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Stadt Hannover setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Sinem Eryurt-Celik, Volker Kluwe, Axel von der Ohe, Thea Giebl, Christine Kannenberg, Maren Gehrke und Thomas Hermann vor dem Rathaus.

Sinem Eryurt-Celik, Volker Kluwe, Axel von der Ohe, Thea Giebl, Christine Kannenberg, Maren Gehrke und Thomas Hermann vor dem Rathaus.

Ein bedeutendes Thema in den Fokus rücken: Das ist das Ziel des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen. Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) beteiligt sich auch in diesem Jahr am 25. November wieder an verschiedenen Aktionen, wie dem Orange Day, einer Beflaggung am Neuen Rathaus und diversen Tagungen und Workshops. Die Stadt positioniert sich auf diese Weise deutlich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

„Nach wie vor ist Gewalt an Frauen und Mädchen ein gesamtgesellschaftliches Problem – egal ob körperliche, psychische, sexualisierte oder strukturelle Gewalt, ob auf der Straße, am Arbeitsplatz oder zuhause. Die Corona-Pandemie hat die Dringlichkeit des Problems nur verstärkt, besonders was häusliche Gewalt angeht. Um diesem Missstand entgegenzutreten, reicht aber nicht die Unterstützung und Information von Betroffenen. Es braucht ebenso die Aufmerksamkeit und Sensibilisierung aller. Nur so können wir uns als Gesellschaft erfolgreich für eine gewaltfreie und selbstbestimmte Lebensweise von allen Frauen und Mädchen einsetzen“, sagt Friederike Kämpfe, Gleichstellungsbeauftragte der LHH, aus diesem Anlass.

Orange Day: Hannover bekennt Farbe

Rund um das Datum des Aktionstags finden verschiedene Veranstaltungen und Aktionen statt, an denen sich die Stadt Hannover beteiligt, das gilt auch für den sogenannten Orange Day. Nachdem im vergangenen Jahr unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Belit Onay das Neue Rathaus erstmals als Teil der internationalen Aktion orange angestrahlt wurde, ist die Stadt auch dieses Jahr wieder dabei.
„Im Namen der Landeshauptstadt sage ich ganz klar und deutlich Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen. Als Kommune haben wir eine Vorbildfunktion. Das heißt, wir müssen Haltung zeigen, die richtigen Hilfsangebote bereitstellen und nicht zuletzt die Öffentlichkeit sensibilisieren. Ich finde es wichtig, dass wir – zum Beispiel durch die Beteiligung am Orange Day – ein öffentliches und vor allem sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen können“, erläutert Oberbürgermeister Belit Onay.
Der Orange Day in Hannover wurde initiiert von den hannoverschen Clubs der Soroptimist International (SI) und Zonta International (ZI).

Hannover zeigt Flagge

Auch in diesem Jahr wird am 25. November wieder eine Flagge vor dem Neuen Rathaus gehisst, die auf das Thema Gewalt an Frauen aufmerksam macht. Diese Aktion wird jährlich vom Referat für Frauen und Gleichstellung der LHH organisiert, Kooperationspartner*innen sind der Kommunale Präventionsrat der Stadt (KPR) und das Hannoversche Interventionsprogramm (HAIP). Das diesjährige Motiv auf der Flagge ist Teil der Kampagne „Wir brechen das Schweigen“ des Hilfetelefons. In den sozialen Netzwerken können sich Nutzer*innen mit dem Hashtag #schweigenbrechen an der Aktion beteiligen. Die Flagge vor dem Rathaus zeigt gut sichtbar die Rufnummer des Hilfetelefons.

Ausstellung: „Wir müssen das ändern – gegen Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“

Bei der Ratsversammlung, die am Aktionstag stattfindet, bekommen neue und alte Ratsmitglieder die Möglichkeit, sich über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz als eine Facette von Gewalt gegen Frauen zu informieren. Hierzu wird die Wanderausstellung „Wir müssen das ändern – gegen Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ gezeigt. Auf Plakaten stellt die Kampagne dar, was sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist und was die möglichen Folgen für Betroffene sind. Sie gibt einen Überblick über die Angebote und Maßnahmen der LHH und veranschaulicht Handlungsoptionen gegen sexuelle Belästigung.

Digitale Fachtagung

Nach einer Corona-bedingten Pause im letzten Jahr findet wieder eine Fachtagung zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen statt – dieses Jahr in digitaler Form. Unter dem Titel „Femizide – Tötungsdelikte an Frauen“ lädt das Referat für Frauen und Gleichstellung gemeinsam mit der Frauenberatungsstelle SUANA des kargah e. V. (Verein für interkulturelle Kommunikation, Migrations- und Flüchtlingsarbeit) und HAIP am 24. November zu einem virtuellen Vortrag mit anschließendem Austausch ein. Prof. Dr. Monika Schröttle von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg wird über „Femicide across Europe – Ausmaß, Hintergründe, Prävention“ referieren und Prof. Dr. Nivedita Prasad von der Alice Salomon Hochschule Berlin spricht über „Femizide: eine intersektionale Betrachtung“.

Betroffene stehen bei Schattenkonzerten auf der Bühne

Auf musikalische Art und Weise beleuchtet das Orchester im Treppenhaus dieses bedeutende Thema. In Kooperation mit der AWO veranstaltet das Orchester zwei Schattenkonzerte am 25. und 26. November jeweils um 20 Uhr in der Rampe in der Nordstadt. Hier wird Betroffenen selbst Gehör verschafft. Unter dem Motto #lichtan erzählen zwei Frauen, die sich aus häuslicher Gewalt befreien konnten, ihre Schicksale – umrahmt von klassischer Musik. Die Konzerte werden gefördert vom Referat für Frauen und Gleichstellung der LHH.

Workshop: Digitale Selbstverteidigung jetzt! Hate Speech Widersprechen

Auch im digitalen Raum erfahren Frauen und Mädchen Gewalt. Wie sich Betroffene dagegen wehren oder argumentieren können, wird in einem Workshop des Andersraum e. V. und des CSD Hannover in Kooperation mit dem Referat für Frauen und Gleichstellung erklärt und geübt. Expert*innen der Beratungsagentur Gegenargument schulen Teilnehmende im Umgang mit Hasskommentaren und erläutern, wie sich Betroffene selbst verteidigen oder andere unterstützen können. Der Workshop findet am 5. Dezember statt. Um Anmeldung wird gebeten, bis zum 30.11. unter der Adresse dialog@andersraum.de.

Mehr Sichtbarkeit für das Thema häusliche Gewalt

„Hannover ist stärker als Gewalt – für sichere Familien in unserer Stadt“: So lautet das Jahresmotto des KPR, das angelehnt ist an die Initiative „Stärker als Gewalt“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Im Rahmen verschiedener Veranstaltungen klärt der Kommunale Präventionsrat über das Thema häusliche Gewalt auf und informiert zu Hilfsangeboten. Aus diesem Grund kamen der Erste Stadtrat Dr. Axel von der Ohe, bei dem die Geschäftsstelle des KPR organisatorisch angesiedelt ist, Polizeipräsident Volker Kluwe, Bürgermeister Thomas Hermann als Vorsitzender des Kommunalen Präventionsrates, die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Landeshauptstadt Maren Gehrke, die Leiterin der Geschäftsstelle des Hannoverschen Interventionsprogramms gegen Häusliche Gewalt, Christine Kannenberg und die Geschäftsführerinnen des Kommunalen Präventionsrates, Sinem Eryurt-Celik und Thea Giebl, für ein gemeinsames Foto vor dem Neuen Rathaus zusammen.
Die nächste Veranstaltung unter dem Jahresmotto des KPR ist am 10. Dezember: Im Haus der Religionen – Zentrum für interreligiöse und interkulturelle Bildung e. V. findet das 9. Hannöversche Forum zum Tag der Menschenrechte statt. Das Thema ist „Häusliche Gewalt – Menschenrechte Zuhause“. Interessierte am Veranstaltungskalender oder an einer Mitwirkung am Jahresmotto können sich gerne an die Geschäftsstelle des KPR unter kpr@hannover-stadt.de wenden.

Hintergrundinformationen

Der von den Vereinten Nationen bestimmte Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen hat die allgemeine Stärkung von Frauenrechten zum Ziel und strebt ein gewaltfreies, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben für Mädchen und Frauen weltweit an. Er geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik zurück. Sie wurden am 25. November 1960 vom Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet, weil sie sich gegen die Diktatur Trujillos gewehrt hatten. Der Mut der drei Frauen wird jährlich durch den Gedenktag gewürdigt.

Bildquellen:

  • Sinem Eryurt-Celik, Volker Kluwe, Axel von der Ohe, Thea Giebl, Christine Kannenberg, Maren Gehrke und Thomas Hermann vor dem Rathaus.: Landeshauptstadt Hannover