Werbung

Stadt Hannover will Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund erhöhen

Neu aufgelegter Integrationsplan soll Teilhabe und Chancengerechtigkeit sicherstellen

Die Landeshauptstadt Hannover möchte den Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund in der Verwaltung erhöhen – insbesondere in leitenden Funktionen. Auch soll Mehrsprachigkeit als Kompetenz gezielter gefördert werden: Das sind Schwerpunkte des Maßnahmenkatalogs im Rahmen des neuaufgelegten lokalen Integrationsplans „WIR 2.0“ für Hannover, der heute, 1. Juli, als Beschlussdrucksache in den Internationalen Ausschuss eingebracht wurde.

Mit dem Integrationsplan legt die Stadt einen Maßnahmenkatalog vor, der zum sozialen Zusammenhalt, gleichberechtigter Teilhabe und Chancengerechtigkeit beitragen soll – insbesondere mit Blick auf Menschen mit internationaler Geschichte. Dafür stellt die Stadt einen Fördertopf mit 250.000 Euro bereit. Ein Kuratorium aus Vertreter*innen von Verwaltung und Stadtgesellschaft entscheidet, welche der Maßnahmen zur Umsetzung kommen. So enthält der Katalog auch Maßnahmen, um Communities zu erreichen, deren gleichberechtigte Teilhabe im Stadtleben noch nicht erreicht ist.

Oberbürgermeister Belit Onay unterstreicht: „Als Einwanderungsstadt ist Hannover geprägt von den Menschen aus aller Welt. Diese Vielfalt trägt ganz wesentlich zu einer offenen Stadtgesellschaft bei. Es ist mein Anspruch, dass wir gemeinsam dafür Sorge tragen, dass alle Hannoveraner*innen hier gut, gerne und frei von Diskriminierung leben und diese Stadtgesellschaft gleichberechtigt mitgestalten können. Der WIR 2.0 enthält Strategien und Maßnahmen, mit denen es uns gelingen kann, diesem Anspruch, vor allem auf struktureller Ebene, in der Stadt, aber auch im Rathaus und in der Verwaltung gerecht zu werden.“

Der „WIR 2.0“ ist die Fortschreibung und Neufassung des Lokalen Integrationsplans (LIP) von 2008. Rund zwei Jahre lang haben mehr als 80 Expert*innen aus Verwaltung und Stadtgesellschaft gemeinsam an Strategien im Feld Migration und Teilhabe gearbeitet. Nachdem im letzten Jahr schon die übergeordneten Ziele des WIR 2.0 vom Rat beschlossen wurden, liegen nun auch die konkreten Empfehlungen vor. Sozialdezernentin Sylvia Bruns sagt zur Entstehung des WIR 2.0:

„Der Integrationsplan steht auf einer breiten Basis, da er sowohl mit Kolleg*innen der gesamten Stadtverwaltung als auch mit vielen Expert*innen von außerhalb der Verwaltung erarbeitet worden ist. Mit den Ergebnissen will die Landeshauptstadt in den nächsten fünf Jahren noch zielstrebiger daran arbeiten, dass alle Hannoveraner*innen die gleichen Chancen und Möglichkeiten haben, an der Gestaltung einer offenen und diskriminierungsfreien Stadtgesellschaft mitzuwirken.“

Der Maßnahmenkatalog enthält beispielsweise Zielzahlen zur Erhöhung des Anteils von Menschen mit internationaler Geschichte an der Belegschaft der Landeshauptstadt. Die Öffnung der Verwaltung wird zudem auch durch die Einführung eines Leitfadens zur „Interkulturellen Öffnung“ inklusive Selbstcheck für alle städtische Fachbereiche vorangebracht.

Die Maßnahmen beziehen sich aber nicht nur auf die Verwaltung. So gibt es etwa praktische Ansätze, wie Migrant*innen-Gemeinschaften wohnungslose Menschen unterstützen können. Auch schlägt der Plan eine Auszeichnung für migrantische Unternehmen sowie ein Internetportal für internationale Fachkräfte und Investor*innen vor. Das Portal wird von Akteur*innen wie der Fachkräfteallianz, der Wirtschaftsförderung hannoverimpuls und Migrant*innen-Organisationen gemeinsam entwickelt, um kluge Köpfe nach Hannover zu ziehen. Ziel ist es, Hannover als Arbeits- und Wirtschaftsstandort international noch attraktiver zu machen.

Einige Vorschläge aus dem WIR 2.0-Plan sind bereits umgesetzt: beispielsweise die Integreat-APP, die Informationen für Geflüchtete aus der Ukraine bündelt. Auch die „A-Teams“ – das A steht für Antidiskriminierung – haben ihre Arbeit bereits aufgenommen. Diese Initiative war von einer am Prozess beteiligten Jugendgruppe vorgeschlagen worden. Die A-Teams arbeiten in Bildungseinrichtungen und schulen dort Multiplikator*innen zum Thema. Sie stellen im Anschluss dann eine Anlaufstelle für von Rassismus Betroffene dar.

Der gesamte Maßnahmenkatalog steht unter folgendem Link: www.hannover.de/WIR-2.0 zum Download bereit. Die Drucksache steht nach den Ratsferien auf der Tagesordnung des Internationalen Ausschusses. Abschließend entscheidet die Ratsversammlung über die Vorlage.

Bildquellen:

  • Stadt Hannover: Stadt Hannover