Hannover Messe) wird der Hauptbahnhof durch den Bahnhof Hannover Messe/Laatzen als zusätzlichem Fernverkehrsbahnhof vom Messeverkehr entlastet.

Ernst August Denkmal

Ernst August Denkmal

Der Hauptbahnhof Hannover verfügt seit Mai 2006 über eine untergeschossige Einkaufsmeile. Mit 20.000 m² Verkaufsfläche auf zwei Ebenen steht den Reisenden ein vielseitiges Ladenangebot zur Verfügung. Die Niki-De-Saint-Phalle-Promenade im Hauptbahnhof zählt zu den modernsten Einkaufszentren in Bahnhöfen Europas.

Ein bekannter Treffpunkt am Hauptbahnhof ist „Unter’m Schwanz“. Gemeint ist der Schweif des Pferdes, das als Reiterstandbild von Ernst August I. direkt vor dem Bahnhof steht. Ernst August war eigentlich ein Gegner der Eisenbahn, weil er nicht wollte, dass das gemeine Volk schneller reiste wie der König. Aber er kehrt dem Bahnhof ja den Rücken zu.

Hier endet der Rote Faden durch Hannovers Innenstadt.

Dieser Rundgang ist aus einer Zusammenstellung von Artikeln aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und eigenen Ergänzungen entstanden. (siehe Quellen)

Bildquellen