Stadt ist vorbereitet: Geflüchtete können Zeltdörfer in der Messehalle 9 beziehen

Hannover ist vorbereitet, um weitere Geflüchtete aus der Ukraine und anderen Krisengebieten aufzunehmen, unterzubringen und zu versorgen. Der Aufbau einer Unterkunft in der Halle 9 auf dem Gelände der Deutschen Messe AG ist abgeschlossen worden. Am Montag (28. November) machte sich die Stadtspitze ein Bild von der Situation.

„Die weltweiten Flüchtlingsströme und der furchtbare Angriffskrieg auf die Ukraine sind immense Herausforderungen unserer Zeit. Zum zweiten Mal in diesem Jahr bereits stellen wir Messehallen als Notunterkünfte bereit. Dabei stehen wir klar zu unserer humanitären Verantwortung. Hannover lässt niemanden allein. Aber ich fordere von Bund und Land eine bessere Verteilung der Geflüchteten, einen Ausbau der Erstaufnahmekapazitäten und eine schnelle Anpassung der derzeit völlig unzureichenden Refinanzierung für die bereits erbrachten Vorleistungen. Das verstehe ich unter Team Deutschland“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay im Rahmen dieses Termins.

In der 23.000 Quadratmeter großen Messehalle 9 wurden 216 Zelte mit insgesamt 2.592 Betten errichtet. Es gibt eine ebenso große Zahl persönlicher Spindschränke sowie 13 Duschcontainer. In der angrenzenden Halle 8 befindet sich auf 7.000 Quadratmetern ein Sozialbereich. Hier ist eine Essenausgabe eingerichtet, es gibt Sitzplätze für knapp 1.300 Personen, zudem 115 Waschmaschinen.

Später genutzt werden kann auch die Halle 7, die mit 10.000 weiteren Quadratmetern eine räumliche Reserve bildet. Abhängig von der räumlichen Einteilung können in den genannten Hallen perspektivisch 3.500 bis 5.000 Personen untergebracht werden.

Dr. Axel von der Ohe, erster Stadtrat und als Ordnungsdezernent zuständig für die Feuerwehr, die die Einrichtung der Hallen übernommen hat: „Zum zweiten Mal in kurzer Abfolge habe wir unter der Leitung der Feuerwehr einen Sondereinsatzstab Geflüchtete eingerichtet. Innerhalb der Stadtverwaltung holen wir damit alle notwendigen Zuständigkeiten an einen Tisch, sorgen für kurze Entscheidungswege und bündeln die Kräfte. Wir sind deshalb abermals gut vorbereitet. So werden wir die Herausforderung der Aufnahme mehrerer tausender Geflüchteter wie bereits im Frühjahr erfolgreich meistern.“

Der Einzug der ersten Geflüchteten wird ab dem 5.Dezember erfolgen. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Personen aus der Ukraine, sondern auch um Geflüchtete aus anderen Kriegs- oder Krisengebieten.

„In diesem Jahr haben wir gemeinsam mit vielen sozialen Träger*innen und vielen Ehrenamtlichen alles getan, um den Menschen in Not zu helfen. Hannover hat eine Welle der Solidarität gezeigt und ich wünsche mir, dass dies so weitergeht. Aber es geht nicht nur um die Unterbringung, sondern im zweiten Schritt auch um die Integration der Geflüchteten. Mehr Kitaplätze, mehr Plätze in Schulen, mehr Wohnraum: darum müssen wir uns kümmern“ sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.

Der Betrieb der Hallen und die Versorgung wird von der Firma European Homecare GmbH übernommen, die bereits über viel Erfahrung bei solchen Projekten verfügt.

Damit ist die Stadt wie bereits im Frühjahr auf die Zuweisung einer großen Anzahl von Geflüchteten gut vorbereitet. Darüber hinaus gehende freiwillige Hilfe ist gewünscht und willkommen. Freiwillige Unterstützer*innen können sich bei der „Koordinierungsstelle für Geflüchtete“ unter 0511/168-33333 oder unter Fluechtlinge@Hannover-Stadt.de melden. Dort ist auch ein Runder Tisch für Hilfsangebote für Ehrenamtliche, Vereine und Verbände in Planung.

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